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II. Verfügungen der vorgesetzten Behörden.
1. Am 10. April bestimmt der Herr Minister, daß am ersten Schultag in der Schulandacht oder in einer Unterrichts- stunde der denkwürdigen Ereignisse vor 50 Jahren— Befreiung Schleswig-Holsteins— gedacht werde.
2. Am 15. April wird der Kandidat Dr. Ludwig Maier vom Königl. Provinzial-Schulkollegium zur Ableistung seines Probejahres der Anstalt überwiesen. Am 22. August wurde er dem Realgymnasium überwiesen.
3. Am 15. April ordnet der Herr Minister an, daß der Unterricht im Deutschen, in der Heimatkunde, der Geschichte, der Naturkunde, der Erdkunde und im Zeichnen für den Gesichtspunkt des Heimatschutzes in jeweils geeigneter Weise zur Geltung zu bringen sei.
4. Am 29, Juni gibt der Herr Minister bekannt, daß, wenn möglich, in jeder Turnstunde Laufübungen vor- genommen werden sollen; die am meisten zu übende Form des Laufes ist der Dauerlauf, der anfänglich nur kurze Zeit ausgeübt werden darf, aber allmählich immer mehr auszudehnen ist.
5. Am 27. September verfügt der Herr Minister, daß mit Rücksicht auf die im Felde stehenden Kandidaten die durch Tod oder Pensionierung freiwerdenden Oberlehrerstellen während des Krieges nicht besetzt werden dürfen.
6. Am 5. Oktober bestimmt der Herr Minister, daß Angehörige feindlicher Staaten zum Unterricht nicht zuzu- lassen sind.
7. Am 5. November ordnet der Herr Minister an, daß die Lehrer im Unterricht auf die Brotversorgung Deutsch- lands durch geeignete Hinweise und Belehrungen wirken sollen.
8. Am 6. November spricht der Herr Minister die Erwartung aus, daß in den Unterrichtsstunden die Lehraufgaben zu den großen kriegerischen Ereignissen in lebendige Beziehung gesetzt werden.
9. Am 21. November ersucht der Herr Minister um Mitwirkung der Lehrer bei der Goldsammlung.
10. Am 14. Dezember ordnet der Herr Minister an, daß bei Beschaffung von Stahlfedern inländische Erzeugnisse bevorzugt werden sollen.
III. Schulgeschichte.
Das Schuljahr begann am 21. April 1914 mit der Prüfung der für die Klassen Quinta bis Sekunda angemeldeten Schüler; die für Sexta angemeldeten waren bereits vor den Osterferien geprüft worden. Im ganzen wurden 83 Schüler aufgenommen, 75 Schüler in die Sexten und 8 in die übrigen Klassen.
Die Verwaltungskommission bestand aus den Herren: Oberbürgermeister Koch als Vor- sitzendem, Stadtschulrat Bobritz, Stadtrat Schoppach, Oberstleutnant Henrici als Mitgliedern des Magistrats; Justizrat Dr. Bartels, Hofapotheker Nagell und Sanitätsrat Dr. med. von Wild als Stadtverordneten, sowie dem Direktor Professor von Hanxleden.
Ins Lehrerkollegium trat neu ein Herr Oberlehrer Dr. Drücke vom Realprogymnasium in Elms- horn i. Holstein, während der bisherige wissenschaftliche Hilfslehrer Dünkel für die andere neu eingerichtete Oberlehrerstelle gewählt wurde.
Die Turnfahrt wurde von sämtlichen Klassen unter Führung der Klassenlehrer am 20. Mai unternommen. Die Prima machte eine Wanderung durch den Solling nach Carlshafen; die Sekunda nach Wildungen, Schloß Waldeck, Eddertalsperre; die Tertia nach Wolfhagen, Weidels- burg, Eddertalsperre. Die Quarta wanderte nach Röhrenfurth, Eiterhagen, Belgerkopf, Baum- bachhöhle über Oberkaufungen; die Quinta a ging durchs Druseltal, Firnsbachtal nach den Baunsbergen. Das Ziel der Quinta b war der Bilstein bei Großalmerode; die Sexta a wan- derte über Sandershausen nach Münden; die Sexta b über die Bilsteinklippen, Bismarckturm, Hohes Gras nach dem Herkules.
Nach den Sommerferien sollte der Unterricht wieder in altgewohnter Weise am 4. August beginnen. Aber es war eingetreten, was man in den letzten Ferientagen schon voller Spannung


