Darstellen von Gegenständen, auch mit Licht und Schatten, nach der Natur und aus dem Gedächtnis eingeführt. Die vier oberen Klassen zeichneten nach Naturgegenständen, auch Gebäude und Gebäudestücke, und übten Projektion, Schattenkonstruktion und Perspektive.—
3. Im Hallenturnen waren 14, im Spielturnen 10 Abteilungen gebildet. Im Sommer stand uns für das Spielturnen Donnerstags der Platz des Sportvereins Kurhessen einige Nachmittagsstunden zur Verfügung; da er zu klein ist für die ganze Schule, wurde das Spielturnen für die unteren Klassen an verschiedenen Morgen in der 5. und 6. Stunde in unserm an den Anlagen des Fürstengartens schön gelegenen Schulhof abgehalten. Im Winter kam der Kurhessenplatz nicht in Betracht; die mittleren und oberen Klassen spielten an verschiedenen Wochentagen einzeln, wenn es ging, auf dem Schulhof, sonst spielten oder turnten sie in der Turnhalle.
II. Die Lehrer.
a) Am 1. Mai traten, begleitet vom Dank der Behörde und der Schule, die Studienräte Bernhard Günther, Richard Baetz und Dr. Rudolf Homburg in den einstweiligen Ruhestand. Studienrat Baetz, der an einem unheilbaren Leiden litt, starb schon zu Pfingsten. Studienrat Günther trat Herbst 1924 in den endgültigen Ruhestand. Studienrat Dr. Fritz Luckhardt wurde zum 1. Oktober als Studiendirektor an das hiesige Friedrichsgymnasium berufen. Zu seiner Vertretung trat Studienassessor Hermann Risse ins Kollegium ein. Die Stelle erhielt am 1. Januar 1925 Studienrat Dr. Georg Franke“), der aber bis 31. März beurlaubt wurde; für ihn unterrichtete Studienassessor Risse weiter. Einen schmerzlichen Verlust erlitt die Schule durch das jähe Hinscheiden des Studienrats Paul Stoye, der am 22. Dezember hingerafft wurde. Wenige Wochen vorher hatten wir den im Ruhestand lebenden früheren Leiter der Schule, Oberstudiendirektor Dr. Carl Euler, zum Grabe geleitet. Am 1. Januar schied Oberstudienrat Karl Müller von unserer Schule, um die Leitung der Oberrealschule in Oberursel bei Frankfurt am Main zu übernehmen. Seinen Unterricht übernahm Studienassessor Dr. Friedrich Heckmann, den des Studienrats Stoye Studienreferendar Adalbert Dreger. Mit dem Schluß des Schuljahres ging Studienrat Dr. Eduard Feyerabend an das hiesige Friedrichsgymnasium über, Studienrat Friedrich Paul an die Aufbauschule zu Fulda. Studienrat Dr. Hermann Pinnow wurde am 2. April 1925 mit rückwirkender Kraft vom 1. Oktober 1924 zum Oberstudienrat als Fach- berater des Provinzialschulkollegiums(für Geschichte) ernannt.
Der aus Coblenz ausgewiesene Turnlehrer des dortigen Kaiser-Wilhelm-Realgymnasiums Gerstung stellte sich während seines Aufenthaltes in Cassel(bis Juli) als Turnlehrer zur
¹) Geboren 20. 11 1880 zu Breslau, evangelisch; bis zum Kriege Oberlehrer in Schlesien, dann im Feld- dienst bis Kriegsende, inzwischen 1916 als Studienrat an das Staatliche Gymnasium zu Bonn versetzt, 1923 aus- gewiesen, bis Ostern 1925 am Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht in Berlin tätig. Er schrieb u. a.: Eine Untersuchung des menschlichen Geistes(Liegnitz 1908); Über die Entwicklung der Dinge(Berlin 1911); Vom Wesen der Erziehung; eine Philosophie der Werte Berlin 1912); Kultur(Progr. Pleß 1914); Staats- bürgerliche Erziehung(Mitherausgeber, Berlin 1924); der Staat und die Geschlechter(Leipzig 192 4).


