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haltung in eine Plusdiſtanz der Stehhaltung zu verwandeln ſucht, wenn man nicht verrückbare Einzelſitze vorzieht.(Klencke, Schul⸗Däätetik.)
Die oben angeführten Uebel, welche hauptſächlich aus dem Beſtreben hervorgiengen, die Subſellien mit feſten Theilen zur Schreib⸗ und Stehhaltung einzurichten, wurden noch vermehrt durch den Umſtand, daß man auf die Ruhe⸗ oder eigentliche Sitzhaltung, ſowie auf das Alter der Schüler gar keine Rückſicht nahm. Die früheren Subſellien hatten entweder gar keine Rücklehne, oder eine ſehr fehlerhaft conſtruierte Lehne, manchmal bildete das folgende Subſellium die Lehne für das vorhergehende. Das Trittbrett fehlte entweder gänzlich, oder war ſo niedrig, daß der Fuß des Schülers es nicht erreichen konnte, die Höhe des Tiſches über der Bank, die ſogenannte Differenz, war in der Regel zu groß. Der letztere Umſtand mußte namentlich in der Schreibhaltung dieſe Uebel vermehren und eine anormale Entwicklung des Schülers ver⸗ anlaſſen, während die fehlende, oder mangelhafte Rücklehne, das zu tief liegende Trittbrett den ermüdeten Körpertheilen nicht den rechten Ruhepunkt gewähren konnten. Man erkennt hieraus deutlich, daß die Löſung der Schulbankfrage nur durch eine genaue Verſtändigung zwiſchen dem Pädagogen und dem orthopädiſchen Arzte zu einem befriedigenden Reſultate geführt werden kann.
In einem äußerſt intereſſanten Werkchen,„die richtige Geſtalt des menſchlichen Körpers in ihrer Erhaltung und Ausbildung für das allgemeine Verſtändniß dargeſtellt,“ Stuttgart, 1874, hat Meyer in den Abſchnitten„die aufrechte Haltung des Menſchen, die Rückenverkrümmung und die Schulbank“, nach⸗ gewieſen, daß nur durch eine den anatomiſchen Verhältniſſen entſprechende Haltung des jugendlichen Körpers dieſe richtige Geſtalt des Menſchen bewahrt werden könne. Die aufrechte Haltung des Menſchen, dieſes charaktriſtiſche Kennzeichen des Menſchen vor dem Thiere, beruht aber nach ſeiner Darſtellung darauf, daß die Wirbelſäule eine Biegung nach hinten zeigt, ſo daß die Convexität derſelben nach vornen gerichtet iſt. An dieſer Biegung nimmt indeß nicht die ganze Wirbelſäule Theil, ſondern nur der dem Becken zunächſt gelegene Abſchnitt, welcher die Grundlage der Lendengegend bildet;— in der Bruſtgegend iſt die Krüm⸗ mung mit der Konkavität nach vornen auch in der menſchlichen Wirbelſäule noch zu erkennen;— in der Halsgegend dagegen iſt die wegen der habituellen aufrechten Haltung des Kopfes erforderliche Konvexität nach vornen wieder ſehr beſtimmt ausgeſprochen. Die menſchliche Wirbelſäule beſitzt alſo in ihrer charakte⸗ riſtiſchen aufrechten Haltung eine dreifache Krümmung;— in der Hals⸗ und Lendengegend ſieht die Kon⸗ vexität nach vornen, in der dazwiſchen gelegenen Bruſtgegend nach hinten. Der Kopf wird von der Sförmigen Feder des Hals⸗ und des Bruſttheiles der Wirbelſäule getragen, und der ganze Apparat ruht auf der federnd gekrümmten, viel ſiärkeren Lendenwirbelſäule. Meyer weiſt nun überzeugend nach, wie eine fehlerhalte Haltung des Schülers namentlich in der Schreib; und Ruhehaltung zu bleibenden Ver⸗ unſtaltungen des Körpers führen müſſe. Als Gründe hierfür gibt er namentlich folgende an:
1. Das Sitzen mit ſchiefgeſtelltem Becken kommt häufig vor.
2. Das Arbeiten mit höher gehobener Schulter iſt ſehr gewöhnlich.
3. Das. Hahneigen des Kopfes bis zum Auflegen auf den linken Arm beim Schreiben iſt ſehr
gebräuchlich.
4. Mehrere Stunden andauerndes Stillſitzen erzeugt eine Ermüdung, die ein Zuſammenſinken
hervorbringt und ſeitliche Verkrümmungen erzeugt.
Unter Hinweis auf die Fahrner'ſche Schrift„das Kind und der Schultiſch“ verlangt er eine Verminderung der Diſtanz und Differenz und eine ſorgfältige Beachtung der Lehne. Er hält die Fahrner'ſche Lehne, welche nur bis in die Lendengegend geht und ein Rückbiegen des Rückens und ein Aufſtützen des Ellenbogens ermöglicht, für die beſte. Hohe Lehnen empfiehlt er wenigſtens ſo einzurichten, daß vor allem ein Rückwärtslehnen in der Lendengegend und ein Auſſtützen der Ellenbogen ermöglicht wird. Der obere Theil der Lehne kann dann die rückwärts geworfenen Theile der Wirbelſäule ſtützen.
Im Allgemeinen ſtellt nun der Arzt an die Schulbank folgende Anforderungen(Niederrheiniſcher Verein für öffentliche Geſundheitspflege): Der Körper des Schuͤlers muß eine derartige Stellung auf der Schulbank einnehmen, 1. daß dieſelbe ein ſicher unterſtütztes, in Ruhe befindliches Sitzen darſtellt; 2. daß die Cireulation des Blutes, ſowohl in den Höhlen des Körpers(Kopf, Bruſt, Unterleib) als auch in den Gliedern(Arm, Bein) ohne eine Stockung vor ſich gehen kann;


