19 auf, muſste aber Ende Oktober, dem Rate der Arzte folgend, abermals Urlaub nehmen, aus dem er nicht zurückkehren sollte. Am 16. November erlag er zu Frankfurt a. M., wo er Heilung suchte, einer Herzlähmung. Trauernd mufste das Lehrerkollegium diesen treuen Amtsgenossen, geschickten Lehrer und tüchtigen Gelehrten im Alter von nur 41 Jahren ins Grab sinken sehen. Sein Andenken wird bei Lehrern und Schülern in Ehren bleiben, so kurz auch die Zeit gewesen ist, die der Entschlafene zuletzt unter uns wirkte. Feierlich beerdigt wurde er am 22. November in seiner Vaterstadt Weil- burg. Unter aufserordentlich zahlreicher Beteiligung der Bürgerschaft und unter dem Ehrengeleit des Lehrerkollegiums und der Schüler des Königlichen Gymnasiums, dem der Entschlafene als Schüler und Lehrer angehört hatte, wurde die sterbliche Hülle des Entschlafenen vom Bahnhof Weilburg zur letzten Ruhestätte gebracht. Als Vertreter des Wilhelmsgymnasiums waren Oberlehrer Watermeyer und wissenschaftlicher Hilfs- lehrer Schlitt entsandt worden. Herzlicher Dank sei auch an dieser Stelle dem Leiter des Königlichen Gymnasiums zu Weilburg, Herrn Direktor Dr. Paulus, für seine liebevolle Teilnahme, besonders auch für den warm empfundenen Nachruf ausgesprochen, den er dem entschlafenen Amtsgenossen am Grabe gewidmet hat.
Otto Eitel, geb. den 19. September 1858 zu Weilburg a./Lahn, vorgebildet auf dem Gymnasium seiner Vaterstadt, studierte in München, Bonn, Leipzig und Marburg besonders deutsche und klassische Philologie, trat Herbst 1886 am Königl. Gymnasium zu Hanau sein Probejahr an und bestand am 10. Dezember desselben Jahres zu Marburg die Staatsprüfung. Nach Beendigung des Probejahrs war er am Gymnasium zu Hanau und dann an dem Ostern 1888 neu errichteten Kaiser-Friedrichs-Gymnasium zu Frankfurt a.Main als unbesoldeter wissenschaftlicher Hilfslehrer thätig. Vom Beginn des Schul- jahrs 1890/91 an wurde er als besoldeter wissenschaftlicher Hilfslehrer an unserer Anstalt beschäftigt. Ostern 1892 wurde er an das Gymnasium seiner Vaterstadt Weilburg versetzt; zunächst als wissen- schaftlicher Hilfslehrer; Johannis 1898 Wurde er Oberlehrer daselbst. Ostern 1899 trat er in gleicher Stellung an unsere Anstalt über.
Die schriftliche Reifeprüfung fand vom 29. Januar bis zum 3. Februar statt. Die mündliche unter dem Vorsitze des Herrn Geheimrats D. Dr. Lahmeyer am 26. Februar.


