3. Ferien und schulfreie Tage.
Die Ferien waren für das abgelaufene Schuljahr wie folgt festgesetzt:
1) Pfingstferien vom 13. Mai bis 27. Mai.
2) Sommerferien vom 15. Juli bis 16. August.
3) Michaelisferien vom 1. bis 13. Oktober.
4) Weihnachtsferien vom 21. Dezember bis 4. Januar.
Am 6. und 7. Juni fiel der Nachmittagsunterricht wegen der Hitze aus.
Am 15. Juli fiel nach der Gedenkfcier der Königin Luise der Unterricht aus. Am 2. Sep- tember war wegen des Sedantages schulfrei. Am 28. Februar 1911 wurde wegen der Fastnacht der Nachmittagsunterricht ausgesetzt.
4. Schulfeste der öffentlichen Veranstaltungen der Schule.
Das neue Biatänn wurde am 5. April um Shr durch Gottesdienst für die Katholiken in der Ilospitalkirche. um 8 ½ Uhr durch eine Andacht für die Protestanten in der Aula begonnen. Nach einer rin mskeien uin der Aula begann der Unterricht. Tags vorher hatte die Aufnahme- prüfung stattgefunden.
Am 15. Juli wurde durch eine Schulfeier in der Aula des 100jährigen Todestages der Königin Luise gedacht. Professor Louis wies in einer Rede auf die Bedeutung des Tages hin. Der Unterprimaner Vogel schilderte die Flucht der Kenen von Berlin nach Memel. Die vorge- tragenen Gedichte und Lieder waren der Bedeutung des Tages entsprechend ausgewählt
Den Sedantag feierte die Schule diesmal durch eine Fahrt der ganzen Solule an den Rhein. Ein Schülersonderzug, den uns die Königliche Eisenbahndirektion zu Frankfurt(Main) be— willigt hatte, brachte Lehrer und Schüler. denen sich auch einige Eltern angeschlossen hatten, ohne Umsteigen über Coblenz nach Andernach. Unter Vorantritt der Prommler und Pfeifer des Gym- nasiums ging es dann durch Andernach hinauf auf die Krahnenburg, von wo sich rheinauf- wie rheinabwärts ein herrlicher Ausblick eröffnet. Zunächst machte die Schule einen gemeinsamer Spaziergang durch den nahen Wald und hatte dabei Gelegenheit, das großartige Naturschauspiel des Namedver Sprudels zu bewundern. Auf der Krahnenburg selbst wies Herr wissenschaftl. Hilfslehrer Müller in schwungvollen Worten auf die Bedeutung des Tages hin. Ilierauf wurden von den einzelnen Klassen und von dem Gymnasialturnverein Turnspiele veranstaltet. Der Sonder- zug prachte uns gegen 10 Uhr abends wieder wohlbehalten nach Limburg zurück.
Am Vorabend des Geburtstages Sr. Majestät führte die Schule, unter Vorantritt einer Musikkapelle, wie in früheren Jahren cinen Fackelzug durch die Strassen der Stadt aus. Auf dem Neumarkt, wo der Zug endete, brachte der Unterzeichnete das Kaiserhoch aus.
Am Geburtstag selbst war um 11 Uhr Festaktus in der festlich geschmückten Aula. Die vorgetragenen Gedichte waren meist mit Bezug auf die 40jährige Wiederkehr des Krieges von 1870/71 ausgewählt. Die Festrede des Herrn Oberlehrers Dr. Schnabel pehandelte eingehend die Wiedergeburt Preussens.
Im Anschluss an den Aktus, der sich auch diesmal eines zahlreichen Besuches zu erfreuen hatte, nahm der Unterzeichnete die Verteilung des von Sr. Majestät gestifteten Preises vor. Es war dies das Bohrt'sche Werk:„Deutsche Schiffahrt in Wort und Bild“. Dasselbe erhielt nach Konferenzbeschluss der Obertertianer Diefenbach.
Der Gebarts- und Todestage der Kaiser Wilhelm I. und Priedrich wurde in herkömmlicher Weise in den einzelnen Klassen gedacht.
Auch in diesem Jahre wurde wieder eine ſeihe populär-wissenschaftlicher Vorträge in der Aula des Gymnasiums gehalten. Es sprachen am 6. Mär⸗ Herr Kgl. Archivar Dr. Domarus aus Wiesbaden über:„Das Christliche Rom, von den Teatawonber bis Pius X.“, am 13. März Herr Privatdozent der Rechte Dr. Lehmann aus Bonn über:„Die Rechtsstellung der Frau“é, am 20. Mär-


