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Die früher viel zerſprochene Stelle des 10. Cap.: Dispecta est et Thule etc. iſt im Grunde in Ordnung, ſeitdem die Lesart des Vatic. hactenus iussum, am frü⸗ heſten von Hrn. Wex in mündlicher Mittheilung, richtig erklärt iſt. Nur iſt freilich mit einer Kleinigkeit nachzuhelfen; denn unmöglich kann der Satz für richtig gelten: Dispecta est et Thule, quam— hactenus iussum— et hiems appetebat, in dem durch das Relativum quam der Satz hactenus iussum an hiems appetebat geknüpft wird, da es doch zu dispecta est gehört. Die Nachbeſſerung iſt ſehr einfach, wenn man ſich erinnert, daß qm die Verkürzung für quando iſt, eben ſo häufig, wie für quam, und zwar, was hier wichtig iſt, im Floren⸗ tiner Tacitus faſt immer. Alſo: Dispecta est et Thule, quando hactenus iussum; et hiems appetebat:„Auch ſahe man nebelhaft in der Ferne Thule, da nur bis ſo weit, nach dieſer ſagenhaften Inſel umzuſchauen, der Befehl des wiſſenſchaftlich gebildeten, aber militäriſch ge⸗ bundenen Agricola ging; überdem nahten die Winterſtürme, und verhinderten alſo den Feld⸗ herrn, die merkwürdige Entdeckung näher in's Auge zu faſſen.“
Zur Authentie der Anabaſis.
Die umfaſſendſte und gründlichſte Unterſuchung über die Authentie der Anabaſis iſt bekanntlich von Krüger*) in einer kleinen Abhandlung geliefert worden. Dieſelbe beſchränkt ſich nicht allein darauf, die bereits von Usher, Dodwell u. A. vorgebrachten Zweifel und Gründe zu prüfen, ſondern ſie liefert auch ſelbſt noch eine zumbafte Anzahl von Bedenken, deren Widerlegung jedoch, ſoweit überall in ſolchen Dingen ein Beweis zu führen iſt, ſo voll⸗ ſtändig gelungen erſcheint, daß ein Streit über die Hauptfrage ſelbſt kaum noch möglich iſt, wie denn auch, ſoweit mir bekannt, nach dem Erſcheinen der genannten Krüger'ſchen Schrift Niemand es unternommen hat, jenes Werk dem KXenophon abzuſprechen.
Liegt es ſchon im Allgemeinen in der Natur der Sache, daß bei der Frage über die Aechtheit claſſiſcher Schriften vorzugsweiſe, ja faſt ausſchließlich nach innern Gründen ent⸗ ſchieden werden muß, ſo trifft das bei dieſem Werke um ſo mehr zu, da Xenophon in ſeinen Hellenika(III. 1, 2.) die Autorſchaft von ſich abgelehnt und einem ſonſt nirgends im Alter⸗ thum erwähnten Syrakuſier Themiſtogenes zugewieſen hat. Der Uuterſuchung iſt demnach theils eine negative, theils eine poſitive Aufgabe geſtellt: ſie hat die Gründe zu widerlegen, welche gegen Xenophon als Verfaſſer zu reden ſcheinen, und die Umſtände geltend zu machen, welche dahin drängen, in der Hauptperſon des ganzen Werkes, deren Reden allein den ſechſten Theil der ganzen Anabaſis ausmachen, auch deſſen Verfaſſer zu erkennen. Jedem dieſer Theile
*) De authentia et integritate Anabascos Xenephonteae. Disseruit D. Carolus Guil. Hrüger. Hal. Sax. 1824.
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