Jahrgang 
1850
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merklich, zahlreiche Beziehungen des Gedankens, welche wir in unperſönlicher Weiſe aus⸗ zudrücken pflegen, in perſönlicher Haltung auftreten zu laſſen. Auf dem großen Gebiete jeder Art des individuellen Urtheils über irgend einen Gegenſtand von der flüchtig aufgefaß⸗ ten Meinung bis zu der auf innern Gründen ruhenden Ueberzeugung(doxers, œεανεσαασι, œνέναεονον oeélvνœ, oεεραάια, ixbò lvlι²·, ſodann in dem weiten Bereiche alles deſſen, was im Leben recht und billig, ſchicklich und natürlich iſt(dixxον elv, 2oixeyt in dieſem andern Sinne), ferner in der Bezeichnung der verſchiedenſten Modificationen einer Handlung nach Anfang und Ende, Zeitdauer und Beſchleunigung, Zuſammentreffen mit andern Ereig⸗ niſſen(doxοσσια, παν˙ϑασ, diαuενν ρφ̈eνε ν, zvy ¹*) pflegen wir durch einen reichen Schatz neutraler Verba(es ſcheint, iſt wahrſcheinlich, klar, es ergibt ſich, iſt recht, paſſend, natürlich, es trifft ſich, ereignet ſich früher oder ſpäter, u. ſ. w. u. ſ. w.) die Ab⸗ ſtufungen dieſer verſchiedenen Verhältniſſe auszudrücken. Bekanntlich herrſcht aber grade hier im Griechiſchen im weiteſten Umfang der Gebrauch perſönlicher Verbalformen, welche oft mit den Infinitiven oder Participien andrer Verba wechſelnde Verbindungen eingehen: d. h. der griechiſche Ausdruck ordnet ſich nicht, wie der unſrige, einer vorausgeſchickten allgemeinen Maaßbeſtimmung unter, ſondern die Perſon oder der Gegenſtand, von dem die Rede iſt, läßt in der Regel das auszuſprechende Verhältniß als von ſich ausgehend und abhängig er⸗ ſcheinen. Ein einfaches Beiſpiel genügt zur Erläuterung: zuxh d9ναοκντι ο†αρera 0sGæ(Plat. Phaed. p. 107.); nicht wie wir es anſehen: es erhellt aus der Erwägung aller Gründe und Beweiſe, daß die Seele unſterblich iſt; ſondern: an der Seele haftet die Klarheit, welche ſich uns über ihr Weſen und ihre Eigenſchaften kund gibt. Odros raοσν ειμοια ονωρμά ον το diæꝝœs ord οαεασααυα, ſagt Solon bei Herod. 1, 32. nicht wie wir: es iſt recht und billig, daß dieſer den Namen des Glücklichen führt; ſondern: er ſelbſt iſt gerecht, d. i. befugt, dieſen Namen zu tragen.

Es iſt nicht zu verkennen, daß zwiſchen dieſer und der vorhin entwickelten Ausdrucks⸗ weiſe eine Verwandtſchaft vorhanden iſt, allein auch der weſentliche Unterſchied iſt zu beachten: daß, während im erſten Falle das ſubjective Verhalten des Redenden den beſtimmenden Ein⸗ fluß auf die Form der Rede übt, im zweiten das Hervortreten derjenigen Perſönlichkeit, von welcher die Rede iſt, den eigenthümlichen Charakter des Ausdrucks bedingt. Das Vor⸗ recht des Perſönlichen iſt es, was in beiden Fällen entſchieden gewahrt wird, dort des Redenden ſelbſt, hier des durch den Zuſammenhang eingeführten Subjects. Wie ſehr dieſes Streben überall dem innerſten Weſen des griechiſchen Geiſtes natürlich iſt, das beweiſen na⸗ mentlich auch noch zwei andere Wendungen der Sprache, die von dieſem Geſichtspunkte aus betrachtet offenbar mit der eben erwähnten in Beziehung ſtehen: ich meine erſtens den be⸗ kannten Gebrauch, daß die Naturerſcheinungen des Wetters im Regen, Blitz, Donner u. ſ. w. urſprünglich, nicht wie bei uns dem Walten einer dunkeln, namenloſen Macht(es regnetu.ſ. w.. ſondern der Perſonifteation der obern Luft, dem Zeus zugeſchrieben werden(5 Zede beu⸗ S00vrN, doτοαmναε), was wiederum mit der geſammten Auffaſſung und Darſtellung des Naturlebens in der griechiſchen Mythologie zuſammenhaͤngt; und zweitens den andern, daß die Griechen die Vorgänge im menſchlichen und thieriſchen Leben, welche ſich dem mehr

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