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Jugend in ein persönliches, inneres Verhältnis zu den Schöpfungen der bildenden Kunst und weckt in ihr das Gefühl für Form und den Willen zur Form. Die erzichliche Aufgabe des Unterrichts besteht in der Gewöhnung des Schülers an eine selbständige, zielbewußte Arbeifsweise.“
Die Mittel zur Erreichung dieses Zieles sind: das freie Zeichnen, das gebundene Zeichnen, das Betrachten von Kunstwerken.
Im freien Zeichnen(Phantasie- und Ce- dächtniszeichnen und Zeichnen nach der Natur) sollen die Schüler versuchen, Eindrücke und Er- lebnisse in Form und Farbe wiederzugeben.
Das gebundene Zeichnen soll den Schüler mit der projektivischen Darstellung und der prak- fischen Anwendung der PDerspektive vertraut machen und ihn befäöhigen, Gegenstände des
Handwerks, der Technik und der Arxrchitektur darzustellen. Das Betrachten von Kunstwerken
will die Schüler in ein lebendiges Verhältnis zum Kunstwerk bringen, unter gebührender Berück- sichtigung der Heimat.
An erster Stelle im Unterricht stehf das freie Zeichnen. Der Unterricht im Phantasie- und Ge- dächtniszeichnen baut sich auf Erkenninissen der modernen psvchologischen Forschung auf. Das Kind, der Mensch vor der Reife, hat ein ganz anderes Verhältnis zur Umwelt, eine andere Werfskala als der Erwachsene. Es formt sich nach seinen Wünschen alles um. Dem Kinde fehlen alle Vorausseßungen zu einer, vom Er- wachsenen aus gesehen,„richtigen“ Wiedergabe der Umwelf. Es wäre sinnlos eine solche Wieder- gabe zu fordern. Würde man dem Kinde(wie es früher geschah) sagen, daß es„falsch“ zeichnet, so würde die freie, schöpferische Arbeit ge- hemmt, meistens sogar zerstört werden und da- mit auch die Befriedigung an seiner Arbeif.— In der Reifezeit lernt der Schüler allmählich„die Objekte in ihrer Selbständigkeit zu respektieren“; er sucht eine Auseinanderseßung mit der Um- welf; er will nach der Natur zeichnen. Dieses Zeichnen nach der Natur soll den Vorstellungs- vorrat des Schülers bereichern, sein Gefühl für
organische Form entwickeln und das handwerk- liche Können steigern.
Allen Schülern wird im modernen Zeichen- unterricht reichlich Gelegenheit gegeben, in freien Arbeiten und verschiedenstem Material ihre persönlichste Ausdrudksweise und das Maß ihres Empfindens und Könnens zu zeigen. Auch bei Schulfesten und Aufführungen sollen diese Fähigkeiten zur Geltung kommen. Rein äußer- liches Nachbilden, mechanisches Einüben haben im Unterricht keinen Plaß mehr. Freies, schöpfe- risches Arbeiten seßt selbständiges, lebendiges Sehen und Erleben voraus, Fähigkeiten, die den meisten Frwachsenen durch einseitig intellek- tuelle Erziehung fast verloren gegangen sind. Der Zeichenunterricht will diese in jedem Kinde vorhandene Fähigkeit zum selbständigen, leben- digen Erleben und Gestalten erhalten und ent- wickeln.
In Gemeinschaft mit den Vertrefern des Deut- schen, der Musik und der körperlichen Uebungen muß der Zeichenlehrer bestrebt sein, die ganze Schule mit künstflerischem Geist zu erfüllen und zu einer vorbildlichen Stätfte der Ausdruckskultur zu machen.“ Hieraus ergibt sich, daß der Zeichen- und Kunstunterricht gleichberechtigt mit den an- deren Fächern und mitbestimmend bei der Be- urfeilung des Schülers in seiner Gesamtleistung ist. Der Schüler muß daher bestrebt sein, auch in diesem Unterrichtsfach ausreichende Leistun- gen zu erzielen.
3. jede Klasse hatffe wõchenflich 2 Turn- und 2 Spielstunden. Im Hallenturnen, das aber mõög- lichst im Freien ausgeführt wurde, konnten 16, im Spielturnen 12 Abteilungen gebildet werden.
Für das Spielturnen wurde im Sommer der Spielplaß des Sportvereins Kurhessen, die biessenkampfbahn und die Waldauer Wiesen Donnerstags benußt; die Sexta spielfe in der 5. und 6. Stunde im Schulhof. Auf diesem hatten an den Winternachmittagen, solange es das Welter gestattefe, auch die oberen Klassen Spiel- turnen; sonst spielten oder furnten sie in der Turnhalle.
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