21 Truppen, als der König von dort ſich entfernt hatte. Sein Sohn Eberhard wurde unter König Heinrich VII., dem Luxemburger, gleichfalls Landvogt in der Wetterau. Derſelbe war mit der Gräfin Mechtilde von Waldeck, einer Enkelin Heinrichs des Kindes, des erſten Landgrafen von Heſſen, vermählt. Doch hinterließ er keinen Sohn, ſondern nur zwei Töchter, Eliſabeth und Luckarte, und da ſein Oheim Arrocs von Breuberyg ebenfalls nur zwei Töchter, Kunitza und Mechtilde, hinterließ, ſo ſtarb der Breuberger Mannesſtamm mit ihnen aus und die Herrſchaft Breuberg kam durch dieſe Töchter an andere Häuſer.
Die zwei letzten Breuberger, Arroes und ſein Brudersſohn Eberhard, ſtarben beide in den zwan⸗ ziger Jahren des 14. Jahrhunderts. Konrad von Trimperg heirathete eine Tochter Arroes' und wurde mit der einen Hälfte von Breuberg belehnt. Die älteſte Tochter Eberhard's, Eliſabeth, brachte ihrem Ge⸗ mahl Rudolf von Wertheim 4 der Herrſchaft Breuberg zu, das andere ½ wechſelte im Beſitz derer von Weinsberg und Eppenſtein und blieb endlich bei den Letzteren. Später, 1336 und 1341, kam die Herr⸗ ſchaft durch Kauf zu ¾ an Wertheim; Eppenſtein behielt ſein urſprünglich ererbtes ½¼ an Schloß und Herr⸗ ſchaft Breuberg. Im 15. Jahrhunderte kam der Eppenſteiniſche Antheil der Herrſchaft Breuberg an Erbach. Doch blieb Erbach nicht ſehr lange im Beſitze dieſes Antheils an Breuberg. Denn im J. 1497 verkauften die Schenken Eberhard XIII. und ſein Bruder Georg II. an den Grafen Michael II. von Wert⸗ heim ihren Antheil am Schloſſe Breuberg mit Allem, was dazu gehörte. So war nun die ganze Herrſchaft Breuberg im Beſitze der Grafen von Wertheim und blieb denſelben bis zu dem im J. 1556 erfolgten Aus⸗ ſterben des Wertheimiſchen Mannesſtammes. Im Jahre 1556, wo der letzte Sprößling des uralten Wert⸗ heimiſchen Hauſes, der junge Graf Michael III., ſtarb„ fiel vertragsmäßig die Hälfte der Herrſchaft Breu⸗ berg an Erbach, die andere Hälfte den anderen Wertheimiſchen Erben anheim. 8 nnd
Da nunmehr von verſchiedenen Seiten Anſprüche an die hinterlaſſenen Güter der Grafen don Wertheim erhoben wurden, ſo machte jetzt der Graf Ludwig von Stolberg⸗Königſtein, der ſowohl ein Erbe von Trimperg, als von Eppenſtein war, von ſeinem, von dieſen Häuſern ererbten Wiedereinlöſungsrechte der⸗ jenigen Theile der Herrſchaft Breuberg Gebrauch, welche im 14. und 15. Jahrhunderte von dieſen Häuſern mit dem Vorbehalte des Wiederkaufs verkauft worden waren. Er forderte alſo nicht bloß die Wiedereinlöſung des Eppenſteiniſchen Viertels, ſondern auch der vormals Trimpergiſchen Hälfte und geſtand den Grafen von Erbach nur das Wertheimiſche Viertel zu. Da jedoch Erbach als Miterbe von Wert⸗ heim nicht bloß an der Wiedereinlöſungsſumme Antheil hatte, ſondern auch auf Entſchädigung für die be⸗ deutenden Baukoſten, welche Graf Michael II. an das Schloß Breuberg gewendet, ſo wie an die, ſeit lange her durch Kauf u. ſ. w. erworbenen Allodialgüter der Grafen von Wertheim in der Herrſchaft Breuberg er⸗ hob, ſo verglich man ſich endlich im Jahr 1563 dahin, daß der Graf von Stolberg die Hälfte der Herr⸗ ſchaft Breuberg gegen Erlegung der Wiederkaufsſumme, Erbach aber die andere Hälfte empfangen, und zwar ſo, daß beide Häuſer ſämmtliche Nutzungen und Gefälle gemeinſchaftlich beſitzen ſollten.
Von dem Grafen Ludwig zu Stolberg⸗Königſtein kam nun ſeine Hälfte der Herrſchaft Breuberg an ſeine drei Töchter, von welchen die eine an den Grafen Ludwig zu Löwenſtein, die andere an den Grafen Wilhelm von Eberſtein und die dritte an den Grafen Dietrich von Manderſcheid verheirathet war, von welchen jede ½ der Herrſchaft von ihm erhielt. Von den Häuſern Eberſtein und Manderſcheid er⸗ warb aber die reſp. Antheile nach und nach der Graf von Löwenſtein durch Kauf und Vertrag, ſo daß zu Anfang des 17. Jahrhunderts die ganze Stolbergiſche Hälfte an Breuberg, wie noch jetzt, in Löwenſtei⸗ niſchen, die andere Hälfte in Erbachiſchen Händen war.
Der Erbachiſche Antheil an Breuberg blieb bei Lebzeiten der drei gräflichen Brüder, Georgs I., Eber⸗ hards II. und Valentins, im gemeinſchaftlichen Beſitze derſelben bis zu ihrem Tode. Bei der Theilung der Grafſchaft Erbach unter die 4 Söhne des Grafen Georg II. zu Anfang des 17. Jahrhunderts erhielt Graf Johann Caſimir als ſeinen Antheil die Erbachiſche Hälfte am Breuberg nebſt dem Amte Wilddenſtein. Nach ſeinem kinderloſen Tode ward die Herrſchaft Breuberg gemeinſchaftliches Beſitzthum der beiden ihn über⸗ lebenden Brüder, des Grafen Ludwig, der den Beinamen des„Ritters“ führte, und Georg Albrechts I.; doch ſtand ſie vorzugsweiſe unter der Obhut des Grafen Georg Albrecht. Bei der letzten Erbachiſchen Theilung im J. 1747 unter die drei Söhne des Grafen Georg Albrecht III. erhielt der jüngſte Graf Georg Auguſt, der Stifter der jetzigen Linie Erb ach⸗Schönberg, den Erbachiſchen Antheil an der Herrſchaft Breuberg zu ſeinen andern Beſitzungen und iſt daher derſelbe gegenwärtig im Beſitze dieſes Hauſes.“ 3
Ernſt und bedeutungsvoll ſtand das ſtattliche Baudenkmal, welches den Gipfel des Breubergs krönt, vor den Wanderern und konnte, näher betrachtet, eines tiefen, unauslöſchlichen Eindrucks auf dieſelben nicht verfehlen. Zwei altersgraue Thore führten uns durch die Ringmauern in die vorderen und hinteren Hofräume der epheubekränzten Burg. Hier feſſelten die Höhe und Stärke der Mauern, in welche da und dort die allgewaltige Zeit Furchen zu reißen verſucht hat, die Breite und Tiefe der Gräben, in denen blütendoldige


