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Betrieb verſchiedener Gewerbe im Schullokal. Unter demſelben iſt nämlich ein Bier⸗ und Fleiſchkeller, über demſelben ſind verſchiedene Frucht- und Wolleſpeicher. An manchen Tagen iſt das Geräuſch, hervorgebracht durch das Hämmern der Kuͤfer in den Kellern an den Kühlſchiffen, ſowie an den Fäſſern im Hofe, durch das Anfahren großer Fuhrwerke, das Auf⸗ und Abladen von Frucht und Wolle ſo betäubend, daß der Unterricht nur mit der größten Anſtrengung ertheilt werden kann.
Eine weitere ſehr wichtige Forderung an Schulgebäude iſt das Vorhandenſein der erforderlichen Anzahl und der richtigen Lage der Aborte. Daß dieſe je nach Umſtänden außerordentlich zur Verſchlechte⸗ rung der Luft und dadurch nachtheilig auf den Geſundheitszuſtand der Schüler einwirken können, bedarf nach den vorſtehenden Erläuterungen kaum einer weiteren Betrachtung. Wir wollen nur bemerken, daß ge⸗ rade die bei der Fäulniß und Verweſung organiſcher Subſtanzen ſich bildenden Gaſe, Ammoniak und Schwefel⸗ waſſerſtoffgas, wenn ſie in die Schulräume eindringen, ſchon durch ihren widerlichen Geruch genugſam ſich als Gifte für den lebenden Organismus, insbeſondere für das zarte Kindesalter erweiſen. Freilich hat der Menſch auch in der Beziehung eine merkwürdige Accommodationsfähigkeit, es werden die Geruchsnerven vielmehr nach und nach abgeſtumpft; allein die nachtheilige Wirkung äußert ſich dennoch und erzeugt dumpfes Eingenommenſein des Kopfes, Unluſt zur Arbeit und allgemeines Unwohlſein. Bricht nun aber eine Epi⸗ demie aus, ſo werden ſolche Stätten die Mittelpunkte anſteckender Krankheiten. Es ſollte daher den Ab⸗ orten an Schulen die allergrößte Sorgfalt zugewendet werden. Für jede Klaſſe iſt mindeſtens Ein Abtritt. erforderlich, für das Lehrerperſonal ebenfalls ein Abtritt, außerdem iſt ein Piſſoir für die Schüler anzu⸗ bringen. Wir müßten alſo hier mindeſtens 6 Abtritte und ein Piſſoir haben. Ferner ſollten dieſe Vor⸗ richtungen außerhalb der Schule im Hofe ſich befinden, jedoch auch bei ſchlechter Witterung trocknen Fußes zu erreichen ſen. Wir haben hier für 140— 150 Menſchen 2 Abtritte, kein Piſſoir, und dieſe Abtritte liegen mitten im Schulraum. Zwar haben wir durch einen Umbau derſelben vor 2 Jahren etwas mehr Licht und Luft denſelben zugeführt; allein noch immer äußert die Lage derſelben, nament⸗ lich da bei wachſender Frequenz der Schule ihre Zahl zu gering iſt, die nachtheiligſten Wirkungen auf die benachbarten Schulzimmer, die fortwährend mit übelriechenden Dünſten angefüllt ſind.— — Wir erlauben uns bei der Wichtigkeit dieſes Gegenſtandes einige Stellen der bezüglichen Literatur hier aufzuführen.
Das Gutachten des ärztlichen Vereins in Frankfurt a/M. ſagt in dem Artikel Abtritte und Piſſoirs:
„Dieſe für ein Schulhaus in größerer Anzahl nothwendigen Anſtalten dürfen nicht in dem⸗ ſelben ſelbſt liegen, vielmehr ſoll dafür in einem beſonderen, mit der Schule durch einen bedeckten Gang verbundenen Bau geſorgt ſein. In dieſem befinden ſich außer einem für jede Klaſſe beſtimmten Abtritte mehrere für die Lehrer. Getrennt hiervon ſeien die in hinreichender Zahl anzulegenden Piſſoirs.“ Der Aufſatz„Luft und Bewegung“ im Programm des Gymnaſiums zu Darmſtadt 1867 ſagt hierüber:
„Wir deuten ferner noch eine Quelle der gefährlichſten Miasmen an, nämlich die Anlage der Aborte. Dieſe Anſtalten befinden ſich bei uns trotz der Cholerafurcht zum Theil noch in dem primitioſten, roheſten Zuſtande und häufig in nächſter Nähe des Schulhauſes.“
Kleiber, Gelegentliche Gedanken über Schulbauten und die Einrichtung von Schulzimmern ſagt:
„Wo es möglich iſt, ſollten die Abtritte nicht unmittelbar neben den Unterrichtsräumen, ſondern in einiger Entfernung vom Schulhaus liegen. Es müßte in dieſem Falle dafür geſorgt werden, daß die Schüler an den Bedürfnißort gelangen können, ohne ſich dem Einfluß der Witterung auszuſetzen, was ſich durch einen bedeckten Gang erreichen ließe.“
Ein drittes Erforderniß von der größten Wichtigkeit für alle Schulen iſt eine bedeckte Turnhalle in oder bei der Schule mit den erforderlichen Geräthen. Unſerer Zeit und beſonders dem deutſchen Volke war es vorbehalten, in dem Schulturnen wie es nach Baſedow, Salzmann, Gutsmuths, Jahn, Spieß u. A. gefordert wird, das helleniſche Bildungsideal der hormoniſchen Entwicklung aller Anlagen und Kräfte des Menſchen zur Geltung zu bringen. Durch dasſelbe ſoll der einſeitigen Vergeiſtigung auf Koſten der körper⸗ lichen Entwicklung des Kindes begegnet werden, der natürliche Trieb deſſelben zu körperlichen Uebungen, der ſich im Laufen und Springen, Hüpfen, Drehen und Wenden von ſelbſt in der Iugend äußert, die rechte Richtung und ein humanes Ziel gegeben werden, ſodaß die Uebung und Kräftigung aller Muskellagen er⸗ reicht und unter geiſtige und ſitiliche Geſichtspunkte geſtellt werde. Man wird einſehen, daß dieß nicht
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