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den Kampf des Fußvolks. Und zwar, wie man ſieht, nicht vereinzelt, ſondern in Maſſen; denn, mitten im ſiegreichen Vordringen der Cohorten, recentem terrorem intulerant. Das thut aber kein zerſprengtes Reiterheer. Dennoch hat man mit gänzlicher Verkehrung der Worte und des Zuſammenhangs die römiſchen Reiter hier eingeführt. Allein von ihnen hätte ſchon Tacitus nicht die leicht beſeitigende Redeform gebraucht: et recentem terrorem intulerant. Eben ſo wunderlich wäre für die Römer der Grund des mißlungenen Angriffs: die Feinde ſtanden ihnen zu dicht! Aber freilich wär' ein Reiterangriff in dieſem Zeitpunkte der Schlacht verfrüht geweſen: densis hostium agminibus haerebant, kann nur heißen: weil das dichte Gedräng ihrer eignen Leute ihren, der Covinarier, Angriff hemmte. Ferner iſt gar nicht denkbar, daß Agricola überhaupt ſeine Reiterei gebraucht haben ſollte, die Feinde im Centrum anzugreifen. Denn einerſeits iſt nach Tacitus ausdrücklicher Angabe die Oertlichkeit für ein Reitergefecht nicht paſſend; alſo würd' es der Feldherr, zumal jetzt, nicht veranlaßt haben. Andrerſeits war ihre Verwendung gegen das Centrum geradezu gegen Agricolas Schlachtplan geweſen. Denn er hatte ja ſogar, um nicht überflügelt zu werden, das Fußvolk übermäßig gedehnt,(diductis ordinibus, quamquam porrectior acies futura erat, et arcessendas plerique legiones admonebant) und dann die Flügel mit Rei⸗ terei geſchirmt. Da durfte er ſie, wie Cap. 37. beweiſt, auf keinen Fall wegnehmen, um ſie dahin zu führen, wo ſie nach Oertlichkeit und Zeit nichts ausrichten konnten. Mehr aber als alles beweiſt die Gegenwart der Covinarier die Begründung des Mißlingens ihres Angriffs durch den Schriftſteller ſelbſt in allen ihren Theilen, die ganz allgemeine locorum inæqualitas ausgenommen. Von den densis hostium agminibus iſt ſchon geſprochen. Ferner die Worte: equorum corporibus impellebantur können nur von der Wucht der Pferde (natürlich auch des Wagens; man gedenke des Homeriſchen 2 ros hier und überall) verſtanden werden. Alſo, die Lenker wurden wider Willen nach Unten hinabgedrängt. Das gilt aber nur von den Covinariern im Angriff gegen die emporklimmenden Cohorten, durch welche die Wucht der Wagen ſie erfolglos hinabriß. Die römiſchen Reiter hätten den Berg hinan ge⸗ ſpornt; wie aber dabei ein equorum corporibus impelli denkbar ſei, wird Niemand begreifen. Ein dritter Beweis iſt uns durch die Abſchreiber in den verderbten Worten cum egre diu aut stante halb verdunkelt; allein nach dem Bisherigen kann ich wenigſtens nicht an der Richtigkeit der Emendation, ich meine, Walchs, zweifeln, cum ægre in elivo stantes; was wiederum den gegen das Hinabgleiten kaum zu ſichernden Halt richtig für die Covinarier bezeichnet; dieſer feſte Standpunkt wird gefährdet theils durch die Wucht der hin⸗ abgleitenden Pferde, theils durch das Anrennen der exterriti sine rectoribus equi und der vagi currus, die uns endlich und zuletzt wieder die Covinarier unabweislich zuführen. Der letzte, aber nicht der ſchwächſte Beweis endlich für die Flucht der römiſchen Reiter wird uns im 37. Cap. gegeben. Dort nämlich ereignet ſich was Agricola von Anfang befürchtet hatte: die bis dahin unthätigen Feinde auf der Höhe verſuchen den Hügel herab⸗ ſteigend ſeinen Truppen in die Seite und den Rücken zu fallen. Und was nimmt er da⸗ gegen für Maßregeln? quatuor equitum alas, ad subita belli retentas(aber die Ueber⸗ flügelung an ſich war ja vom Feldherrn vorhergeſehn!) venientibus opposuit. Die dazu be⸗


