Jahrgang 
1866
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5) Jahresbericht

über die mit der Realſchule verbundene

Ackerbauſchule.

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(Proviſoriſcher Lehrer der Landwirthſchaft: Herr Oekonom Guſtav Büchner.)

Der Winter⸗Curſus der Ackerbauſchule nahm mit dem 1. November v. J. ſeinen Anfang und gieng mit dem 24. März d. J., an welchem Tage eine öffentliche Prüfung ſtattfand, zu Ende.

Die Jünglinge, welche ſich an dem vorerwähnten Winter⸗Curſus betheiligten, empfiengen Unterricht:

1) in der Landwirthſchaft, 8 Stunden wöchentlich, bei Herrn Büchner;

2) im deutſchen Styl, 3 Stunden wöchentlich, bei Herrn Reallehrer Kromm; 3) im Rechnen, 2 Stunden wöchentlich, bei Herrn Reallehrer Litt;

4) in der Geometrie, 1 Stunde wöchentlich, bei Herrn Reallehrer Kromm; 5) im Schönſchreiben, 2 Stunden wöchentlich, bei Herrn Reallehrer Litt.

Das von dem Lehrer der Landwirthſchaft mit den Ackerbauſchülern durchgearbeitete Gebiet umfaßte folgende Gegenſtände:

a) allgemeinen Pflanzenbau, mit Einſchluß der Lehre von der Bodenentwäſſerung durch Drainage; b) ſpeciellen Pflanzenbau, mit Einſchluß des Wieſen⸗ und Obſtbaues;

c) allgemeine Productionslehre;

d) ſpecielle Thierproductionslehre;

e) landwirthſchaftliche Betriebslehre;

f) landwirthſchaftliche Buchführung.

Für den Unterricht in der Landwirthſchaft war Müller's Lehrgang der praktiſchen Land⸗

wirthſchaft zu Grunde gelegt. Als Hilfsmittel dienten theils Modelle, theils verſchiedene Sammlungen, theils Abbildungen. Um den Zöglingen des Inſtitutes einen eben ſo erwünſchten wie lehrreichen Einblick in die praktiſche Geſtaltung der Oekonomie zu gewähren, und um das Verſtändniß der Lehrſätze über Feldbeſtellung und Wieſenbau, über Viehzucht, erprobte Maſchinen und verbeſſerte Ackergeräthe zu erleichtern und zu befeſti⸗ gen, beſuchte der Lehrer mit ſeinen Schülern verſchiedene rationell bewirthſchaftete Güter in der Nähe Michel⸗ tadt's. 1 In den für Stylübungen beſtimmten Stunden wurde die Anfertigung von Geſchäftsaufſätzen (Empfang⸗, Aufbewahrungs⸗, Schuld⸗, Bürgſchafts⸗ und Abtretungsſcheinen, Reverſen, Quittungen, Zeug⸗ niſſen, Rechnungen und leichteren Briefen) betrieben und die Einrichtung eines Haushaltungsbuches gelehrt. Im Rechnen ſnchte der Lehrer die Zöglinge zum klaren Verſtändniß der einfachen und zuſammengeſetzten Regel de tri nach der Einheitsmethode, ferner der Zins⸗, Geſellſchafts⸗ und Rabattrechnung, ſowie endlich der Berechnung der Flächen zu fördern und denſelben die nöthige Fertigkeit in der Löſung von Aufgaben aus dem bürgerlichen Leben beizubringen. Bei der Behandlung des Schreibunterrichts wurde darauf geſehen, daß die Schüler ſich eine gefällige Geſchäftshand aneigneten.

Auf vorſtehenden überſichtlichen Jahresbericht laſſen wir ein alphabetiſches Namensverzeichniß der Jüng⸗ linge folgen, die während des mehrgedachten Winter⸗Curſes in der Ackerbauſchule Unterricht genoſſen haben.

Ackerbauſchüler im Winter 1865166.

1. Müller, Ludwig aus Zell im Kreis Erbach⸗ 16 Jahre alt. 2. Lang, Jakob Michelſtadt im Kreis Erbach, 15, 3. Kredel, Leonhard Langen⸗Brombach, F. S., im Kreis Erbach, 16 e 4. Arras, JohannesKirch⸗Beerfurth im Kreis Lindenfels, 21 5. Löw, Adam Langen⸗Brombach, Br. S., im Kreis Neuſtadt, 19 6. Fornoff, Peter Langen⸗Brombach, F. S., im Kreis Erbach, 23

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