Jahrgang 
1893
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Wegen Hitze fiel der Nachmittagsunterricht aus am 27. Mai(um 11 Uhr waren 23°R.), am 16., 18., 19., 22., 23., 25., 30. August.

Am 21. Juni machten sämtliche Klassen unter bührung ihrer Ordinarien bezw. von Stellvertretern derselben Klassenspaziergänge. Leider gestaltete sich das Wetter im Laufe des Tages wenig günstig.

Am 23. Juni konnte Lehrer Schunk etwa 70 Stück besonders gelungener Papparbeiten von Schülern des Gymnasiums, die durch seinen Unterricht hervorragend gefördert worden waren, im Zimmer des Direktors ausstellen. Dieser Kursus für Handarbeit fand damit seinen Abschluſs.

Die Sommerferien dauerten vom 3. Juli bis 1. August. Vom 2. Juli nachmittags bis zum 5. abends machten 46 Mitglieder des Primaner-Gesangvereins unter Führung des Direktors und des Gesanglehrers Stolzenberg bei sehr günstigem Wetter einen Ausflug durch das Lahnthal und an den Rhein.

Ende Jnli schied Kaplan Martin, der seit Eröffnung des Gymnasiums den katholischen Religionsunterricht erteilt hatte, von hier, um eine Pfarrstelle in Rotenburg an der Fulda zu übernehmen. An seine Stelle trat am 15. August als katholischer Religionslehrer für beide Gymnasien Kaplan Jestädt.

Friedrich Wilhelm Jestädt, geb. den 4. August 1865 zu Fulda, besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt von Ostern 1877 bis Ostern 1886. Darauf studierte er Philosophie und Theologie bis Herbst 1886 an der Universität zu Würzburg, dann 3 Jahre an der philosophisch-theologischen Lehr- anstalt zu Fulda, wo er nach bestandenem Examen zum Priester geweiht wurde. Vom 1. Januar bis zum 1. Mai 1890 war er Kaplan in Schmalnau, Kreis Gersfeld, sodann Kaplan in Cassel. Von Ende Mai 1890 bis August 1892 erteilte er katholischen Religionsunterricht an den drei städtischen höheren

Schulen hierselbst, bis ihm im September 1892 der Religionsunterricht an den Gymnasien übertragen wurde.

Die schriftliche Reifeprüfung für den Michaelistermin fand statt in der Zeit vom 16. bis 19. August, die mündliche unter dem Vorsitze des Herrn Geh. Regierungsrat Dr. Lahmeyer am 13. und unter dem des Direktors am 14. September.

Am 2. September fiel wegen der drohenden Choleragefahr der übliche Ausflug auf die Dönche aus, und es fand statt dessen eine Schulfeier statt, bei welcher GL. Sandrock die Festrede hielt, und zwar über Ernst Moritz Arndt.

Am 30. Mai, 17. September, ebenso am 6. Dezember und 9. Februar besuchte Herr Geheimrat Dr. Lahmeyer den Unterricht mehrerer Lehrer und besonders der Semipar- kandidaten.

Durch Verfügung vom 12. September wurde allen ordentlichen wissenschaftlichen Lehrern der Anstalt der Titel Oberlehrer verliehen.

Am 23. September von 35 Uhr und am 24. von 810 Uhr wurden öffentliche Prüfungen der Michaelisklassen VI bis U III abgehalten. Gleichzeitig fand die Aufnahmeprüfung der neu zugehenden Schüler statt. Am letztgenannten Tage morgens 10 ¹¼ Uhr erfolgte in der Aula im Beisein sämtlicher Lehrer und Schüler die feierliche Entlassung der Abiturienten durch den Direktor. Der Abiturient Chr. Nolte hielt eine Abschiedsrede überGriechenland, Rom und Palästina in ihrer weltgeschichtlichen Bedeutung.