Jahrgang 
1893
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IlI. Schulgeschichte.

Das neue Osterschuljahr wurde Montag den 25. April, nachmittags 3 Uhr, mit einer gemeinsamen Andacht eröffnet und die neu eingetretenen Lehrer vorgestellt, nämlich die hierher berufenen ordentlichen Lehrer Dr. Gorges und Spitzbarth, der mit Vertretung des zum Zweck einer Studienreise nach Paris für das Sommerhalbjahr beurlaubten GL. Bochröder beauf- tragte Kandidat Unverzagt aus Wiesbaden und der mit Vertretung des auf 8 Wochen zum Militär einberufenen OL. Manns beauftragte Kandidat Bosse aus Rinteln, sodann wurden 53 neu aufgenommene Schüler auf die Schulgesetze verpfichtet.

Dr. Konrad Gorges, geb. am 8. März 1855 zu Kl. Santersleben, besuchte das Gymnasium zu Wernigerode, studierte in Berlin, Genf und Halle, promovierte an letzter Universität 1882 auf Grund einer Dissertation, betitelt: Uber Stil und Ausdruck einiger altfranzösischer Prosaübersetzungen, und

unterzog sich ebendaselbst der Prüfung pro facultate docendi 1883. Von Michaelis 1883 84 leistete er sein Probejahr am Gymnasium in Meseritz ab und wurde Ostern 1885 zum ordentlichen Lehrer des-

selben Gymnasiums ernannt.

Ferdinand Stephan Spitzbarth wurde am 14. März 1850 in Breckerfeld, Kreis Hagen in Westfalen, geboren, besuchte das Archigymnasium zu Scest und machte Ostern 1871 am Gymnasium Arnoldinum zu Burgsteinfurt das Abiturienten-Examen. Er bezog dann die Universität Bopn und machte nach dem Besuche der Academie zu Münster das Examen pro facultate docendi. Nach Beendigung des Probejahres wurde er als wissenschaftlicher Häülfslehrer am Königlichen Gymnasium zu Hamm angestellt und Herbst 1887 als ordentlicher Lehrer an das Königliche Gymnasium zu Burgsteinfurt versetzt.

Die Kandidaten Brandes, Schlitt und past. extr. Siebert blieben als unbesoldete wissenschaftliche Hülfslehrer an der Anstalt, doch war Kandidat Schlitt vom 27. März an auf 8 Wochen zu einer militärischen Übung einberufen. Der wissenschaftliche Lehrer Dr. Heer- mann kehrte an das Gymnasium zu Hersfeld zurück, der wissenschaftliche Ilülfslehrer Eitel ging in gleicher Eigenschaft an das Gymnasium zu Weilburg öber, Kandidat Detlefs übernahm eine Lehrerstelle an einer Privatanstalt zu Saxa am Harz. GL. Sandrock war bis zum 7. Mai zu einer Studienreise nach Italien beurlaubt und wurde in 12 Stunden von dem Kand. Siebert vertreten, in den übrigen durch andere Kollegen.

Mittwoch den 20. Mai fand in der Aula des Gymnasiums die Versammlung der Lehrer der höheren Lehranstalten der Provinz Hessen-Nassau und des Fürstentums Waldeck statt. Se. Excellenz der Herr Oberpräsident Magdeburg und die Herren ProvinzialSchulräte Geheimrat Dr. Lahmeyer und Kannegiefser beehrten dieselbe durch ihre Gegenwart.

Vom 30. Mai bis 2. Juli gab Kand. Schlitt die Unterrichtsstunden des zu einer militärischen Ubung einberufenen wissenschaftlichen Hülfslehrers v. Seidel.

An dem archäologischen Ferienkursus zu Bonn und Trier(vom 7. bis 15. Juni) nahm GL. Bleckmann teil.

Am 15. Juni sprach zum Gedächtnis des Todestages Kaiser Friedrichs Pfarrer Fürer, am 18. Oktober zur Erinnerung an den Geburtstag desfelben Oberlehrer Dr. Gorges, am 9. März zum Gedächtnis des Todestages Kaiser Wilhelms I. der Direktor, am 22. März zum Gedächtnis des Geburtstages desfelben Oberlehrer Spitzbarth.