Jahrgang 
1875
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daß die Ausdehnung des Bruſtkaſtens und des Unterleibes beim Athmen nicht beeinträchtigt wird;

. daß die größeren Nervenſtämme in ihrem Verlaufe nicht gedrückt werden;

. daß die im jugendlichen Körper der Unterſtützung im hohen Grade bedürfende Wirbelſäule dieſe in zweckmäßiger Weiſe findet;

. daß die verſchiedenen Hantierungen auf dem Schultiſche(Schreiben, Tafelrechnen, Zeichnen) ſo erfolgen können, daß Verbiegungen und Verkrümmungen am Körper, beſonders an der Wir⸗ belſänle und den mit dieſer direct und indirect zuſammenhängenden Theilen ſich nicht herausbilden;

7. daß die auf dem Schultiſche befindlichen Sehobjecte ſich in richtiger Entfernung von den Augen

des Schülers(richtige Sehweite) beſinden. 3 2

Mit Beachtung dieſer ärztlichen Forderungen ergeben ſich hieraus folgende Principien für die verſchiedenen Haltungen des Schülers:

1. Die richtige Schreibhaltung:

Die Oberſchenkel liegen vollſtändig auf, die Unterſchenkel ſind ſenkrecht abwärts gerichtet, der ganze Fuß ſteht auf, die Unterarme liegen faſt ganz auf dem Tiſch, der Oberkörper iſt parallel mit der Tiſch⸗ kante, der Rücken ſtützt ſich im Kreuz an die Lehne, der Nacken bückt ſich ganz leicht abwärts, damit die Augen abwärts blicken können.

2. Die richtige Sitzhaltung:

Die Oberſchenkel liegen wiederum vollſtändig auf, die Unterſchenkel ſind ſenkrecht abwärts gerich⸗ tet, der ganze Fuß ſteht auf, der Rücken lehnt ſich im Kreuz leicht an, der Oberkörper trägt ſich frei durch die Kraft der Lendenwirbel; bei Crmüdung ſtemmen ſich die Ellenbogen leicht auf die Kreuzlehne, der⸗ Rücken lehnt ſich zuweilen in der Höhe der Schulterblätter an die höhere Rückenlehne, der Kopf iſt auf und rückwärts gelegt, das Auge weitaus auf den Lehrer gerichtet.

3. Die richtige Stehhaltung:

Beide Füße ſtehen ganz auf, die Kniee ſind geſtreckt, der Oberkörper ſteht ſenkrecht über den Bei⸗ nen, oder etwas nach rückwärts geneigt, ſo daß die Bruſt heraustritt, die Queraxe des Körpers iſt parallel mit der vorderen Tiſchkante, der Kopf iſt etwas zurückgeworfen, die Arme liegen leicht an der Seite, oder ſind mit den Händen auf den Tiſch geſtützt.

Dieſe Principien müſſen ſowohl bei der Conſtruction der Schulbänke, als auch bei den verſchiedenen Haltungen der Schüler ſorgfältig beachtet werden.

Die Diſtanz muß demnach 0, oder negativ ſein. Zugleich muß durch Verſchiebung oder Umklap⸗ pung der Tiſch⸗, oder Sitzplatte dafür geſorgt ſein, daß dieſe Diſtanz in eine poſitive verwandelt werde, oder es muß durch ein⸗ oder zweiſitzige Subſellien dem Schüler ein ſeitlicher Austritt ermöglicht werden, oder endlich, der Einzel⸗ oder gemeinſame Sitz iſt ganz von dem Tiſch getrennt und iſt je nach Bedürfniß in eine größere oder kleinere Entfernung zu bringen. Gegen die Verſchiebung oder Umklappung der Tiſch⸗ oder Sitzplatte müſſen wir uns ſchon aus pädagogiſchen Gründen entſchieden ausſprechen, da hierdurch eine Quelle von Storungen entſteht, die auch bei der ſtrengſten Disciplin nicht zu verſtopfen iſt. Dazu kommt, daß derartige Subſellien ſchon bei der Anſchaffung ſehr theuer ſind und bei ihrer künſtlichen Conſtruction eine Menge koſtſpieliger Reparaturen erfordern. Aehnliche Gründe laſſen ſich für die vollſtändig getrennten Sitze geltend machen. Am wenigſten geeignet erſcheint uns die getrennte Sitzbank, da alle auf der Bank ſitzenden Schüler aufſtehen müſſen, wenn die Bank nach dem Bedürfniß der verſchiedenen Haltungen gerückt werden ſoll. Aus dieſen Gründen müſſen wir uns für die zweiſitzigen Subſellien ausſprechen, da ſie unter allen die verſchiedenen Haltungen des Schülers am leichteſt enermöglichen und auch noch andere, höchſt beachtens werthe Vortheilebieten, wie ſchon oben angegeben wurde.

Weiter müſſen Sitztiefe,(Höhe des Tiſches über der Bank,) und Sitzhöhe(Höhe der Bank über dem Tritt⸗ brett) der Größe des Schülers entſprechen. Fahrner gibt für die Sitztiefe(Differenz) etwa der Kör⸗ perlänge, genauer 1: 7,57 bis 1: 8,3; Schildbach empfiehlt 16 19% der Körperlänge und eine Steigerung bei den höheren Klaſſen, weil hier die Sehweite häufig eine kürzere iſt; für die Sitzhöhe weni⸗ ger als ½ und mehr als ¼, etwa der Körperlänge. Buchner verlangt dabei für jedes Kind das ſeiner Größe entſprechende Pult und eine Meſſung dieſer Größe von Halb zu Halbjahr, ja er geht noch

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