im Rheingau zum Dirigenten der dort geſtifteten Realſchule. Herr Chun übernahm ſeine Functionen und Herr Meuſer, der vorher in Biebrich an der Realſchule gearbeitet hat, ward hierher geſandt. Was die Lehrverfaſſung unſrer Realſchule in dem Zeitraume vom Herbſt 1862 bis zum Schluß dieſer Periode anlangt, ſo war dieſelbe durch die von H. Landesregierung herausgegebenen Lehrpläne normirt; nur das muß ich bemerken, daß der lateiniſche Unterricht, zu welchem ſich nur ſehr wenige meldeten und mit Oſtern 1866 gar keiner mehr, von Anfang als eine Privatangelegenheit der betreffenden Eltern angeſehen wurde, dieſe kamen einzig und allein für die Remunerirung desſelben auf. Für den Turnunterricht ſind die nöthigen Geräth⸗ ſchaften in einem Garten, den ein Mitglied des Beirathes uns freiwillig zur Verfügung geſtellt hat, aufgerichtet; es kann dort auch exercirt werden; im Winter ſteht uns im Rathhauſe ein Saal offen, die nothwendigſten Apparate fehlen auch dort nicht.
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Schulnachrichten.
I. Lehrverfaſſung.
Seit Oktober 1863 iſt die Schule dreiklaſſig, die Oberklaſſe zweijährig.
Die Mitglieder des Realſchulvorſtandes ſind: Herr Bürgermeiſter W. Remy, Vor⸗ ſitzender. Herr Bierbrauer C. Bauſch. Herr Gerber C. Jüngſt. Herr Apotheker Dr. Ritters⸗ hauſen. Herr Grubenbeſitzer D. Treupel. Dirigent der Anſtalt iſt Herr Profeſſor Nebe. Mit Anfang des Schuljahres ging Herr Ohlenburger an die Realſchule nach Idſtein; da⸗ für trat Herr Eiſenkopf ein. Herr Meuſer erhielt auf ſeinen Wunſch Urlaub, um ſich in den neueren Sprachen weiter auszubilden, weßhalb Herr Bender mit dem 1. Oktober hierher verſetzt wurde. 4
Der Beſtand des Lehrercollegiums iſt jetzt folgender:
1) Auguſt Chun, Reallehrer und prov. fung. Oberlehrer. 2) Theodor Bender, Lehrer an der Realſchule. 3) Heinrich Eiſenkopf, Lehrgehülfe.
A. Chun, Sohn des Real⸗Oberlehrers P. L. Chun in Langenſchwalbach, geb. den 18. Juni 1834 zu Hachenburg, ev. Conf., beſuchte von Oſtern 1844 bis Oſtern 1850 die Realſchule zu Langenſchwalbach, und von da bis Oſtern 1854 das Realgymnaſium zu Wiesbaden. Nach beſtandener Maturitätsprüfung bezog er die Univerſität München, wo er bis 1857 Realwiſſenſchaften und neuere Sprachen ſtudirte. Nachdem er ein halbes Jahr den Dienſt des Reallehrers Dr. Cramer an der Realſchule zu Diez verſehen, und hierauf eine Hauslehrerſtelle in Wiesbaden bekleidet hatte, machte er im December 1859 das Reallehrerexamen, wurde mit dem 1. Januar 1860 an das Pädagogium zu Dillenburg, mit dem 1. Juni 1861 an die höhere Töchterſchule zu Wiesbaden dirigirt, mit dem 1. Januar 1863 zum Reallehrer an derſelben ernannt, und mit dem 1. October 1864 an die Realſchule zu Herborn verſetzt. 3 . Th. Bender, Sohn des Lehrers Bender zu Brandoberndorf, geb. den 2. Sept. 1831 zu Espa, ev. Conf., beſuchte, von ſeinem Vater vorgebildet, von 1848— 1851 das Seminar zu Idſtein. Seine Candidatenzeit verlebte er größtentheils bei ſeinen Eltern in Weſterfeld, verſah vom 1. Dec. 1851 bis 1. März 1852 die Schule zu Brombach, wurde mit dem 1. Oct. 1853 mit Verſehung der Lehrgehülfenſtelle zu Rennerod beauftragt, und vom 1. Juli 1857 an die II. Abtheilung der Elementarſchulen zu Wiesbaden verſetzt. Im April 1859 erfolgte ſeine Ernennung zum Lehrer, und am 1. Mai 1859 ſeine Verſetzung an das Pädagogium zu Dillenburg. Im
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