Jahrgang 
1850
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oder weniger bewußten Willen entziehen, wie das Wachſen der Zähne und Haare, das Empor⸗ ſträuben der letztern im Schrecken, ja ſelbſt das Erſtarren der Glieder im Tode noch der Selbſtthätigkeit des Geſchöpfes beizulegen, und auch darnach perſönlich⸗active Ausdrücke zu wählen pflegen. Man erinnere ſich des 660rogvey und Freoo*evsy in Plato's Phädr. b. 250 ff. und Ariſtoph. Vögeln V. 105. rd Xeiμένσα ππά‿ννια dονεεα IIreoogovet xe αααάνςι ετeoa uosen: oder in den Fröſchen V. 418.: Aoxcd-νμον, 3 Lrrérhe ν ꝓναν σστoοαV. Und ähnlich verhält es ſich mit dem Ausdruck bei Soph. Oed Col. 1623.: ꝓꝓναα ν εεᷣαρνα ν⁹ς Joο⁵iεν röv, dore πëνταςιϑας œrijjoαι ρα deigœæνras eai‿νς roiςαας wie bei Euripid. Hel. 788.: rrναη dα⁴§ϑ˙νi εοσσονς&dεiαs dverrreαυνα.

Beſonders wirkſam tritt dieſer Gebrauch in dem Bericht von den letzten Augenblicken des Sokrates in Plato's Phädon hervor: Tœëra 29 G6εmν ον ανετον 0νd Eril deoivo, à*³*νν Ʒi-rον τρνον dιααααν εακαν⁹νm τεᷣ α 5 νρσρσeσαοο εᷣ́αᷣαααννεεν οσυτeν,* Ʒ rA öaara korGy. Es iſt nicht zu verkennen, daß etwas Ergreifendes in dieſem Ausdrucke liegt, der die perſönliche Selbſtbeſtimmung des menſchlichon Lebens bis zu ihrem letzten Moment begleitet: er hatte ſeine Augen ſtille ſtehen heißen!

Werfen wir auf die mitgetheilten Bemerkungen, welche der wohlwollenden Beachtung und Prüfung der Freunde der griechiſchen Sprache freundlich empfohlen ſein mögen, noch einmal einen zuſammenfaſſenden Rückblick, ſo ſcheint mir die Erwartung, mit welcher wir dieſe Betrachtung unternommen haben, vollſtändig erfüllt. Man wird es nicht aus einem zufälli⸗ gen Zuſammentreffen erklären wollen, ſondern einen tief in dem ſprachbildenden Geiſte wur⸗ zelnden Trieb darin erkennen, wenn zahlreiche Erſcheinungen des griechiſchen Idioms, und namentlich ſolche, welche man wegen ihrer Abweichung von dem Gebrauch anderer Sprachen Gräcismen zu nennen pflegt, den gemeinſamen Charakter an ſich tragen, daß ſie die Verhält⸗ niſſe der Dinge ſo ausdrücken, wie ſie ſich dem lebhaft zudringenden Blicke darſtellen, wie ſie gegenwärtig ſind und wirken, nicht wie ſie ſich entwickelt haben und geworden ſind. Fragen wir nach der Wirkung, welche dieſe vorherrſchende Ausdrucksweiſe auf Hörer und Leſer hervorbringt, ſo ſcheint es mir unzweifelhaft, daß jene Friſche und Unmittelbarkeit, die die augenblickliche Geſtaltung des Gedankens zu ergreifen verſteht, jene Anſchaulichkeit und Lebendigkeit, durch welche wir uns oft ſo unwiderſtehlich angezogen fühlen, zum großen Theil ihren Grund in dieſer glücklichen Anlage der Sprache ſelbſt haben. Wer unter den Griechen hat dieſe Gabe ſeiner Sprache am ſchönſten zu benutzen verſtanden? wer in ihr die