Jahrgang 
1896
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9. Mathematik. Der binomiſche Lehrſatz für ganze poſitive Exponenten. Der Abſchluß der Stereometrie. Der Koordinatenbegriff und einige Grundlehren von den Kegelſchnitten. Repetitionen und Aufgaben aus allen Gebieten. Focke und Kraß. Heis. 4 St. Prüfungsaufgaben: 1) Das Produkt der Ziffern einer zweiziffrigen Zahl iſt 21, die Zahl 1, die zweiziffrige Zahl und die durch Umkehrung der Ziffern entſtandene Zahl bilden eine arithmetiſche Reihe. Wie heißen die Ziffern der Zahl? 2) Ein Dreieck zu zeichnen aus dem Radius des umbeſchriebenen Kreiſes, einer Seite und der zu einer anderen Seite gehörigen Mittellinie. Gegeben: r, c, ta. 3) Von einem am hohen Punkte aus erſcheint die Spitze eines am Waſſer ſtehenden hohen Gegenſtandes unter einem Elevationswinkel a und ihr Spiegelbild unter einem Depreſſionswinkel. Wie hoch iſt der Gegenſtand? a= 87 m, = 80 47751,= 650 48 38. 4) Der Radius I einer Kugel iſt vom Mittelpunkte aus im Verhältnis m:n geteilt; durch den Teilpunkt iſt ein zum Radius ſenkrechter ebener Schnitt gelegt und über dieſem iſt ein Doppelkegel errichtet, deſſen Spitzen in der Oberfläche der Kugel liegen. Geſucht ſind Oberfläche und Volumen des Doppelkegels, v= 14 cm; m:n= 3:4. Hch. Becker.

10. Phyſik. Akuſtik und Optik. Aufgaben aus den verſchiedenen Gebieten. Koppes Anfangs⸗ gründe der Phyſik. 2 St. Hch. Becker.

uUnterprima. Ordinarius: Prof. Dr. Wahle.

1. Religionslehre. a) Katholiſche: Aus der Kirchengeſchichte: Die Neuzeit; aus der Glaubenslehre: Die Lehre von Gott, der Schöpfung, der Heiligung und Vollenduug. Erklärung von Hymnen und Pſalmen. 2 St. Dr. Kilian. b) Evangeliſche: Komb. mit J. und II. 2 St. Th. Becker.

2. De utſch. Litteraturgeſchichte nach dem Hilfsbuche von Herbſt, insbeſondere Klopſtock und Leſſing. Geleſen wurden: Ausgewählte Oden Klopſtocks und Abſchnitte aus dem Meſſias. Leſſings Laokoon. Gedichte aus Göthes und Schillers Gedankenlyrik. Proſaiſche Leſeſtücke aus Buſchmann. Stiliſtik und Poetik nach Buſchmann. Freie Vorträge; kleinere deutſche Arbeiten und Dispoſitions⸗ übungen. Aufſatzthemata: 1) Weshalb ſetzt Schillers Wallenſtein ein ſo unbegrenztes Vertrauen auf Oktavio Piccolomini? 2) Inwiefern zählt die Schlacht bei Aegospotamoi zu den denkwürdigſten der griechiſchen Geſchichte? 3) Im Leben iſt Vergeſſen nicht die letzte Tugend. 4) Inwiefern er⸗ ſtrahlte die Herrlichkeit des deutſchen Reiches unter Friedrich Barbaroſſa im vollſten Glanze?(Klaſſen⸗ arbeit). 5) Welche Baudenkmäler der jüngſten Zeit zeugen von der Macht des wiedererſtandenen deutſchen Reiches? 6) Mit welchem Recht ſagt Horaz: Aequam memento rebus in arduis Servare mentem? 7) Inwiefern ſpricht Schiller in ſeinem Graf von Habsburg mit Recht von der kaiſerloſen, der ſchrecklichen Zeit? 8) Hochmut kommt vor dem Falle.(Klaſſenarbeit). 2 St. Dr. Wahle. Philoſophiſche Propädeutik komb. mit l.. 1. St. Der Direktor.

3. Latein. Bergers Stiliſtik. 1 St. Geleſen wurden: Horaz Oden lib. I. und II. nebſt einer Auswahl von Satiren und Episteln. Tacitus: Germania. Cicero de imperio Cn. Pompei, pro Ligario, pro rege Deiotaro und eine Auswahl von Briefen. Privatim: Livius. lib. I. Alle vierzehn Tage eine ſchriftliche Überſetzung aus dem Deutſchen ins Lateiniſche, ſowie alle 6 Wochen aus dem Lateiniſchen ins Deutſche. 6. St. Dr. Wahle.

4. Griechiſch. Geleſen wurden ſechs Bücher der Ilias im Urtext, ſowie ſechs weitere in deutſcher Überſetzung. Xenophon: Hellenica lib. I, II, IIl und IV zum Teil, letzteres auch teil weiſe privatim. Thucydides lib. I nach Auswahl. Alle 4 Wochen eine ſchriftliche Ueberſetzung aus