Jahrgang 
1874
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mitten unter den Zerſtreuungen des Lebens, mitten unter den anſtrengenden Arbeiten ſeines Berufes kehrt er zu den Beſtrebungen ſeiner Jugend zurück und findet da Erholung und neue Kraft für ſeinen Beruf. O! werehrte Eltern, rauben Sie durch unnütze Zerſtreuungen und unzeitige Vergnügen ihren Kindern nicht dieſe Ein⸗ und Rückkehr in die Heimat ihrer Jugenderinnerungen und Beſtrebungen, ſorgen Sie ſelbſt durch Gewöhnung Ihrer Kinder an Enthaltſamkeit, Einfachheit und Bedürfnißloſigkeit, daß Ihre Kinder zu den lauteren Quellen der Wiſſenſchaft und Weisheit geführt werden können, aus welchen mehr oder weniger all die tüchtigen und braven Menſchen der Vor⸗ unö Mitwelt getrunken haben, die ein wahrhaft glückliches und zufriedenes Leben führten. Dieſe Sorgen werden Ihre Kinder Ihnen vielleicht nicht jetzt, aber ganz gewiß ſpäter danken, wenn ſie ſelbſt zu Jünglingen und Männern herangereift ſind. 9dnHd. Weiter habe ich diejenigen Schüler, welche ſich im abgelaufenen Schuljahre durch fortgeſetzten Fleiß, tüchtige Leiſtungen und ein gutes Betragen die volle Zufriedenheit ihrer Lehrer erworben haben, nach Be⸗ ſchluß der Lehrerkonferenz zu beloben. 20 1bl udnu udnnd imn. Namenverleſung. 119 pun 125) ah m af Ihr habet die edlen Freuden, welche in gewiſſenhafter Pflichterfüllung, in der Anwendung aller Kräfte, im pünktlichen Gehorſam liegen, bereits empfunden. Darum dürfen wir zuverſichtlich hoffen, daß ihr nicht nur während eurer ferneren Schulzeit, ſondern auch in euerem ſpäteren Leben an dieſen Freuden den höchſten Genuß finden und immer wieder zu den Quellen dieſer Freuden, an welchen zunehmende Er⸗ kenntniß, innere Zufriedenheit und Seelenruhe lohnt, zurückkehren werdet. Hierzu ſoll euch die Auszeichnung vor euren Eltern und Geſchwiſtern, vor euren Lehrern und Mitſchülern, ſowie vor dieſer großen Verſamm⸗ lung dienen. uImet ebnnffä 12d llſchilp d 1 199 Endlich habe ich noch der Schüler zu gedenken, welche heute die Schule verlaſſen, um demnächſt in ihren Lebensberuf einzutreten. Vor Allem rufe ich Euch zu: Uebet in jeder Richtung das, was ihr in der Schule gelernt habt. Wahre Gottesfurcht, die in dienender Liebe gegen die Brüder ſich am beſten kund gibt, Zucht und Gehorſam gegen euere Eltern und Vorgeſetzten, Fleiß und Strebſamkeit in euerem Bernfe, welches er auch ſei,, das ſind die Früchte, an welchen wir euch als ehemalige Realſchüler erkennen wollen, denn zu ſolchen Früchten haben wir hier den Samen gelegt. Betrachtet das Leben nie anders als eine Fortſetzung der Schule, eine Fortſetzung, durch die ihr nun zeiget, daß ihr aus freiem An⸗ trieb jene Tugenden üben könnet, zu denen ihr hier angehalten wurdet. Sodann aber möchte ich euch, liebe Schüler, in dieſer Scheideſtunde dazu ermahnen, oft in Gedanken in euere Schule zurückzukehren, eure ſchönſten Erinnerungen in den hier gepflegten Fertigkeiten und Kenntniſſen zu ſuchen. Wo ihr auch der⸗ einſt eueren Wanderſtab auf der Lebensreiſe niederlegt, werdet ihr immer wieder auf den hier gelegten Grundlagen als den ſicherſten Fundamenten eures Lebensglückes fortbauen können, wenn ihr auf der Wan⸗ derſchaft ſelbſt die Erinnerung an eurere Schule ſtets feſtgehalten und den Grundſätzen derſelben ſtets

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treu nachgelebet habt.

e. Jahresbericht über die mit der Realſchule verbundene

Ackerbauſchule.

Darſtellung der Lehrgegenſtände im Einzelnen.

Landwirthſchaft, 8 Stunden wöchentlich, bei Herrn Oekonom Büchner vom Roßbacher Hofe. Nach Beſtimmung des Curatoriums ſollte der landwirthſchaftliche Unterricht im Winter 1873/4 hauptſäch⸗ lich Bodenbearbeitung und Düngung umfaſſen. Zur wiſſenſchaftlichen Begründung dieſer beiden Hauptab⸗ ſchnitte des Ackerbaues wurde kurz das Wichtigſte aus der Bodenkunde vorausgeſchickt, nämlich: Entſtehung und mineralogiſche Beſchaffenheit des Bodens; die äußere oder phyſikaliſche Beſchaffenheit des Bodens; die innere oder chemiſche Beſchaffenheit des Bodens; die natürliche und künſtliche Veränderung des Bodens. Bodenbearbeitung und Düngung wurde wie folgt durchgenommen: 3 It