Jahrgang 
1886
Einzelbild herunterladen

5*

b) Zu Oſtern und im Laufe des Schuljahres ausgetreten.

Namen Künftiger der Sciler. Klaſſe. Beruf. Bemerkungen.

1. Mayer, Friedrich 1ll Kaufmann Oſtern 1885 ausgetreten.

2. Weyprecht, Karl IV. Gymnaſium Darmſtadt. 3. Schäfer, Guſtav IV. 4 Gymnaſium Darmſtadt. 4. Heß, Louis W.. 7 Gymnaſium Wetzlar.

5. Heß, Ferdinand IV. 4 Gymnaſium Wetzlar.

6. Marx, Hermann ull. Kaufmann

8 daha 1 I Seminar in Bensheim.

. Weiß, Wilhelm a. 3.

9. Weiß, büaindad VII b.. 1 1 1 Wegen Wegzug der Eltern. 10. Held, Chriſtoph 1ll. Kaufmann 5. Juni ausgetreten. 11. Hutmacher, Karl IV. Kaufmann 2. Auguſt ausgetreten.

.99-G

4. Chroniki der Anſtalt.

In der Actusrede 1885 wurden die in der Aufgabe der hieſigen Realſchule liegenden allge⸗ meinen und beſonderen Forderungen eingehend betrachtet. Zu den erſteren rechneten wir insbeſondere die Entwicklung der ſittlich⸗religiöſen Anlagen der Jugend, zu den letzteren aber die Vorbereitung für den Eintritt in eine höhere Bildungsanſtalt, in ein Realgymnaſium oder in ein Gymnaſium, und zeigten nun, daß unſere Schule von jeher beſtrebt war, dieſen Forderungen nach beiden Richtungen hin den Verhältniſſen entſprechend zu genügen.

Freitag den 24. April wurde die vorgeſchriebene ſtaatsärztliche Controle der Schulräume und der Schüler vom Großherzoglichen Kreisgeſundheitsamt Erbach vorgenommen.

Wegen der Hitze wurde der Nachmittagsunterricht am 29. Mai, 5. Juni, 8. Juni, 26. Juni, 29. Juni ausgeſetzt.

Am 25. Juni unternahmen wir mit 128 Schülern aus allen Klaſſen der Realſchule und aus der erſten Abteilung der Vorſchule und acht Lehrern unſeren größeren Sommerausflug. Das Ziel des⸗ ſelben war das durch ſeine reizende Lage, ſowie durch ſeine hiſtoriſchen Erinnerungen merkwürdige Heidelberger Schloß. Wir fuhren bei herrlichem Wetter mit dem erſten Zuge über Eberbach, Hirſchhorn, Neckarſteinach nach Heidelberg, vorüber an den grünen Bergen des Neckarthales, die von hochragenden Burgen und Schlöͤſſern gekrönt find. Die Bahn führt dicht an dem rechten Ufer des Neckars hin, durch⸗ bricht in einer Reihe von Tunneln die an das Ufer tretenden Berge und gewährt ſtets wechſelnde, aber immer anziehende Einblicke in die liebliche Landſchaft. Am Karlsthor ſtiegen wir aus, um ſofort zu dem Ziel unſerer Wanderung aufzuſteigen. Ein ſchattiger Weg führte uns auf der Oſtſeite, dem ehe⸗ maligen Tiergarten, an der hinteren Seite des Otto⸗Heinrich⸗Baues vorüber zu dem durch die Franzoſen 1689 geſprengten dicken Turme, dann durch das Brückenhaus über die Brücke und das innere Thor in den Schloßhof, in welchen eintretend wir links den alten und den Ruprechtsbau, vor uns den Friedrichs⸗ bau, geſchmückt mit den Standbildern pflälziſcher Fürſten, rechts den im beſten Renaiſſanceſtil von dem Baumeiſter Colins aus Mecheln erbauten Otto⸗Heinrichbau, den Ludwigsbau und den daranſtoßenden Brunnen im Schloßhofe erblickten, deſſen Vorhalle von Granitſäulen getragen wird, die einſt den Palaſt Karls des Großen zu Ingelheim geſchmückt haben. Nachdem wir uns einen überſichtlichen Einblick in die Hauptteile des noch in ſeinen Trümmern ſo außerordentlich intereſſanten und wichtigen Bauwerkes verſchafft hatten, betraten wir das Innere, das einige in der nordöſtlichen Seite des Friedrichsbaues notdürftig wiederhergeſtellte Zimmer enthält, die eine ſehr wertvolle Sammlung von Antiquitäten aus der Pfälzer Geſchichte bergen.

2 5