zahl unter seiner Leitung stetig gewachsen, so stieg sie nunmehr rasch auf die stattliche Zahl von 350, und die Schule überflügelte damit qie Nachbaranstalten. Nicht nur die Kgl. Unterrichtsver- waltung erkannte dankbar die Verdienste des Leiters durch Allerhöchste Verleihung der Insignien des roten Adlerordens IV. Klasse an, auch in der Bürgerschaft bekundete sich die wachsende Sympathie für Limburgs höhere Schule durch Zuwendung namhafter Beträge seitens edelmütiger Geber zu den von Direktor Klau begründeten Schulfonds und dem Unterstüf⸗ungs- und Orgelfonds. Der erstere. 1900 begründet, hat jetzt die IIöhe von 6441.20 Mk. erreicht. Ihm fliessen die jähr- lichen Ceberschüsse aus dem Prlös für die Eintrittskarten zu den populär-wissenschaftlichen Vor- trügen zu. Auch diese, von Herrn Direktor Klau ins Leben gerufen, haben sich von Jahr zu Jahr steigender Beliebtheit erfreut. Dem hochverdienten Direktor und anregenden Lehrer wurden dann auch bei seinem Scheiden von Limburg mancherlei Ehrungen zu teil. Das Lehrerkollegium mit den Damen hatte sich am 21. August zu einer Fahrt an den Rhein vereinigt, um noch einmal mit einander einige frohe Stunden zu verleben, am Rhein, der auf Herrn Direktor seit seiner frühesten Jugend eine besondere Anziehungskraft ausübte. Bei einem Abschiedsessen am 27. August zu Lhren des Scheidenden feierte Herr Bürgermeister Haerten dessen Verdienste. Am Abend desselben Tages bprachten ihm chemalige und die gegenwärtigen Schüler einen glänzenden Fackelzug, eine Ovation, die Hierrn Provinzialschulrat eine besondere Fraude bereitete. Dienstag den 30. August entliess er seine letzten Abiturienten des Limburger Gymnasiums und verabschiedete sich alsdann von der Schule; leicht Wurde ihm dieser Abschied nicht. Möge Herr P'rovinzialschulrat Klau auch in seinem neuen Amte eine segensreiche Tätigkeit zum Wohle der Jugend und zum Besten des Vaterlandes entfalten. Seine Verdienste aber um Limburgs höhere Schule werden unvergessen bleiben.
Der Unterzeichnete wurde bis auf weiteres vom Kęl. Provinzialschulkollegium mit der Ver- schung der direktorialen Geschäfte betraut. Für den Monat üeemder wurde der Probekandidat Weber als Hlilfslehrer und fürs Winterhalbjahr Dr. Schott in gleicher Eigenschaft der Anstalt über- wiesen.
An Ferienkursen nahmen teil:
Professor Michel vom 17. bis 25. Mai an dem archäologischen Ferienkursus in Bonn und Trier. Oberlehrer Dr. Schnabel vom 3. bis 15. Oktober an dem naturwissenschaftlichen Ferienkursus in Frankfurt a. M., Professor Dr. Jöris, die wissensch. Hilfslehrer Müller und Dr. Heintz an dem Oberlehrerferienkursus in Marburg.
2. Besichtigungen und Präfungen.
Am 5. April beechrte der Wirkliche Geheime Oberregierungsrat Dr. Matthias, vortragender Riat im Kultusministerium, die Anstalt mit seinem Besuche. Am 19. Dezember besuchte Herr Ober- und Geheimer Regierungsrat Dr. Pachler den Unterricht mehrerer Lehrer in verschiedenen Klassen.
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Im Herbsttermin unterzogen sich 3 Schüler der Oberprima der Reifeprüfung. Die schrift- liche Prüfung fand am 19., 20., 22., 23. und 24. August, die mündliche Prüfung am 29. August unter dem Vorsitz des Ober- und Geheimer Regierungsrat Dr. Paehler statt.
Zur Reifeprüfung zu Ostern hatten sich 16 Schüler der Oberprima gemeldet. Die schrift- liche Prüfung fand am 10., 11., 13., 14. und 15. Februar statt. Die mündliche Prüfung wurde am 11. Mirz 1911 unter dem Vorsitz des Herrn Ober- und Geheimer Regierungsrat Dr. Pachler und am 13. März unter dem Vorsitz des Unterzeichneten, der zum Vertreter des Königlichen Kommissars ernannt war, abgehalten.
Simtliche Prüflinge bestanden die Prüfung.
Die Schlußprüfung des Realprogymnasiums bestanden im Herbst 3, im Ostertermin 11 Schüler.


