Jahrgang 
1926
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6. Der künstlerische und technische Unterricht.

1. Gesang und Musik. Im Gesangunterricht wurden behandelt in VI: Einführung in die Notenschrift; melo- dische, rhythmische und Tonbildungsübungen, C-, G- und F-Leiter, Kadenzen, Erfindungsübungen, einstimmige Volkslieder und Choräle. In V: zweistimmiger Lied- gesang, Lehre vom Dreiklang und Septakkord. Synkope, Triole, Quintenzirkel, Motiv und einteilige Liedform. Dem Chorgesang der folgenden Klassen wurden zwei Stunden gewidmet. Unter Benutzung des Chorbuches Frisch gesungen wurden Chöre von Praetorius, Eccard, Gruber, Beethoven, Schumann, Mendelsohn, Silcher und Heinrichs gesungen. In IVl außerdem: Homophone und polyphone Lieder mit obligaten Instrumenten; die Formen der Vokal- und Instrumentalmusik, das Wich- tigste aus der Musikgeschichte. Die oberen Klassen wurden eingeführt in die Meisterwerke, die im Winter zur Auf-

führung kamen: das Weihnachtsoratorium von J. S. Bach, das Requiem und die Entführung aus dem Serail von W. A Mozart.

2. UÜber die Behandluug des Zeichnens trifft der Bericht des letzten Jahres zu.

3. Im Hallenturnen, das aber möglichst im Freien ausgeführt wurde, konnten 13, im Spielturnen 10 Ab- teilungen gebildet werden.

Für das Spielturnen wurde im Sommer der Spiel- platz des Sportvereins Hessen-Preußen Montags von den Mittel-, Donnerstags von den Oberklassen benutzt; die Unterklassen spielten an verschiedenen Morgen in der 5. und 6. Stunde im Schulhof. Auf diesem hatten an den Winternachmittagen, solange es ging, auch die oberen Klassen Spielturnen; sonst spielten oder turnten sie in der Turnhalle.

II. Die Lehrer.

a) Mit dem neuen Schuljahr begannen hier zu unter- richten die Studienräte Dr. Franke ¹), Dr. Steig- leder*), Reuter¹), Frost¹) und Schönberg?). Studienassessor Westmeier wurde seit Beginn des Schuljahres voll beschäftigt.

Studienrat Gonnermann war von August bis Weihnachten wegen Krankheit beurlaubt. Es vertrat ihn Studienreferendar Dr. Kraut.

Der Herr Minister hat durch Erlaß vom 8. September dem Oberschullehrer Friedrich Schaperdie Befähigung zur Anstellung als Studienrat(Oberzeichenlehrer) zuer- kannt. Leider trat das Pensionsgesetz bei dem noch rüstigen und um unsere Schule in langer treuer Arbeit verdienten Manne in Kraft, ehe eine der in Preußen ein- gerichteten Oberzeichenlehrerstellen frei wurde.

Am Schluß des Schuljahres wurde Studienrat Dr. Franke mit der Leitung der Aufbauschule zu Kettwig a. d. Ruhr betraut.

Einen der hebräischen Kurse leitete Studienrat i. R. Dr. Jacob.

Den israelitischen Religionsunterricht erteilten die Herren Godlewsky, Jaeckel und Dr. Lazarus.

Unserer Schule waren zugewiesen, doch beurlaubt die Studienassessoren Dr. Bernhard Besser(ORII Cassel), Rudolf Siebert(Kath. Lyzeum Cassel), Ernst Grau(Höh. Schule Cues-Bernkastel), Dr. Josef Zahn (Höh. Schule Bad Orb), Kurt Schönfeld(Freiburg a. d. Elbe), Heinrich Roeser(Fulda O R), Adolf Maus (Privatschule Feldberg), Karl Noll(zu Studien beur- laubt), Dr. Andreas Pfalzgraf(Bergschule Hochwald- hausen).

b) Die Ernennung des den Direktor vertretenden Oberstudienrates hat der Minister noch nicht vollzogen.

c) Mitglieder des Lehrerausschusses waren die Studien- räte Dr. Süßmann und Dr. Wöbbeking, Oberschul- lehrer Schaper und Studienassessor Ackermann.

d) Als Studienreferendare waren überwiesen: Dr. Hans Männlein(2. Jahr), Friedrich Gaedeke(2. Jahr) und Dr. Karl Kraut(1. Jahr). Mit ihrer Ausbildung waren betraut außer dem Direktor Oberstudienrat Dr. Pinnow, die Studienräte Dr. Heinze, Dr. Süßmann, Dr. Steig- leder. Studienreferendar Dr. Männlein hat zu Herbst, Studienreferendar Gaedeke zu Ostern die Pädagogische Prüfung bestanden.

e) Der Direktor und Studienrat Dr. Heinze waren Mitglieder des Pädagogischen Prüfungsamts der Provinz.

¹) Vgl. voriges Programm.*) Dr. phil. Klaus Steigleder, geb. 23. 8. 77 zu Lonnig, Kreis Mayen, erst im Seminardienst, zuletzt Seminar-Prorektor und Leiter der Aufbauschule zu Fulda; Lehr- pefähigungen: Philosophische Propädeutik, Pädagogik, Deutsch und Geschichte; Dissertation Bonn 1921: Erziehung bei Naturvölkern, ¹) Felix Reuter, geb. 13. 4. 84 zu Danzig, Staatsprüfung in Marburg 1908(Lehrfächer: Reine und angewandte Mathematik, Physik. Chemie und Mineralogie, Turnen); Ostern 1911 Oberlehrer am Gym- nasium zu Konitz(Westpr.); 1921 aus Polen ausgewiesen; dann Studienrat am Staatlichen Gymnasium zu Fulda.* Johannes Ernst Frost, geb. 2. 2. 8S in Friedersdorf, Kreis Lauban(Schlesien), studierte in Kiel, Berlin und Greifswald; hier am 17. 5. 13 Staats- prüfung(Lehrfächer: Latein, Griechisch, Religion, Deutsch, Turnen); dann an den Gymnasien in Greifswald, Stargard, Dramburg (Pommern); seit 1.4. 1919 Studienrat in Ratzeburg(Kreis Herzogtum Lauenburg). ³) Wilhelm Schönberg, geb. 20. 9. 90 zu Poppenhausen, Kreis Gersfeld, studierte in Münster, Berlin, Halle; dazwischen Turnlehrerexamen an der Landesturnanstalt zu Berlin-Spandau; bis Kriegsausbruch Lehrer und Inspizient an einer Berliner Offlz.- Vorb.-Anst.; 1914 1918 Kriegsteilnehmer(E. K. II. und E. K. I. Kl.): 1920 Staatsexamen(Lehrbefähigung in Mathematik, Erdkunde, Physik, Turnen); dann Lehrer an dem Landerziehungsheim Bieber- stein und in Cassel, Fulda, Hanau; Ostern 1923 Studienrat in Hofgeismar.