Jahrgang 
1926
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VI. Chronik der Anſtalt.

Das Schuljahr begann Dienstag, den 13. April und endete Freitag, den 8. April 1927, da am Tage darauf die Aufnahmeprüfung ſtattfand. Der tägliche Unterricht begann in Rück⸗ ſicht auf die Fahrſchüler im Sommer um 7⁰, im Winter anfangs um, dann um 8830.

Manche Einzelheiten ſind bereits in den vorhergehenden Abſchnitten mitgeteilt. Am 26. April gaben die Wiesbadener Künſtler Mannſtaedt und Viktor im Gymnaſium ein Konzert für die Schüler, dem auch die Schülerinnen der Katharinenſchule beiwohnten. Im Juni wurde das Gedächtnis Karl Maria von Webers, des vor 100 Jahren verſtorbenen echt deutſchen Muſikers, in allen Klaſſen begangen.

Ein Schulausflug konnte erſt Mitte Juni ſtattfinden; vorher verregneten die in Ausſicht genommenen Tage. Am letzten Schultage vor den Sommerferien wurde eine Vorfeier des Verfaſſungstages abgehalten und zwar diesmal wieder öffentlich, mit geladenen Gäſten. Die Anſprache hielt Studienrat Gut, der die Geſchichte der deutſchen Einheitsbewegung im letzten Jahrhundert in ihren Hauptzügen zeichnete; die muſikaliſchen und geſanglichen Vorträge waren ſämtlich den Werken Karl Maria von Webers entnommen, um ſein Gedächtnis wirkſam zu ehren. Die Hochſchule für Leibesübungen in Berlin⸗Charlottenburg berief für die Tage des 12. 24 Juli den Oberprimaner Nick ein zur Vorbereitung auf die Olympia⸗Wettſpiele. Am 20. September trug Lautenſpieler Hunyady wieder einmal in einem Schulkonzert ſeine beliebten Lieder zur Laute vor.

Ueber den Ausflug nach Limburg am 22. September vgl. Abſchnitt III. h, ebenſo über die Fahrt nach der Geſolei in Düſſeldorf vom 3.5. Oktober. Am 2. November überbrachte eine Abordnung der Lehrerſchaft dem Herrn Biſchof Auguſtinus von Limburg, ehemals Religions⸗ lehrer unſrer Anſtalt, die Glückwünſche des Gymnaſiums zu ſeinem 70. Geburtstage und über⸗ reichte dabei eine kunſtvolle Adreſſe, die Kollege Althofen in lateiniſchen Diſtichen verfaßt hatte. Die übliche Weihnachtsvorfeier fand am 21. Dezember ſtatt. Am 4. Februar hielt Studienrat Camphauſen aus Kaſſel vor der geſamten Schülerſchaft einen Vortrag über den Verein für das Deutſchtum im Ausland(V. D. A.) und gab damit den Anſtoß zu einer Werbewoche, in der die Schüler über 30 Erwachſene als neue Mitglieder und eine reiche Geldſammlung aus eigenen und fremden Beiträgen für den V. D. A. zuſammenbrachten. Die Gründung einer Schülerortsgruppe für den V. D. A. ſteht bevor. Am Abend des 16. Februar wurde der 100. Todestag Peſtalozzis durch eine öffentliche Schulfeier begangen; die Anſprache hielt Stu⸗ dienrat Lauter. Der folgende Tag war ſchulfrei. Die übliche Faſchingsfeier vom 1. März brachte u. a viel Mozartſche Muſik, denTod des Verräters von Cornelius, Dialektdichtungen und den Aufzug des Krähwinkler Landſturms. Am 29. März veranſtaltete die Schule eine öffentliche Beethovenfeier zur Erinnerung an den vor 100 Jahren geſtorbenen großen Meiſter. Am Volkstrauertag, 6. März, beteiligte ſich das Gymnaſium an dem gemeinſamen Zuge der hie⸗ ſigen Behörden, Vereine und Schulen zum Denkmal der Gefallenen auf dem Friedhof.

Am 8. Sept. fand eine Herbſtreifeprüfung unter Vorſitz des Herrn Geheimrat Dr. Gerſtenberg aus Kaſſel ſtatt; die beiden Oberprimaner Müller Hermann und Schloß wurden für reif erklärt.

Reifeprüfung zu Oſtern 1927. Die ſchriftlichen Arbeiten wurden vom 17. bis 22. Feb⸗ ruar angefertigt, die Turnreifeprüfung war am 7. März, die mündliche Reifeprüfung fand am 17. März wieder unter Vorſitz des Herrn Geheimrat Dr. Gerſtenberg ſtatt; die 15 in die Prüfung eingetretenen Oberprimaner beſtanden, darunter einer mitausgezeichnet, 3 mitgut.