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weiter und weiſt die Nothwendigkeit nach, eine Unterſuchung bei jedem einzelnen Kinde anzuſtellen, ob nicht ein unverhältnißmäßiger Körperbau des Kindes eine Aenderung des Pultes gebietet. Wir ſind von der Richtigkeit ſeiner Ausführungen vollkommen überzeugt; allein wir halten eine Individualiſirung aus mancher⸗ lei Gründen für bedenklich. Vorerſt wird eine koſtbare Zeit, welche dem Lehrer bei ſeinen mannigfaltigen Arbeiten ſo ſpärlich zugemeſſen iſt, auf die halbjährlichen Meſſungen und Umſtellungen der Bänke verwendet werden müſſen, ſodann muß der Lehrer vollſtändig auf einen Platzwechſel nach anderen Rückſichten als nach der Körpergröße verzichten. Fahrner kommt in der Beziehung zu dem Schluß:„Es iſt unendlich zweckmäßiger, in jeder Klaſſe zwei verſchiedene Beſtuhlungen für die größeren und kleineren Schüler zu haben, und dieſe blos alle zwei Jahre zu ändern, als Eine Beſtuhlung für die ganze Klaſſe mit jährlicher Aenderung.“ Allein auch hierdurch hört das Certieren vollſtändig auf. Es ſcheint uns hinreichend, wenn für jede Klaſſe eine nach dem Mittelwerthe der Körpergröße conſtruierte Schulbank hergeſtellt wird. Man kann dabei etwas über oder unter das Mittel greifen, je nachdem die größere Zahl der Schüler einer Klaſſe über oder unter dem Mittel iſt. Der Tiſch beſteht aus einem horizontalen Theil von 3“ Breite, der eine hohlkehlartige Vertiefung zum Einlegen von Schreibmaterial hat, und aus einem etwas geneigten Theile (Neigung ¼ der Breite,) von 12“ Breite. Fahrner. Kunze hat ſeinen Tafeln ſpäter die Neigung von 1: 5 gegeben und empfiehlt neuerdings die Neigung von 1: 4(Schildbach, die Schulbankfrage und die Kunze'ſche Schulbank.) Die Tintenfäſſer ſitzen in einem nach unten etwas enger werdenden Holz⸗ mantel(Verfügung des königl. württemb. Miniſteriums des Kirchen⸗ und Schulweſens betr. eine Inſtruction für die Einrichtung der Subſellien in den Gelehrten⸗, Real⸗ und Volksſchulen) und ſind mit Charnierdeckeln aus Sturzblech oder mit Schiebern zu verſehen. Das Bücherbrett muß ſo angebracht werden, daß noch hin⸗ reichender Raum für das Knie des Schülers bleibt. Es erhält eine geringe Neigung nach vornen(1 Em. Memminger Schulbank.)
Ganz beſonders wichtig iſt endlich die richtige Conſtruktion der Lehne. Daß eine Lehne überhaupt vorhanden ſein müſſe, wird wohl in pädagogiſchen Kreiſen nicht mehr beſtritten. Fahrner ſagt über die Nothwendigkeit der Lehne(das Kind und der Schultiſch, Seite 45): Daß ſtundenlanges Sitzen auf einer Bank ohne Lehne eine anſtrengende Arbeit iſt, weiß Jeder, der es einmal probiert hat. Man ſcheint es aber nie verſucht oder ſofort wieder vergeſſen zu haben, denn ſeit der längſten Zeit fehlen an den Schul⸗ tiſchen die Lehnen, und dennoch muthen wir den Kindern zu, 2— 4 Stunden in anſtändiger Stellung auf dieſen zu verweilen, während ſie zugleich geiſtig beſchäftigt ſind, und wir rügen jede Aenderung der Stellung, durch welche das Kind Erleichterung ſucht, ohne Weiteres als Faulheit oder Unart. Wahrhaftig man kann die Sorgloſigkeit und Ungerechtigkeit gegen die Kinder faſt nicht weiter treiben und ſoll ſich nur nicht da⸗ rüber wundern, daß die Kinder eine beſtändige Neigung ſich vorzubeugen aus der Schule bringen; iſt doch der vor ihnen ſtehende Tiſch der einzige Stützpunkt, welcher ihnen zur Erleichterung geſtattet iſt.— Bedarf aber das Kind zeitweiſe einer ſolchen Unterſtützung, ſo iſt es unendlich beſſer, ihm dieſe von hinten zu geben als von vornen; im erſten Falle nämlich bleibt der Oberkörper gerade und die Bruſt kann ſich unge⸗ hindert ausdehnen, während beim Stützen auf den Tiſch die Bruſt beſtändig zuſammengedrückt und der Rücken gekrümmt iſt. Deßhalb heben alle neueren Schriftſteller die Nothwendigkeit einer Rückenlehne einſtimmig hervor, während ältere Stimmen aus der Schule dieſelbe als Pflegerin der Unachtſamkeit von vornherein verdammen.
Nachdem die Nothwendigkeit einer Lehne uüͤberhaupt erkannt war, fragte es ſich, welche Form der⸗ ſelben zu geben iſt. Mit großer Sorgloſigkeit erledigÄte man an den meiſten Orten dieſe Frage. Man rückte das folgende Subſellium an das vorhergehende heran, und die Lehne war fertig. Abgeſehen davon, daß eine derartige Lehne eine Quelle neuer Störungen wurde, indem die Schüler des einen Subſelliums diejenigen des folgenden beim Anlehnen ſtörten und ſich dabei oft genug die Kleider an den Tintenfäſſern beſchmutzten, leiſtete auch eine derartige Lehne,] ſelbſt wenn ſie etwas rückwärts geneigt war, für die nor⸗ male Entwicklung des Körpers gar nichts. Nicht daß eine Lehne vorhanden iſt, war Hauptſache, ſondern daß die Lehne richtig conſtruiert ſei. Fahrnerfordertſvon der Lehne 1. daß ſie den ſchwächſten Theil des Kör⸗ pers ſtütze, 2. daß das Kind ſie während des größten Theiles der Unterrichtszeit, womöglich ſogar beim Schreiben benutzen könne, und Hermann Meyer ſpricht ſich in Virchow's Archiv, 1867, Band XXXVIII in einem Artikel„die Mechanik des Sitzens, ferner in dem bereits oben erwähnten Werkchen„die richtige


