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welche unter Mitwirkung der alles Gute und Gemeinnützige ſo gern fördernden Herrſchaft die zur Dotation der Anſtalt nöthigen Mittel beſitzt und bereitwillig ge⸗ währt, den Vorzug verdient, kann doch wohl nicht beſtritten werden. Aber näher betrachtet, iſt doch auch die Weite des Wegs kein abſolutes Hinderniß, das von Benutzung der Schule abhalten ſollte; es kommen zwar allerdings einzelne Tage vor, an denen das elterliche Auge voll Mitleid und Beſorgniß dem auswandernden Sohne nachblickt, und es gehört wirklich ſo viel Eifer, Muth und Thatkraft, wie wir ſie unſern Erbacher Schülern zur Ehre nachrühmen müſſen, dazu, um auch beim ſchlechteſten Wetter nie einen Tag zu Haus zu bleiben: aber im Allgemeinen iſt doch der halbſtündige Weg eine Erfriſchung und Stärkung nach der vielſtündigen Geiſtesgymnaſtik, und die Erfahrung zeigt es ja, daß die Geſundheit durch lägliche und regelmäßige Bewegung im Freien, ſelbſt beim ſchlimmſten Wetter, nicht ab⸗, ſondern zunimmt. Wir haben von jeher Schüler gehabt, die theilweiſe noch wei⸗ tere und viel ſchlechtere Wege zur Schule gehen mußten, als unſer Erbacher Con⸗ tingent, und ich wüßte auch keinen einzigen zu nennen, dem es etwas geſchadet hätte; ja es ſind gerade aus ſolchen Touriſten unſere kräftigſten und blühendſten Zöglinge hervorgegangen. So kann ich es denn nur in unſerm beiderſeitigen Intereſſe ebenſowohl als Gegenſtand meiner Freude, wie auch als meinen aufrich⸗ tigſten Wunſch bezeichnen, daß auch fernerhin unſere Anſtalt von Erbach aus ſo eifrig benutzt und ſo zahlreich beſucht werden möge, als in dem letzten Jahre. Dürften wir mit einiger Sicherheit hierauf rechnen, ſo ließen ſich dann auch leicht Enrichtungen treffen, die dem einzigen Mangel, der unſere Schule jetzt noch drückt und den öffentlich auszuſprechen ich mich gar nicht ſcheue, nämlich einem fühlbaren Mangel an Lehrkräften, hinreichende Abhülfe gewähren würden. Hoffen wir denn, daß das von denjenigen Erbacher Eltern, die uns in den letzten Jahren ihre Söhne anvertraut haben, gegebene Beiſpiel auch fernerhin Nachahmung finden und daß auch in der angeregten Beziehung die Zukunft Beſſerung bringen möge. Wenn der Odenwald ſeine Kräfte zuſammenhält, kann er Viel leiſten; ſeine größte Gefahr liegt immer in Zerſplitterung der nach allen Richtungen hin vorhandenen tüchtigen Elemente.—
Und nun erlaube ich mir noch einige allgemeine Punkte zu berühren, bezüglich welcher ein Handinhandgehen der Eltern mit der Schule höchſt wünſchenswerth. iſt. Im Privatverkehr mit den einzelnen Eltern ſind dieſelben zwar ſchon öfters berührt worden, noch niemals aber habe ich mir erlaubt, dieſelben öffentlich zur Sprache zu bringen, obgleich ſie auf das innere Leben der Schule ſowohl, wie auf den Nutzen, den die einzelnen Schüler aus ihr ziehen, von großem Einfluß ſind.
Der erſte Punkt, den ich erwähnen möchte, iſt die Zeit des Eintritts in die Schule. Unſere Schule iſt in der Art eingerichtet, daß ſie ihre Schüler nach vol⸗ lendetem 10., ja bei beſonders guten Anlagen ſchon nach erreichtem 9. Lebensjahr aufnimmt, und nur bei denjenigen Knaben, die in dieſen Jahren wirklich ihren Curſus bei uns beginnen, können wir, ſofern anders das erforderliche Talent vor⸗ handen iſt, die Garantie übernehmen, daß ſie auch ſicher das Ziel erreichen, das die Schule in Ausſicht ſtellt. Noch immer aber ſchieben viele Eltern den Entſchluß, ihre Söhne der Schule zu übergeben, allzu lange hinaus; theils Unentſchiedenheit darüber, welchem Beruf ſie dieſelben einſtens widmen wollen, theils die Meinung, in ſo zartem Alter käme es noch nicht ſo ſehr darauf an, was und wo gelernt
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