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Die Lehrerbibliothek verwaltet Oberlehrer Sunkel, die Schülerbibliothek Oberlehrer Zimmermann, die Unterstützungsbibliothek Oberlehrer Bochröder, die Bildwerke und das Material für den Anschauungsunterricht Oberlehrer Manns, die geographischen Lehr- mittel Oberlehrer Dr. Schmitt, die naturgeschichtliche Sammlung Professor Dr. Auth, die physikalische Sammlung Oberlehrer Franz, die Lehrmittel für den chemischen Unterricht Professor Dr. Eherhard, das Inventar des Gesangunterrichts Gesanglehrer Stolzenberg, den Zeichenapparat Zeichenlehrer Wenzel, den Turnapparat und das Hauptinventar Turn- lehrer Stern, den botanischen Garten Professor Dr. Rost.
Allen freundlichen Gebern, welche unsere Sammlungen mit Geschenken bedacht haben, sage ich auch an dieser Stelle im Namen des Gymnasiums herzlichen Dank.
VI. Mitteilungen an die Schüler und deren Eltern.
Das neue Schuljahr wird Dienstag den 3. April morgens mit einer gemeinsamen Andacht eröffnet werden. Am Montag den 2. April von 8 Uhr an findet die Aufnahme- prüfung der neu zugehenden Schüler statt.
Im vorigen Programm ist durch Mitteilung eines Ministerial-Erlasses auf die groſsen Gefahren der heimlichen Schülerverbindungen und auf die schweren Folgen, die sie für Schüler und Eltern haben, hingewiesen worden. Im Anschluſs daran möchte ich die Eltern, ihre Stellvertreter, die Wirte und Aufsichtsbehörden, sowie alle Freunde der Schule recht herzlich bitten, in vollem Einverständnis mit den Lehrern dem Wirtshausbesuch der Schüler auf alle Weise zu steuern.
Das Kneipen braucht nicht gerade zu verbotenen Verbindungen zu führen und es richtet doch groſsen Schaden an; es leistet der UÜberhebung, der Vernachlässigung der Pflichten und einem zuchtlosen Leben ganz bedenklichen Vorschub. Man gebe also den Schülern nicht zu viel Taschengeld, man regele und überwache ihr Ausgehen und wende sich rechtzeitig, nicht um Bestrafung zu erwirken, sondern um dem Obelstand abzuhelfen, vertrauensvoll an den Klassenlehrer oder den Direktor. Die Schule ist sich ihrer Ver- antwortung bewuſst. Die Eltern und Pfleger aber haben nicht minder schwere Pflichten der heranwachsenden Jugend gegenüber zu erfüllen.
Cassel, am 10. März 1894.
Der Königliche Gymnasial-Direktor Professor Dr. Muff.


