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ſtimmten 3000 Reiter ſind alſo verbraucht! d. h., worauf ich nachdrücklichſt zurückverweiſen muß, nach den unverfänglichſten Worten des Schriftſtellers ſelbſt, unſres einzigen Zeugen für das Factum, aus dem Felde geſchlagen. Denn hätten ſie, wie man willkührlich fälſcht, die Covinarier geſchlagen; hätten ſie in Folge dieſes Sieges wirklich den Flügel gegen Agricola's Willen verlaſſen und gegen das Fußvolk, wo ſie nichts nutzten, gekämpft, warum wurden nicht jetzt wenigſtens dieſe ſiegreichen 3000 Reiter gegen den überflügelnden Feind geführt, ſondern ſtatt ihrer die vier, für Nothfälle geſparten, Reitergeſchwader? Ich denke, ich habe den Beweis geliefert, daß mit Beibehaltung der handſchriftlichen Lesart der ganze Schlacht⸗ verlauf zuſammenhängend und klar, durch die willkührliche Verwandlung einer Reiterniederlage in einen Reiterſieg alles unzuſammenhängend und widerſprechend wird, und daß wir alſo aus allen Gründen an der Textesüberlieferung feſtzuhalten haben.
Ein Bedenkeu jedoch könnte gegen die Stelle erhoben werden, das wahrſcheinlich, weil es unklar gefühlt ward, zu den von mir abgewieſenen, willkührlichen Abänderungen ver⸗ leitet hat, nämlich die ſcheinbar ſo ſehr obenhin berührte Niederlage der römiſchen Reiterei, die doch ein gar bedeutendes Ereigniß der Schlacht iſt. Aber geſetzt ich gäbe das zu, ſo würde daraus nur die Annahme folgen, daß ein dies Ereigniß uns näher rückender Satztheil ausgefallen wäre; etwa ſo: Interim prorumpentium curruum strepitu conterritæ equitum turmæ fugere;(das Auge des Abſchreibers wäre vielleicht von interim gleich über das ähnliche conterritae weggeglitten;) nicht aber die Berechtigung das Factum ſelbſt in ſein Gegentheil abzuändern. Indeß dergleichen Bedenken über das, was ein Schriftſteller und wie er es zu berichten hat, gehen meiſtens von ſo ſubjectiven Bedürfniſſen aus, daß der Kritiker von ſeinem objectiven Standpunkt aus höchſtens die Möglichkeit eines ſolchen Schadens nachweiſen darf. Wir wiſſen, wie weit dieſe Art des Emendirens im vorigen Jahrhundert die Wort⸗ kritik von dem wiſſenſchaftlichen Grunde in das Gebiet des willkührlichſten Conjekturenſpieles geriſſen hat. Ich ſelbſt muß im gegenwärtigen Falle die Nothwendigkeit eines näher beſtim⸗ menden Zuſatzes zu dem was überliefert iſt, leugnen. Es iſt nämlich eigenthümlich, daß Ta⸗ citus, ſo gern und lebhaft er Schlachten beſchreibt, doch faſt in allen dieſen Beſchreibungen unklar, und nach unſerm Bedürfniß lückenhaft iſt; ſo in den Schlachten bei Bedriacum, in den Feldzügen des Germanicus gegen die Germanen an mehr als einer Stelle. Aehnlich haben wir auch in gegenwärtiger Beſchreibung ſchon oben bemerkt, wie die Thätigkeit der Covinarier zu Anfang der Schlacht im Dunkeln bleibt. Eine andre Unklarheit will ich hier noch bemerken. Die römiſche Reiterei an den Flügeln iſt von ihnen geſchlagen. Nun ſollte man nichts natürlicher finden, als daß ſie den feindlichen Cohorten in die Seite und den Rücken gefallen wären. Sie verſuchen aber, wie die Beſchreibung des Tacitus uns anzu⸗ nehmen jedenfalls zwingt, den Ihrigen zur Seite, von oben herab, was ihnen mißlingen muß, die aufdringenden Cohorten zurückzuwerfen; erſt die oberſten Reihen des Fußvolks ſteigen, um die Römer zu überflügeln, von den Höhen herab. Wer kann ſich das nach uns geläufigen Vorſtellungen deutlich machen oder wahrſcheinlich finden? Bedenken wir dagegen damals herr⸗ ſchende Gewohnheiten der Britten, die auch den Römern ſchon im Cireus und Amphitheater oft vorgeführt waren, ſo ſtellt ſich alles anders. Denn wohl ohne Frage waren die ſchottiſchen
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