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II. Mitteilungen aus den Verfügungen der vorgeſetzten Behörde.
Caſſel, 22. März 1903. Das Königliche Provinzial⸗Schulkolleginm teilt den Miniſterial⸗Er⸗ laß vom 2. März 1903, U. II. 512 mit, welcher auf die im Armee⸗Verordnungsblatt 1903 S. 12 u. ff. bekannt gegebenen neuen Anforderungen der Fähnrichsprüfung hinweiſt.
Caſſel, 27. April 1903. Das Provinzial⸗Schulkollegium empfiehlt auf Grund des Miniſterial⸗ Erlaſſes vom 1. April 1903, U. I. 5325 die Verbreitung des als Heft 4 der Veröffentlichungen des deutſchen Vereins für Volkshygiene erſchienenen Vortrages„Geſundheit und Alkohol“ von Profeſſor Dr. Fränkel⸗Halle.
Caſſel, 3 Mai 1903. Das Provinzial⸗Schulkollegium gibt Kenntnis von zwei Miniſterial⸗ Erlaſſen 19. März 1903, U. II. 19453 und 27 April 1903, U. II. 11266, durch welche die Ein⸗ führung der Aufgabenſammlung von Schellen⸗Lembkes und des Lehrbuches für Chemie und Minera⸗ logie von Lipp für die höheren Schulen der Provinz Heſſen⸗Naſſau genehmigt wird.
Caſſel, 16. Mai. Das Provinzial⸗Schulkollegium ſendet Abſchrift von dem Miniſterial⸗Er⸗ laß 30. April 1903, U. II. 650, betr. Vorbereitung für den Königl. Forſtverwaltungsdienſt. Nach § 3 der neuen Beſtimmungen müſſen Studierende der Forſtwiſſenſchaft ein Reifezeugnis mit unbe⸗ dingt genügendem Urteil in der Mathematik aufweiſen und dürfen bei Beginn ihres Studiums nicht das 22 Lebensjahr überſchritten haben.
Caſſel, 6. Jan 1904. Das Provinzial⸗Schulkollegium überweiſt ein Exemplar des Buches „Deutſchlands Seemacht“ von Wislicenus als Geſchenk Sr. Majeſtät des Kaiſers für einen guten Schüler der oberen Klaſſen.(Vgl. III. S. 20)
Caſſel, 7. Jan. 1904. Das Provinzial⸗Schulkollegium macht durch Abſchrift des Miniſterial⸗ Erlaſſes 29. Juni 1903, U. I. 20432, U. II. aufmerkſam auf die im Deutſchen Reichs⸗ und Preu⸗ ßiſchen Staatsanzeiger, im Zentralblatt der Bauverwaltung und im Eiſenbahnverordnungsblatt ver⸗ öffentlichte Beſtimmung über die Erſetzung der Vorprüfung und der erſten Hauptprüfung für den Staatsdienſt im Baufache durch die Diplomprüfung an den techniſchen Hochſchulen.
III. Zur Geſchichte der Schule.
Das Schuljahr begann am 21. April. Während der Oſterferien war dem Direktor Prof. Dr. Wahle die Leitung des Königlichen Gymnaſiums in Fulda übertragen worden. Über 26 Jahre hat er als Hilfslehrer, Oberlehrer und Profeſſor am Kaiſer Wilhelms Gymnaſium ſegensreich gewirkt und von Oſtern 1896 an 7 Jahre zielbewußt, mit feſter Hand die Anſtalt geleitet. Die Vertretung des Direktors übernahm während des Sommerhalbjahres Profeſſor Dr. Lückenbach.
Das Königliche Provinzial⸗Schulkollegium überwies dem Gymnaſium zur Ableiſtung der zweiten Hälfte des Probejahres und zur Aushilfe den Probekandidaten Ludwig Neuhaus, der ſeit dem 1. Oktober die etatsmäßige Hilfslehrerſtelle verwaltet.
Die übliche Turnfahrt ſämtlicher Klaſſen wurde am 25. Juni unternommen.
Die Sommerferien dauerten vom 18. Juli bis zum 18. Auguſt.(Marburger Ferienordnung.) Am 2. September konnte dank der neuen Ferienordnung wieder nach langer Unterbrechung von der Schule das Sedanfeſt gefeiert werden. Um 8 Uhr zogen Lehrer und Schüler in geſchloſſenem Zuge von der Anſtalt nach dem Jugendſpielplatze, um nach einem feſtgeſetzten Programm unter der Führung


