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V. Verſchiedenes.
In den meiſten Räumen des Hauptgebäudes wurden die Vorhänge erneuert.
Die Turnhalle konnte nach Pfingſten endlich wieder benutzt werden; Jahre lang war ſie beſchlagnahmt geweſen. Im Freien geturnt wurde auf dem Jugendſpielplatz und auf dem Seminarſpielplatz, zuweilen auch im offenen Gelände. Ein wirklich ausreichender Spielplatz ſoll noch geſchaffen werden. Noch dringender iſt allerdings ein Umbau des Aborthäuschens. Am und im Hauptgebäude wurde von Studienrat Gilles mit den Schülern eine Radio⸗Anlage geſchaffen. Aus den Beſtänden des eingegangenen Lehrerſeminars hat das Gymnaſium leih⸗ weiſe einige Zeit einen guten Flügel und ein Cello benutzen können, für längere Zeit über⸗ nahm es ein Harmonium und zuletzt auch einen alten Flügel zu Uebungszwecken.
Dringend nötig iſt eine neue Fahne der Anſtalt, da die alte ganz zerfetzt iſt.
Die Lehrerbücherei umfaßte etwa 5380 Bände, die Schülerbücherei etwa 1550. Von Neu⸗ anſchaffungen an Lehrmitteln und Geräten ſeien genannt: Platos„Staat“ überſ. von Schleier⸗ macher, Brandt: Sehen und Erkennen, Reuter: Fort mit der Kreidephyſik!, Bauer⸗Haurleben: Mathematik auf der Oberſtufe, Lateiniſche Quellen des Mittelalters nach Peters⸗Wetzel⸗Neu⸗ mann, Klingenſtein: Deutſcher Unterricht der Oberklaſſen, Germania Romana(Römiſches auf deutſchem Boden) 6 Hefte, ein Hindenburgbild, ein Stempel, den Regierungsbezirk Wiesbaden wiedergebend, eine Karte des Unterweſterwaldkreiſes von Klemann, 2 neue Kartenſtänder, ein Schrank für Zeichengerät und einer für Turnſchuhe, ein Dauerbrandofen und ein neuer Teppich fürs Direktorzimmer. Die Hefte der Sammlung„Die Kunſt dem Volke“, herausgegeben von der„allg Vereinigg. für chriſtliche Kunſt“, München, wurden von den Schülern durch Ver⸗ mittlung der Schulleitung in zahlreichen Stücken zu ermäßigtem Preiſe bezogen.
Der Unterrichtsplan richtete ſich nach den neuen Lehrplänen Die vielen Störungen der vergangenen Jahre durch Beſatzung und Lehrerwechſel ließen natürlich nicht alle Ziele erreichen. Die Reifeprüfungen wurden nach der neuen Regelung vom 22. Juli 1926 abgehalten.
Für den Lateinunterricht wird Luqus latinus, der ſich in Sexta bewährt hat, nunmehr auch in Quinta benutzt. Für Geſchichte wird neu eingeführt von Quarta bis Prima das Unterrichtswerk von Maier⸗Schirmeyer(Verlag Dieſterweg⸗Frankfurt), für den kathol. Religions⸗ unterricht von Sekunda und Prima:„Licht und Leben“ von Junglas(Verlag Schwann⸗Düſſel⸗ dorf). Im Deutſchen iſt das Leſebuch„Lebensgut“ in der Rheinlandausgabe in Gebrauch. Die auswendig zu lernenden Gedichte ſeien hier mitgeteilt: In Sexta: Schwäbiſche Kunde (Uhland), Die Heinzelmännchen(Kopiſch), Die Lorelei(Heine), Siegfrieds Schwert(Uhland). In Quinta: Des Deutſchen Vaterland(Arndt), Schäfers Sonntagslied(Uhland), Heinrich der Vogler(Vogl), Der Lotſe(Gieſebrecht). In Quarta: Der getreue Eckart(Goethe), Das Grab im Buſento(Platen), Der blinde König(Uhland), Die Bürgſchaft(Schiller), Belſazar(Heine). In Untertertia: Frühlingsglaube(Uhland), Der Graf von Habsburg(Schiller), Das Glück von Edenhall(Uhland), Der Sänger(Goethe), Des Sängers Fluch(Uhland). In Obertertia: Prinz Eugen(Freiligrath), Der Erlkönig(Goethe), Der Taucher(Schiller), Die Kraniche des Ibykus (Schiller), Der Poſtillon(Lenau). In der Unterſekunda: Das Lied von der Glocke(Schiller), Der Fiſcher(Goethe). Für andere, meiſt lyriſche Gedichte wird freie Wahl gelaſſen.


