Jahrgang 
1913
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fast allen Schulen finden sich reichhaltige Büchereien, die von den Schülern und Schülerinnen kostenlos benutzt werden können. Aber gie Schule ist machtlos, wenn sie von dem Elternhause nicht ausreichend unterstützt wird. Nur wenn die Eltern in klarer Erkenntnis der ihren Kindern drohenden Gefahren und im Bewußtsein ihrer Verantwortung die Lesestoffe ihrer Kinder, einschließlich der Tagespresse, sorgsam über- wachen, das versteckte Wandern häßlicher Schriften von Hand zu Hand verhindern, das Betreten aller Buch- und Schreibwarenhandlungen, in denen Erzeugnisse der Schundliteratur feilgeboten werden, streng verbieten und selbst überall gegen Erschei- nungen dieser Art vorbildlich und tatkräftig Stellung nehmen, nur dann ist Hoffnung vorhanden, daß dem Ubel gesteuert werden kann. Bei der Auswahl guter und wert- voller Bücher wird die Schule den Eltern wie auch den Schülern und Schülerinnen selbst mit Rat und Tat zur Seite stehen und ihnen diejenigen Bücher angeben, die sich für die Altersstufe und für ihre geistige Entwickelung eignen. Zu diesem Zwecke werden es sich die Lehrer und Lehrerinnen gern angelegen sein lassen, sich über die in Betracht kommende Jugendliteratur fortlaufend zu unterrichten. Das in dem Weid- mann'schen Verlage zu Berlin erschienene Buch des Direktors Dr. F. Johannesson Was sollen unsere Jungen lesen? wird den Schülern und auch den Schülerinnen wie deren Eltern als zuverlässiger Wegweiser dabei dienen können. Cassel, den 9. Januar 1913. Ferienordnung Ostern 1913 bis Ostern 1914.

Schluß: Anfang: Ostern 1913: Mittwoch, 19. März 1913. Donnerstag, 3. April 1913. Pfingsten: Freitag, 9. Mai. Freitag, 16. Mai. Sommer: Freitag, 4. Juli. Dienstag, 5. August. Michaelis: Sonnabend, 27. September. Dienstag, 14. Oktober. Weihnachten: Sonnabend, 20. Dezember. Sonnabend, 3. Januar 1914. Ostern 1914: Sonnabend, 4. April 1914.

Cassel, den 16. Januar 1913. Seine Majestät der Kaiser und König haben mittéls Allerhöchsten Torlässo- vom 6. Januar 1913 dem Professor Dr. Karl Heinze den Rang der Räte IV. Klasse zu verleihen geruht.

III. Schulgeschichte.

16. April 1912. Beginn des Schuljahres. Kandidat Riemann wurde durch den Direktor in sein Amt eingeführt.

Der Anstalt sind sechs Kandidaten überwiesen: zwei Kandidaten im Besitze der Anstellungsfähigkeit Henkel und Wolf; ersterer ist bis zum 20. April beurlaubt, um sich in Berlin an einem Archäologischen Kursus zu beteiligen; Kandidat Wolf wird auf die Dauer eines Jahres beurlaubt, um eine Stellung an der höheren Schule in St. Goars- hausen zu übernehmen. Probanden sind die Kandidaten Wetzell und Riemann, Seminarkandidaten Dr. Schubotz und Dr. Hoffa.

17. April. Zur Beobachtung der Sonnenfinsternis fallen die beiden letzten Vor- mittag-Unterrichtsstunden aus.