50 Jahren. Bei dem Feſtkommers am 20. Auguſt, den der Vorſitzende der Vereinigung, Ferr Stubienrat Frank, mit einer Begrüßungsanſprache eröffnete, ſprach Herr Oberſtudiendirektor Dr. Müller⸗Offenbach, der frühere Direktor des Frideritianums, in einem lüngeren Vortrag über den Wert der humaniſtiſchen Bildung der Unterzeichnete begrüßte die alten Laubacher Schüler im Namen der jetzigen Realſchule. Herr Oberkirchenrat Wagner, ein ehemaliger Schüler des Frideritianums, leitete den Gottesdienſt in der Kirche zu Laubach am nächſten Tag. Die kirchliche Feier wurde durch einen künſtleriſchen Orgel⸗ vortrag des Organiſten Wieber⸗Halle eingeleitet, der dem früheren Gumnaſium gleichfalls als Schüler angehört hatte. Im Anſchluß an den Gottesdienſt fand eine Feier an dem Denkmal des Itifters der alten Schule ſtatt, wobei Ferr Profeſſor Dr. Roeschen die Tat des Grafen Frieörich von Solms⸗ Laubach würdigte und einen Kranz an dem Denkmal niederlegte. Am Nachmittag fanden ſich die alten Ichüler und die Bewohner von Laubach auf dem Ramsberg und am Abend noch einmal im Jolmſerhof zuſammen. Die Erinnerungsfeier war ein Feſt der Kameraoſchaft und der Treue zur alten Schule und zum ſchönen Laubach.
Am s. Zeptember wurde der neue Lichtbildapparat der Schule, nach einem Vortrag des Direktors über die pädagogiſchen Verwendungsmöglichkeiten des Apparates, für den Unterricht bereitgeſtellt.
Die Einrichtung der Ichulſparkaſſe, die bereits im vorigen Jahr erfolgte, hat bei unſeren Schülern großen Anklang gefunden. Die erſte Kontrolle der Schulſparkaſſe wurde am 7. September 192s vor⸗ genommen und die Kaſſe in Ordnung befunden.
Um 182. Februar 1926 wurde in einer gemeinſamen Ausſprache der Lehrerkollegien von Grünberg und Laubach die Frage der Einführung neuer Lehrbücher behandelt.
Faſt alle Ichüler der Anſtalt gehören der Ichulgruppe des„Vereins für das Deutſchtum im Ausland“ als Mitglieder an. Am 17. Februar 1920 berichtete der Vorſitzende des V. D. A. in Heſſen, Herr Studienrat Weckerling⸗Friedͤberg, über ſeine Reiſe zu den Dobrudſcha⸗Deutſchen. Der Vortrag fand am Machmittag für die Realſchule und die Volksſchule Laubach ſtatt und am Abend für die Mit⸗ glieder der Ortsgruppe des V. D. A.
6. Abbaugefahr.
Der Zeitungsbericht vom 22. Februar 1920 über die Verhanölungen des Finanzausſchuſſes des Heſſiſchen Landtages meldete die Annahme des nachſtehenden Antrages:
„Die Regierung iſt zu erſuchen, die Zahl der höheren Lehranſtalten in Heſſen zu vermindern. Dabei ſind außer der Schülerzahl die Bevölkerungsdichte, die Verkehrsbedingungen und andere lokale Faktoren zu berückſichtigen.“
Der gleiche Jeitungsbericht nannte die Realſchule Laubach unter den van dem Abbau bebrohten höheren Schulen.
Der Gemeinderat und der Unterzeichnete beſchloſſen daraufhin in einer gemeinſamen Sitzung, bei der Schulbehörde und den Parteien des Lanstages zum Ichutze der Schule vorſtellig zu werden. Der Unterzeichnete verfaßte eine Denkſchriſt, welche die Gründe erörterte, die für die Erhaltung der Real⸗ ſchule ſprechen, und zugleich Maßnahmen vorſchlug, die, im Zuſammenhang mit den geplanten Ab⸗ baumaßnahmen im heſſiſchen Schulweſen, der Realſchule Laubach beſſere Entwicklungsmöglichkeiten geben würden. Die Denkſchrift wurde der Schulbehörde uns den Parteien des Landtages überreicht.
Der Bürgerverein Laubach veranſtaltete außerdem am 10. Mürz eine ſehr zahlreich beſuchte Ver⸗ ſammlung der Bewohner von Laubach und Umgegend, die gegen den örohenden Abbau der Realſchule und des Amtsgerichts proteſtierte. Der Unterzeichnete hatte das Referat für die Schule übernommen.
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