Ab Oſtern 1924 wurde ein obligatoriſcher Turn⸗ und Handarbeitsunterricht für Mädchen ein⸗ gerichtet. Bisher erhielten unſere Schülerinnen in den beiden Fächern Privatunterricht.
Ab Oſtern 1925 wird in IIla und Ilb ein 1ſtündiger, wahlfreier Unterricht in der Einheits⸗ kurzſchrift erteilt.
2. Die Leyrer. Mit Wirkung vom 28. 4. 1924 ab wurde Herr Studienrat Prof. Schnellbächer zum Studienrat an dem Ernſt⸗Ludwig⸗Seminar in Bensheim ernannt.
Frl. Scriba, bereits ſeit Jahren Leiterin des privaten Handarbeitsunterrichts für Mädchen, be⸗ hielt die Leitung des obligatoriſchen Handarbeitsunterrichts bei, Frl. Erbe, Lehrerin an der hieſigen Volksſchule, übernahm die Leitung des Turnunterrichts ſür Mädchen.
Herr Oberreallehrer Gerhard fehlte krankheitshalber von den Sommerferien bis zu den Herbſt⸗ ferien. Er wurde durch Herrn Schulamtsanwärter Knau vom 2. 9. 24. bis zu den Herbſtferien vertreten.
Heerr Studienrat Vetter nahm an einem Kurſus in Friedberg zur Einführung in die Einheits⸗ kurzſchrift teil.
3. Beſichtung. Am 4. 9. 1924 beſuchte Herr Miniſterialrat Dr. Dorfeld unſere Schule und wohnte dem Unterricht in allen Klaſſen bei.
4. Schulfeierlichkeiten. Am 7. 7. 1924 ertrank beim Baden im Tiergärtner Teich der Unter⸗ ſekundaner Wilhelm Pitz. Lehrer und Schüler gaben dem ſo tragiſch Dahingeſchiedenen bei ſeiner Be⸗ erdigung das Geleite. Der Direktor ehrte im Namen der Schule das Andenken des toten Schülers durch Niederlegung eines Kranzes an ſeinem Grabe.
Am 11. 8. 1924 fand die Verfaſſungsfeier ſtatt. Herr Studienaſſeſſor Schweisgut ſchilderte in ſeiner Anſprache die Grundzüge der Verfaſſung und ermahnte die Jugend zu treuer Heimatliebe.
Der 22. 11. 1924 galt dem Andenken der Toten des Weltkrieges und führte die Schule unter der Gedenktafel für die gefallenen Lehrer und Schüler in der Aula zuſammen. Die Gedächtnis⸗ anſprache hielt Herr Studienaſſeſſor Dort.
Am 5. 3. 1925 fand eine Trauerfeier für den am 28. 2. 1925 verſtorbenen Reichspräſidenten, Herrn Friedrich Ebert, ſtatt. Herr Studienrat Vetter entwarf in ſeiner Anſprache ein Bild des Ber⸗ ſtorbenen und würdigte ſeine Tätigkeit an verantwortlicher Stelle in ſchwerer Zeit.
Am 3. 2. 1925 kam in der Kirche zu Laubach ein Lutherfilm für unſere Schüler zur Vor⸗ führung, am 7. 2. 1925 ſchilderte ein Miſſionar der Leipziger Miſſion in einem Lichtbildervortrag ſeine Erlebniſſe im Kilimandſcharogebiet.
Am 22. 3. 1925 trat die Schule im Saale des Solmſerhofes mit einem Märchenabend vor die Oeffentlichkeit, der ſehr ſtark beſucht war. Der Abend umfaßte folgendes Programm:
Entſtehung u. Welt des deutſchen Märchens.(Vortrag des Direktors.) Lebende Bilder der Schüler und Schülerinnen zu den bekannteſten Märchen. (Leitung: Frau Direktor Hainer.) Märchentanzſpiel der Schülerinnen.(Leitung: Frau Studienrat Frank.) M. Claudius: Der Mond iſt aufgegangen.(Lied des Schülerchors.) Am 19. 3. 1925 war der Hauptfeier eine Vorſtellung für die hieſige Volksſchule vorausgegangen.
Bei der Entlaſſungsfeier der diesjährigen Unterſekundaner am 23. 3. 1925 hielt der Direktor
die Abſchiedsanſprache an die abgehenden Schüler.
5. Turnen, Spiele, Wanderungen, Geſundheitsverhäͤltniſſe Am 16. 9. 1924 wurde in Verbindung mit der hieſigen Volksſchule der diesjährige Jugendtag im Rahmen eines Sportfeſtes auf dem ſtädtiſchen Sportplatz gefeiert. Der Direktor eröffnete die Feier mit einer Anſprache, in der er auf die Bedeutung des Sportes als eines hervorragenden Mittels zur Willensbildung hinwies. Das Sportprogramm umfaßte in der Hauptſache den Fünfkampf: Wettlauf, Sprung, Kugelſtoßen, Speer⸗ und Diskuswurf. Es wurden im Durchſchnitt gute Leiſtungen erzielt. Die Sieger jeder Gruppe er⸗ hielten Bücherpreiſe.
Spielnachmittage, die durchſchnittlich von 25 Schülern und Schülerinnen beſucht wurden, konnten nur im Sommer eingerichtet werden. Viele Schüler helfen bei der Feldbeſtellung mit, außer⸗ dem kommen die auswärtigen Schüler wegen ungünſtiger Zugverbindung in der Hauptſache in Wegfall, daher die geringe Beteiligung.
Die monatlichen Spaziergänge fanden, ſoweit das Wetter keinen Strich durch die Rechnung machte, regelmäßig ſtatt. Ein 2tägiger Ausflug führte die IIb an die Edertalſperre und ein Tagesaus⸗ flug die Klaſſen Illa—IV nach Büdingen, Ronneburg und Gelnhauſen, wobei Alt-Büdingen und die Barbaroſſaburg eingehend beſichtigt wurden. Am 8. 9. 1924, dem erſten ſchönen Tag nach einer langen Regenperiode, folgten die Schüler freudig unſerer Aufforderung, an Stelle des Septemberſpaziergangs den Landwirten beim Einbringen der bedrohten Ernte zu helfen.
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