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führungen einer Anzahl von Schülern gefielen ſehr. Entſprechend der oben angeführten Verfügung des Königl. Provinzialſchulkollegiums vom 9. Januar wurde die Feſtrede des Generals von Miſchke an zwei Primaner vertheilt.
Am 27. Januar wurde der Geburtstag Sr. Majeſtät des deutſchen Kaiſers Wilhelm II. in gewohnter Weiſe feſtlich begangen. Die Feſtrede hielt Herr Oberlehrer Dr. Marx. Ebenſo wurden die patriotiſchen Gedenktage 9. März, 22. März, 15. Juni, 18. October in der vorgeſchriebenen Weiſe durch Anſprachen der Lehrer in der erſten Stunde den Schülern vorgeführt und ihnen deutlich gemacht, welch' großartigen Aufſchwung das geſamte deutſche Vaterland den beiden erſten Kaiſern aus dem Hauſe Hohenzollern, Wilhelm und Friedrich, zu verdanken hat.
Am 10. März brach in dem von H. Kollegen Lückenbach bewohnten Hauſe die Maſern— Krankheit aus. Infolge deſſen durfte er die Schule nicht mehr beſuchen. Die von ihm zu erteilenden Stunden konnten nicht völlig von den übrigen Lehrern beſorgt werden.
Zum Schluß bemerke ich, daß ich, der Unterzeichnete, wie aus der vorſtehend mitgeteilten Verfügung, Caſſel 2. Dez. 1895, hervorgeht, mit dem Schluß des laufenden Schuljahres mein Amt niederlegen und in den Ruheſtand treten werde. Im Laufe des Winterſemeſters habe ich dem Kuratorium mein Geſuch um Penſionirung eingereicht und dieſes iſt dann auch mit Genehmigung des Herrn Miniſters vom Königl. Provinzial-⸗Schulkollegium mir bewilligt.
Im Jahre 1874 vom Kuratorium zum Direktor gewählt, trat ich, nachdem ich bereits 23 Jahre an 4 verſchiedenen Gymnaſien(Münſter 1 Jahr, Coesfeld 4 Jahr, Dt.⸗Crone 4 Jahr, Paderborn 14 Jahr) als Lehrer thätig geweſen, im Oktober dieſes Jahres mein Amt an, das ich demnach 21 ½ Jahr verwaltet habe. Ich darf wohl ſagen, daß ich mit beruhigender Zufriedenheit auf dieſen Zeitraum zurückblicke, denn es war mir mit Gottes Gnade vergönnt, gerade in der Zeit fröhlicher Entwickelung der Anſtalt die Direktion zu übernehmen.
Im Jahre 1868 gegründet oder vielmehr neu eröffnet—(das„alte Gymnaſium“, eine frühere kurtrieriſche Stiftung, war im Jahre 1817 von der neuen naſſauiſchen Regierung aufgehoben) — nahm es raſch an Schülerzahl zu. Daher wurde die Anſtalt, die zunächſt als Progymnaſium er⸗ öffnet war, bereits im Jahre 1871 zu einem vollſtändigen Gymnaſium erweitert, das ſeine erſten Abiturienten 1873 entließ. Seit der Zeit ſind im Ganzen 484 Primaner mit dem Zeugnis der Reife entlaſſen, jährlich alſo im Durchſchnit 21. Die durchſchnittliche Zahl der Schüler belief ſich auf 245. Die Geſamtzahl der von 1868 bis Herbſt 1895 aufgenommenen Schüler beläuft ſich auf 1770.—
Von den durch das Kuratorium gewählten Lehrern ſind eine größere Anzahl als Direktoren an andere Anſtalten berufen: Dr. Pähler nach Wiesbaden(jetzt Prov.-⸗Schulrat in Caſſel), Dr. Wirſel nach Oberlahnſtein(jetzt Köln), Dr. Iltgen nach Culm(jetzt Trier), Dr. Neuß nach Aachen(Real— gymnaſium), Prof. Breuer nach Wiesbaden(Realgymnaſium); jetzt wird Prof. Dr. Wahle mein Nachfolger in Montabaur.
Somit ſage ich denn jetzt meinen Herren Kollegen, denen ich für ihre treue und gewiſſen⸗ hafte Mitarbeit gern meinen aufrichtigen Dank abſtatte, meinen Schülern, den früheren ſowohl wie
den gegenwärtigen, ſowie den Herren Mitgliedern des Kuratoriums bei meinem Ausſcheiden ein
herzliches Lebewohl und verbinde damit den Wunſch, daß die Anſtalt weiter blühen und gedeihen und auch fernerhin eine Jugend heranbilden und erziehen möge, aus der wackere und gewiſſenhafte Männer zum Dienſt in Staat und Kirche hervorgehen. Das walte Gott.—


