Jahrgang 
1894
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P. I. Antiquitates domesticae die philosophische Doktorwürde, bestand im März 1865 an derselben Universität die Prüfung pro facultate docendi und wurde zu Ostern 1865 an der lateinischen Hauptschule der Franckeschen Stiftungen zu Halle als Kollaborator angestellt. An dieser Schule blieb er, nachdem er zu Ostern 1867 zum Oberlehrer und Michaelis 1875 zum Professor ernannt worden war, bis Michaelis 1880, zu welchem Zeitpunkt ihn das Vertrauen des Königl. Provinzial-Schulkollegiums von Pommern nach Stettin berief, damit er hier zunächst als Dirigent, dann als Direktor die Leitung des neu zu gründenden König-Wilhelms-Gymnasiums übernähme. Von Stettin ist er Ostern 1893 als Direktor des Königl. Wilhelms-Gymnasiums hierher versetzt worden. Aufser der oben genannten Dissertation sind von ihm im Druck erschienen: Der Chor in der griechischen Komödie vor Aristophanes , Programm- abhandlung der Lat. Hauptschule 1871. Über den Vortrag der chorischen Partieen bei Aristophanes . 1872.De exitu Vesparum Aristophaneae fabulae commentatio. 1872. Die chorische Technik des Sophokleès. 1876. De choro Persarum fabulae Aeschyleae. 1878. Antik und Modern. 1879. Was ist Kultur? 1880. Theater und Kirche. 1882. Der Chor in den Sieben des Aschylus . 1882. Zwei Titanen Prometheus und Faust. 1883. Drei Sedan-Reden. 188688. Das Schöne. 1888. Idealismus. 1890, 2. Auflage 1893. Dazu Abhandlungen und Besprechungen in Zeitungen und Zeitschriften.

Im übrigen Lehrerkollegium war diesmal kein Wechsel eingetreten; auch die Kan- didaten Brandes, Schlitt und past. extr. Siebert blieben als unbesoldete wissenschaft- liche Hülfslehrer an der Anstalt. Noch vor Beginn des neuen Schuljahres hatten die Oberlehrer Dr. Eberhard, Wagner, Dr. Rost und Wiskemann den TitelProfessor erhalten.

Bald nach Ostern wurden auch die Kandidaten von Horn und Eskuche mit je 4 Stunden unentgeltlich beschäftigt. Der Kandidat Eskuche verlieſs die Anstalt bereits Anfang Juni wieder, um als wissenschaftlicher Hülfslehrer am Realgymnasium zu Siegen einzutreten.

An dem archäologischen Ferienkursus zu Bonn und Trier (vom 25. Mai bis 1. Juni) nahm Oberlehrer Dr. Iber teil.

Die vaterländischen Gedächtnistage, der 15. Juni, 18. Oktober, 9. März(der 22. März fiel in die Ferien), wurden durch Andacht und Rede in der bisherigen Weise gefeiert.

Am 4. Mai nahm der Direktor an der Spitze einer Abordnung an dem 50jährigen Jubelfeste der hiesigen Oberrealschule teil und überbrachte im Namen der Anstalt Gruſs und Glückwunsch. Der Unterricht fiel an diesem Tage von 9 ½ bis 12 ½ Uhr aus.

Wegen grolser Hitze fiel am 16. und 19. Juni, 17., 18., 19., 21. und 22. August der Nachmittagsunterricht aus.

Im Laufe des Juni machten die einzelnen Klassen unter Führung ihrer Ordinarien Klassenspaziergänge.

Am 27. Mai, 24. November und 30. Januar besuchte Herr Geheimrat Dr. Lahm eyer den Unterricht mehrerer Lehrer und besonders der Seminarkandidaten.

Anfang Mai wurde Kandidat Schlitt, Anfang August v. Seidel zu achtwöchent- lichen militärischen Dienstleistungen eingezogen.

Die Sommerferien dauerten vom 2. Juli bis 1. August.

Vom 17. Juni bis Ende des Semesters wurde der unterzeichnete Direktor durch schwere Krankheit von der Schule ferngehalten. Seine Vertretung in der Leitung der Anstalt wurde Professor Dr. Prätorius übertragen, seine Stunden an Lehrer der