Jahrgang 
1872
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II. Verfügungen der Behörden.

1) Verfügung des Kgl. Prov.-Schulcollegiums vom 2. October 1871 erinnert:Das Turnen gehört zu den obligatorischen Unterrichtsgegenständen und es ist daher nicht zulässig, dass einzelne Schüler ohne aus Gesundheitsrücksichten oder sonstigen zurei- chenden Gründen vorschriftsmässig dispensirt zu sein, die Turnstunde nicht besuchen.

2) Verfügung vom 4. Novbr. 1871 weist zufolge Erlass des Herrn Minister der geistl. etc. Angelegenheiten an, dass hinfort die Aufnahme von Schülern von Beibring- ung eines Attestes über die stattgehabte Impfung resp. Revaccination abhängig zu machen sei.

3) Verfügung vom 17. Januar 1872 empfiehlt zur Erzielung einer Uebereinstim- mung hinsichtlich der deutschen Orthographie das von dem Vereine der Berli- ner Gymnasial- und Realschullehrer herausgegebene SchriftschenRegeln und Wörter- verzeichniss für die deutsche Orthographie zum Schulgebrauch(Berlin 1871, 2 ½ Sgr.)

nebst den zur Begründung dienendenErläuterungen über deutsche Orthographie (Berlin 1871).

III. Jahreschronik.

Am 26. April 1871 Aufnahmeprüfung.

Am folgenden Tage wurde das Schuljahr in herkömmlicher Weise eröffnet und bei dieser Gelegenheit der Lehrer Heinrich Metzen dem Collegium und den Schü- lern vorgestellt. Nachmittags fand die Aufnahme von 18 Schülern in die Vorberei- tungsklasse statt, die mit diesem Tage der Anstalt angefügt wurde.

Vom 27. Mai bis 5. Juni Pfingstferien.

Drei festliche Tage, die dem neuerstandenen deutschen Reich gehören und unse- rer Jugend unvergesslich bleiben sollen, haben wir in dem verflossenen Jahre zu ver- zeichnen: am 18. Juni feierten wir das Siegesdankfest, das Fest uuserer ruhmvoll gewahrten Selbstständigkeit nach aussen und des nicht minder glorreichen Sieges über innere Zwietracht, ein wahres Fest des Friedens; am 8. Juli hatte Limburg die Freude, das Wetazlarer Jägerbataillon, das aus Frankreich heimkehrte, festlich zu empfangen; am 6. August veranstaltete die Stadt zu Ehren ihrer heimgekehrten Krieger auf dem Schafsberge ein Volksfest, an dem mit der übrigen Bevölkerung auch die städtischen Schulen theil nahmen.