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8. Das Schulgeld
betrug für Einheimische wie Auswärtige gleichmäßig 120 Mark. Falls Geschwister eine Hochschule oder eine höhere Schule besuchten, war dem zweiten Kind 25%, dem dritten 50%, weiteren Kindern volle Schulgeld- freiheit gewährt. Außerdem wurden 10% der Gesamt- solleinnahme für Freistellen vergeben. Unsere Hilfs-
bücherei konnte dadurch, daß ein Teil des Schulgeldes
für sie aufgewendet werden durfte, bedeutend wachsen.
Nach dem Ministerialerlaß vom 25. Februar 1926 beträgt das Schulgeld vom 1. April 1926 an 200 Mark jährlich. Von 20% der Solleinnahmen werden bestritten: 1. die genannte Ermäßigung von 25, 50 und 100%, 2. im Dienst der Begabtenauslese: a) Hilfsbibliothek, b) Erziehungsbeihilfen, c) Freistellen.
9. Die Berufsberatung
erfolgte wieder in gelegentlichen berufsethischen Be- sprechungen im Unterricht der oberen Klassen; vor dem alkademischen Studium bei nur durchschnittlicher Be- gabung mußte noch weiter gewarnt werden. Von dem medizinischen Studium wurde durch Ministerialerlaß vom 21. August abgeraten. Dagegen soll das Studium der
Zahnheilkunde günstige Aussichten haben. Der Direktor der Deutschen Bank Filiale Cassel, Herr Otto Ullmann, hielt den Oberprimanern einen Vortrag über die Be- deutung und die Aussichten des Bankberufs. Ein Erlaß
vom 27. Juli wies auf die Polizeioffizierslaufbahn hin.
IV. Der Elternbeirat.
Auch in diesem Jahr war das Verhältnis zwischen der Elternschaft, insbesondere ihrer Vertretung, dem Elternbeirat, und der Schule vertrauensvoll und ein- trächtig. Es wurden zwei Besprechungen abgehalten. Die Mitglieder des Beirats waren: Konrektor Josef Ebel, 2. Landesobersekretär Arthur Kramm, 2. Vorsitzender,
3. prakt. Arzt Dr. med. Albert Krüger, 1. Vorsitzender, 4. Frau Oberst'eutnant Lauer, 5. Frau Regierungsrat Macholz, Schriftführerin, 6. Kaufmann Louis Oppenheim, 7. Erster Staatsanwalt Dr. jur. Viktor Sauer, 8. Landes- rat Dr. jur. Otto Schellmann, 9. Frau Gräfin von der Schulenburg, 10. Oberingenieur Fritz Strohmeyer.
V. Verschiedenes.
1. Die Erneuerung der Innenräume des Schulgebäudes wurde vom Hochbauamt fortgeführt. Insbesondere wurde das Innere der Turnhalle in lebhafteren Farben neu ge- strichen.— Da die Fahrradhalle nicht mehr ausreichte, wurde eine zweite an die Turnhalle angebaut.— Als
nächste große Aufgabe hat das Hochbauamt den Einbau einer hygienisch zeitgemäßen Heizung vorgesehen.
2. Die Rektoratschule zu Fritzlar(Realgymnasial- klassen bis O III einschl.) wurde durch Verfügung der Re- gierung der Aufsicht des Oberstudiendirektors unterstellt.
VI. Chronik der Schule.
Um die neuen Lehrpläne zu gestalten, nahmen die Mitglieder des Kollegiums an den verschiedenen in Cassel gebildeten Arbeitsgemeinschaften der Lehrer an höheren Schulen teil; für den altsprachlichen Unterricht arbeiteten wir mit dem Kollegium des Friedrichsgymnasiums zu- sammen.
Am 27. Mai besuchte der Vizepräsident des Provinzial- Schulkollegiums Dr. Borbein als Dezernent den Unter- richt verschiedener Lehrer, ebenso am 30. November der neue Dezernent unserer Schule, Oberschulrat Dr. Grau. Am 13. und 14. Januar wohnte er dem Unterricht in allen Klassen bei und hielt eine Besprechung ab.
Den Zeichenunterricht besuchte am 16. Mai amtlich Professor Michel von der Kunstakademie.
Eine amtsärztliche Besichtigung des Schulgebäudes ge- schah am 17. Juni durch Medizinalassessor Dr. Gundelach.
Folgende Daten verdienen Bericht:
12. 5. Feier zur Einführung des Reichspräsidenten (Rede des Oberstudienrats Dr. Pinnow).— 20. 6. Jahr- tausendfeier der Rheinlande(Rede des Oberstudien- direktors).— 27. 8. Schulfest auf der Dönche: vorm. Einzelkämpfe; nachm. allgemeine Freiübungen, Riegen- turnen, lustige Aufführungen und Spiele, Freilichttheater (Otto Ludwigs Torgauer Heide). Vizepräsident Dr. Bor- bein, Oberschulrat Dr. Grau und viele Eltern waren Gäste. In der Dämmerung Fackelzug zur Stadt, voran unsere Trommler und Pfeifer und eine Musikkapelle.— 4. 7. Den Primanern und Sekundanern unter Führung des Studienrats Schönberg wurde freundlicherweise die Besichtigung der Dietrich-Flugzeugwerke gestattet.— 4. 8. Gedenkstunde für † Hansjürgen Witte(O l).— 11. 8. Verfassungsfeier(Rede des Studienrats Dr. Süß-


