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Streiter, die Leben und Geſundheit für die Rettung und Verherrlichung des Vaterlandes in die Schanze geſchlagen haben; zum Danke endlich gegen die ſtille Armee von Männern und Frauen, die Samariter⸗ dienſte auf den Schlachtfeldern und in den Lazareten verſahen. Er forderte endlich zur Nacheiferung auf, namentlich zur Pflege der ſittlichen Vorzüge, die unſer Heer unüberwindlich gemacht haben, zur Pflege des Geiſtes der Zucht und Ordnung, der Treue und Geviſſenhaftigkeit, des Gehorſams und der willigen Unterordnung, der Wahrhaftigkeit und Frömmigkeit und brachte endlich dem großen Vaterlande, mit allen ſeinen Stämmen, ſeinen Fürſten und Völkern ein dreifaches Hoch aus, in welches die Schüler begeiſtert einſtitmmten. Vom Denkmal wanderten wir hierauf nach den Ausſichtspunkten, der Eremitage, der Roſſel und Zauberhöhle, und kehrten dann über Rüdesheim nach Bingen zurück, wo uns in den gaſtlichen Räumen des Pariſer Hofes ein vorzügliches Mittageſſen erwartete. Nachdem wir noch ein Kegelſpiel daſelbſt gemacht hatten, fuhren wir mit dem letzten Zuge nach Hauſe zurück, wo wir zwar ſehr ermüdet, aber mit ſehr ſchönen und lehrreichen Reiſeeindrücken bereichert abends 9 Uhr eintrafen. An demſelben Tage machten die übrigen Klaſſen unter Begleitung der Lehrer einen Ausflug auf das Lärmfeuer.
Durch Allerhöchſtes Decret vom 11. Dezember wurde Reallehrer Dr. Burger aus Geſundheits⸗ rückſichten mit Wirkung vom 1. Februar 1887 unter Anerkennung ſeiner langjährigen treuen Dienſte penſionirt. Durch Verfügung Großherzoglichen Miniſteriums des Innern und der Juſtiz, Abteilung für Schulangelegenheiten, vom 20. Dezember erhielt er ſchon vom 1. Januar 1887 an aus demſelben Grunde Urlaub. An ſeine Stelle trat durch Verfügung Großherzoglichen Miniſteriums des Innern und der Juſtiz, Abteilung für Schulangelegenheiten, vom 20. Dezember Reallehrer Juſtus Seeger proviſoriſch ein. Derſelbe giebt über ſeinen Lebensgang und ſeine Vorbildung folgendes zu den Acten:
Juſtus Seeger, geboren 3. Januar 1858 zu Pfungſtadt, Sohn des dortigen Okonomen, Herrn Juſtus Seeger, beſuchte die Privatſchule des Herrn Dr. Joël zu Pfungſtadt, abſolvierte dann das Real⸗ gymnaſium zu Darmſtadt, ſtudierte zu Gießen und Freiburg Mathematik, Phyſik und Chemie, machte ſeinen Acceß an dem Realgymnaſium zu Mainz, woſelbſt er zuletzt als Volontär beſchäftigt war.
Er wurde bei Beginn der Schule am 6. Januar 1887 in ſeinen Dienſt eingewieſen.
Durch Allerhöchſtes Decret vom 5. Februar wurde Reallehrer Kromm auf ſein Nachſuchen mit Wirkung vom 1. April 1887 unter Anerkennung ſeiner langjährigen treuen Dienſte in den Ruhe⸗ ſtand verſetzt. Leider wurde er ſchon ſeit dem 21. Februar durch Erkrankung verhindert, ſeinen Dienſt fortzuführen. Zur Aushilfeleiſtung wurde durch Verfügung Großherzoglichen Miniſteriums des Innern und der Juſtiz, Abteilung für Schulangelegenheiten, vom 2. März d. J. der Gymnaſial⸗ und Realſchul⸗ Acceſſiſt Rudolf Diekmann beſtellt, der am 7. März ſeinen Dienſt antrat.
Durch Allerhöchſtes Decret vom 27. Februar wurde Reallehrer Ludwig Falkenhagen mit Wirkung vom 1. April zum Lehrer an der hieſigen Realſchule ernannt. Der Bildungs⸗ und Lebensgang dieſes Lehrers iſt bereits in der Geſchichte der Realſchule, Programm 1884, angegeben worden.
Im Laufe des Schuljahres erhielten wir folgende Geſchenke, für welche wir unſeren wärmſten Dank hiermit ausſprechen: 1. Von Großherzoglichem Miniſterium des Innern und der Juſtiz, Abteilung für Schulangelegenheiten:
Die Jahresberichte der Realgymnaſien zu München, Augsburg, Nürnberg und Würzburg.
2. Von Großherzoglicher Centralſtelle für die Landesſtatiſtik: Mitteilungen der Großherzoglich Heſſiſchen Centralſtelle für die Landesſtatiſtik. Jahrgang 1886.


