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der Partikel anlangt, von der temporalen Bedeutung aus. Curtius sagt:„Die Par- tikel-¹ hat die affirmative, das Gegenwärtige mit Rücksicht auf die Vergangen- heit scharf hervorhebende Bedeutung und kann oft z. B. in raà"ν πvra reletras mit unserem ia geradezu übersetzt werden.“ Hiervon kann dann die übertragene Bedeutung, wonach es ohne Rücksicht auf die Zeit auf etwas Offenbares und Be- kanntes hinweist, abgeleitet werden. Allerdings hält Bäumlein, wie schon vor ihm Rost in Passows Lexikon, diese sekundäre Bedeutung für die ursprüngliche, indem er Oj-Aos kundig, offenbar hinzuzieht; allein wir werden die temporale Bedeutung des f als die ursprüngliche festhalten müssen, und es gehört demnach'j in die Reihe der affirmativen Modalpartikeln eigentlich nur in soweit, als es in über- tragener Bedeutung angewendet wird. Indem es auf etwas bereits bekanntes hin- weisst, lässt es sich mit dem deutschen ia vergleichen in Sätzen wie da weisst es ia und ähnlichen. Dadurch dass sich meistens die Beziehung auf die Zeit, wenn auch noch so schwach betont, mit ihm verbindet, unterscheidet es sich von den übrigen Partikeln. Auch-i¹ kann nie an der ersten Stelle des Satzes stehen; häufig verbindet es sich mit einem betonten Worte und dient zur Hervorhebung desselben, dagegen überwiegt sein Einfluss in OyFra und ννν
Antiphon. 1. Temporale Bedeutung. a. Auch bei Antiphon finden sich mehrere Stellen, wo die ursprüngliche temporale Bedeutung des xν unver- kennbar hervortritt. So findet sich r meist nach Zeitbestimmungen gebraucht, indem es ein länger verzögertes, nach langer Erwartung eintretendes Ereigniss einführt. VI 34 odrou„do r,h Adu wO⁴⁵—) heς deᷣdαer d als, al dGrEOaAlα⁵μ% οeεπατο, 090' aurol loue, alridodat— r rlrh Hueoe— rau* 0, h— naAoeνκνεᷣ νανεοντο alridοæ, am ersten Tage und am zuweiten machten sie mir keine Vorwürfe, am dritten Tage erst bereiteten sie die Anklage vor. Ganz ähnlich ist der Gebrauch VI 38 röre 00016vTeg r 1'&— 4060vro Olααννναα, woselbst man das genauere nachsehe. Ebenso ist der Anfang von III 6 aufzufassen: Növ †œνεeν ε-ërõı αάural αd eαιαμααοα al zoεiat roug rs drodp uovag sie dyovναe(xœrαοστεννα)— S4dεονα ¹),„ietet erst erkenne ich, dass etc.“(Vgl. Hartung I, S. 253).— Nur III 0 8 finden wir ò in einem Zu- sammhange, welcher die temporale Bedeutung zulässt, ohne dass eine Zeitbe- stimmung vorangegangen wäre: xεᷣα⁴2αφαααμιςμνου ε roον dmæoxrei„αeννοο drινιιιονστνοσ 6 d„og Oriν, 5½ν„⁸ 1) ²) ri diαν½ τν σισσμοε, wo man„ò y mit ia schon übersetzen kann. Die Auffassung von dyjj als temporale Partikel ist auch fr. soph. 128, 11 dxœvνGag d 1 ⅜α⁶ο⁵³m⁶ nicht ausgeschlossen, doch kann diese Stelle kaum in Betracht kommen, da sie wahrscheinlich dem Sophisten Antiphon ange- hört und auch kritisch nicht sicher ist.
¹) Vgl. Schäfer S. 39 ff. 2)„Oy add. N. Mr.“ Blass. 3)„drœeicæ⸗ 5d codd.; del. 0 S., ôi oi. Meineke“ Blass.


