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Am 14. Mai wurde ein Tagesausflug gemacht. Kleinere Schulspaziergänge fanden statt am 7. Mai, 29. Juni, 23. Oktober, 11. Dezember, 3. März; gemeinsamer Eislauf am 4. Februar. Turnspiele wurden das ganze Jahr hindurch eifrig betrieben. Der Pflege des Fußballspiels widmete sich der unter unsern Schülern bestehende Fußballklub, der 17 Mitglieder zählte.
Die Arbeiten der Schülerwerkstätte wurden auch in diesem Winter eifrig betrieben. Da der verdiente Leiter, Herr Kammerrat Bröckelmann, zu unserm Bedauern durch ein langwieriges Unwohlsein an der Beaufsichtigung der Arbeiten verhindert war, unterzogen sich mit freundlicher Bereitwilligkeit die Herren Oberlehrer Frana, Lehramtsassessor Freitag, Lehramtsassessor Pöpperling und Lehramtsreferendar Dr. Heinrichs der Leitung. Es nahmen 21 Schüler teil, und es wurde während des ganzen Halbjahres an wöchentlich zwei Abenden gearbeitet. Die Schüler beschäftigten sich mit Papparbeiten, Buchbinderei, Kerbschnitzerei, Schreinerei, Dreherei, Laubsäge- und Natur- holzarbeiten. Den genannten Herren sei für ihre ebenso mühevolle wie verdienstliche Mitwirkung auch an dieser Stelle unser herzlicher Dank ausgesprochen.
Der Pflege der Stenographie widmeten sich ein Stenographenverein nach Gabelsberger mit 13 und ein solcher nach Stolze-Schrey mit 14 Mitgliedern.
Am 13. November besuchte eine größere Anzahl von Schülern der oberen und mittleren Klassen unter Führung der Herren Oberlehrer Franx, Reallehrer Gerhard, Lehramtsassessor Freitag und Pfarrer Volp die von dem Gießener Stadttheater veranstaltete Aufführung von Schillers Wilhelm Tell.
In den Gebäuden der Anstalt wurde in diesem Jahre eine Reihe größerer Veränderungen vorgenommen. Insbesondere wurde die Amtswohnung des Direktors vergrößert und neu hergerichtet. Für die Bibliothek wurde im Dachgeschoß des Neubaues ein neues Zimmer hergestellt, und das physikalische Kabinett wurde durch einen Anbau erweitert. Wir verfehlen nicht, den städtischen Behörden für das auch in diesem Jahr wieder bewiesene freundliche Entgegenkommen unsern aufrichtigen Dank auszusprechen. Ihre Fürsorge für die Anstalt hat die Stadt insbesondere auch durch die im Laufe des Jahres erfolgte Errichtung einer neuen stattlichen und zweckmäßig aus- gestatteten Turnhalle in dankenswerter Weise betätigt. Dadurch wird einem längst empfundenen Bedürfnis mit Beginn des neuen Schuljahres in erfreulicher Weise Genüge geleistet werden.
Eine ganz besondere Bedeutung für die künftige Entwicklung des hiesigen Gymnasiums wird, wie wir hoffen dürfen, das Gymnasial-Alumnat erlangen, das erste derartige Schülerheim im Großherzogtum Hessen, das zu Beginn des neuen Schuljahres hier eröffnet werden soll. Die Anstalt ist aus privaten Mitteln unter wohlwollendster Unterstützung des gräflichen Hauses Solms-Laubach von einem zu diesem Zweck gebildeten Verein begründet worden. Das Alumnatsgebäude ist seit Herbst 1908 nach den Plänen des auf diesem Gebiet bewährten Architekten Friedrich Schutte in Barmen errichtet worden, der außer einigen Gebäuden des Evangelischen Pädagogiums in Godesberg unter anderm das als mustergiltig anerkannte Alumnat der Oberrealschule in Gummersbach sowie das Nordsee-Pädagogium in Wyk auf Föhr erbaut hat. Unser neues Schülerheim ist ein villenartiges Familienhaus, das mit Bädern, Zentralheizung und einer geräumigen Veranda versehen und von einem großen Garten umgeben ist, in dem auch Turn- und Spielplätze angelegt werden sollen. Die Leitung des Alumnates, das 12 bis 15 Schüler aufnehmen soll, ist Herrn Dr. phil. Burekhardt aus Godesberg anvertraut worden. Möge das neue Unternehmen unsrer Anstalt und der heran- wachsenden Jugend unseres engeren Vaterlandes reichen Segen bringen!
Für die Bibliothek erhielten wir wiederum Geschenke von Grossh. Ministerium, der Grossh. Zentralstelle für die Landesstatistik sowie einigen Verlagsbuchhandlungen; für die natur- wissenschaftliche Sammlung von Herrn Oberlehrer Franx, Herrn Buchhändler Hardegg sowie dem Obertertianer Georg Sohzuörer und den Untertertianern Augast Hofmann, Wilhelm Karpf, Erich Müller, Georg Albrecht Scriba, Udo Seriba und Karl Strack. Für alle Geschenke sagen wir den Gebern unsern besten Dank.


