Jahrgang 
1867
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erſchien, welche die Errichtung von ſechs die neueren Sprachen lehrenden Realſchulen verord⸗ nete, war Montabaur unter den dafür auserſehenen Städten.

Die Gemeinde räumte der neuen Schule in dem ehemaligen Gymnaſialgebäude ein Zim⸗ mer ein, verſah dasſelbe mit den nöthigen Schulgeräthſchaften, verſtand ſich zur Stellung von Holz und Licht und zur Anſchaffung anderer Utenſilien, ſowie zu einem namhaften Beitrag zu den Lehrerbeſoldungen. Die Regierung ſtellte in zwei Raten 450 fl. aus der Landesſteuerkaſſe zur Verfügung, um dafür die nöthigen Bücher, Zeichnungen Vorſchriften Karten und an⸗ dere Apparate anzuſchaffen. Das jährliche Schulgeld wurde auf 10 fl. und das Eintritts⸗ geld auf zwei Gulden feſtgeſetzt.

Zum Hauptlehrer der Anſtalt wurde der bisherige Lehrer an der obern Mädchenſchule dahier M. Bode ernannt; zum Hilfslehrer C. S. Meiſter, Lehrgehülfe an der hieſigen Elementarſchule.

Bode hatte die Sprachen, die mathematiſchen und naturwiſſenſchaftlichen Fächer, ſowie das Zeichnen zu lehren; Meiſter ſollte in der bibliſchen Geſchichte, im Schreiben und Weſang unterrichten; den katholiſchen Religionsunterricht ertheilte Dekan Heimann ſelbſt; den evange⸗ liſchen, der evangeliſche Kaplan.

Bei Eröͤffnung der Realſchule, welche den 1. Mai 1840 ſtattfand, erſchienen 11 Schüler, wozugim Laufe des Semeſters noch 11 andere meiſt von Auswärts kamen, die an Alter und Kenntniſſen verſchieden in zwei Abtheilungen unterrichtet wurden. Schon am Schluſſe des erſten Semeſters ihres Beſtehens gibt Herzogliche Landes⸗Regierung der Schule das Zeugniß, daß dieſelbe einen guten Fortgang genommen, und zu Ende des erſten Schuljahres, daß ſie den befriedigenden Zuſtand derſelben gern erſehen habe. So wuchs dann die Schule heran aus kleinem Anfange. Unter dem 16. November 1843 wurde bereits ein zweiter Hauptlehrer in der Perſon des bisherigen Reallehrers Wolff zu Limburg angeſtellt; denn die Zahl der Schü⸗ ler war in ſtetem Zunehmen. Ein anderer Lehrplan erſchien zur Ergänzung und Erweiterung des früheren vom 24. März 1840.

Am 1. Mai 1842 wurde der neue Curſus mit 67 Schülern ersffnet, wovon faſt 5 Auswärtige waren.

Kurz nach Eröffnung des Curſus wurde die Realſchule durch den Beſuch eines Regie⸗ rungscommiſſärs in der Perſon des damaligen Schulrefereuten, Herrn Regierungsrath Dr. Seebode überraſcht. Derſelbe verweilte eine ganze Woche hier, wohnte jeden Tag, des Mor⸗ gens und des Nachmittags, dem Unterrichte bei, prüfte auch ſelbſt die Schüler in den neuen Sprachen und in andern Unterrichtsgegenſtänden, forſchte nach Allem, nach Unterrichtsmethode, Handhabung der Disciplin, nach dem Geiſte der Anſtalt, ihren bisherigen Erfolgen, aus welchen Kreiſen der Geſ ſellſchaft ſie vorzugsweiſe ihre Schüler ziehe, conferirte mit dem Herzog⸗ lichen Amte, mit der Herzoglichen Schulinſpektion, mit dem Stadt⸗ und Schulvorſtand zum Beſten der Anſtalt, drang. auf Anlegung eines Turnplatzes und auf Anſchaffung der nothwen⸗ digſten; Turngeräthe und vergaß nichts, was zur weitern Hebung der Anſtalt dienlich, ſein mochte.

In Folge dieſes Beſuches, wie es ſcheint, wurde, der Pripiſorijcht Haupiſhrera der zemlſchul definitiv zum iſähne ernannt. 1r 8

Unſere Bibliothek, wurde durch Zuſchuß aus der Veneöſeuetaſe wieher um 10 neue