Jahrgang 
1927
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Der Klassenunterricht umfaßte Theorie und Musik- geschichte. Einzelne stimmlich bezw. instrumental be- gabte Schüler wurden durch Sonderunterweisung angeregt und gefördert. Die Oberklassen hatten gelegentlich der gruppenweisen Besichtigung einer großen Kirchenorgel Gelegenheit, einige Werke alter und neuerer Meister zu hören. Die Instrumentengruppe wirkte in Gemeinschaft mit dem Schülerchor bei sämtlichen Schulfeiern mit; besonders trugen beide zum Gelingen der Abendunterhal- tung am 8. 12. 26 bei.

Jede Klasse erhielt 2 Stunden gesonderten Unter- richt in Leibesübungen. Die Turnspiele fanden Mitt- wochnachmittag statt und zwar für die Oherstufe auf der Hessenkampfbahn, für alle übrigen Klassen auf den Waldauer Flußwiesen. Im Winterhalbjahr trat an die Stelle der Turnspiele Hallenturnen. Bei geeignetem Wetter wurde der Nachmittag auch zu Wanderungen, Waldläufen und Wintersport benutzt. Die Schule beteiligte sich an dem Staffellauf Wilhelmshöhe-Kassel und an den Bannerwettkämpfen der höheren Schulen Kassels(mit 66 Schülern).

Am Vormittage des Sommerfestes fanden auf der Hessenkampfbahn Wettkämpfe im volkstümlichen Turnen statt, an denen 142 Schüler teilnahmen. Im Anschluß an die Kämpfe wurden die Staffelwettläufe aller Klassen ausgetragen. Auf dem Winterfest der Schule in der Stadthalle zeigten eine Klasse der Unter- und der Mittelstufe und der Schülerturnverein UÜbungen aus dem Gebiete der Körperschule und des Leistungsturnens.

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Die Schlagballmannschaft der Schule beteiligte sich auch im Sommer 1926 an der Austragung der Provinz- meisterschaften. Im Gegensatz zu den beiden vorher- gehenden Jahren konnten wir im Jahre 1926 nur den 2. Platz hinter der O. R. I in Kassel belegen.

Zum Baden und Schwimmen wurden das Städtische Flußbad und der Platz des Schüler-Ruder-Vereins benutzt. Lehrplanmäßig wurde Schwimmunterricht in den mittleren und einigen oberen Klassen in je einer wöchentlichen Vor- und Nachmittagsstunde erteilt. In den Monaten Mai und Juni litt der Unterricht unter der kalten Wit- terung. An je einem Tage der Monate August und September legten 85 Schüler die Freischwimmprüfung ab(20 Minuten Schwimmen, davon 15 Minuten stromauf), sodass die Gesamtzahl der Freischwimmer jetzt 201=31,1% der Schülerzahl beträgt. Diese Zahlen haben sich

egen die des Vorjahres(154 Schüler 22,3%) um 47 chüler und 8,8% erhöht.

Zur Einführung in die Reichskurzschrift fand im Sommer- und im Winterhalbjahr je ein Lehrgang mit wöchentlich 2 Ubungsstunden statt. Insgesamt nahmen 31 Schüler teil. Zur weiteren Fortbildung wurde von Schülern aus dem Sommerkursus eine stenographische Zeitschrift gelesen. Mehrere Schüler aus dem vor- jährigen Lehrgang kamen regelmäßig zu Schreib- und Leseübungen zusammen.

2. Lehrer und Schüler.

Von Ostern 1926 bis Ostern 1927 war Studien- assessor Dr. Becker der Schule zur Deckung des Unterrichtsbedürfnisses überwiesen. Da die Schule im neuen Schuljahre nur 20 Klassen hat, hat er uns am Schluß des Schuljahres 1926 wieder verlassen. Studienrat Askevold war krankheitshalber von Ostern bis zu den Sommerferien beurlaubt; ihn vertrat der im Ruhe- stand lebende Studienrat Theisen, der bis Herbst 1925 an der Schule tätig war. Studienrat Dr. Drücke, der krankheitshalber von Mitte August bis Ende September beurlaubt war, vertrat Studienreferendar Gölzhäuser. Der schon im Vorjahre gewählte Zeichenlehrer Klose aus Quedlinburg trat sein Amt nach den Herbstferien an. Die Stelle des zweiten Zeichenlehrers hat fünf Jahre Zeichenlehrer Spangenberg versehen. Ostern 1926 ging er nach Oberhausen, wo er jetzt als Zeichen- lehrer an der Mittelschule tätig ist. Von Ostern bis Herbst 1926 hatte Zeichenlehrer Wilhelm Haarberg die Stelle inne. Studienhalber waren im Auslande Studienrat Dr. Froeb in der französischen Schweiz, Studienrat Dr. Bromm in Sücdfrankreich, Studienrat Riemann in Paris. Studienrat Hohm ann nahm Anfang August an Ferienkursen der Universität Jena teil. Eine größere Anzahl Lehrer beteiligte sich Ende September an den Vorträgen der Pädagogischen Woche in Kassel.

Auch im Berichtsjahre war Oberstudienrat Fricke Stellvertreter des Direktors. Seine Amtspflichten blieben unverändert.

Der Lehrerausschuß bestand im Jahre 1926 aus den Studienräten Dr. Schläger und Dr. Bromm und Oberschullehrer Knöpfel.

Befreit waren im Berichtsjahre:

a) vom Turnen: 36 Schüler auf Grund einer ärzt- lichen Bescheinigung, davon 7 von einzelnen Ubungen;

b) von den Turnspielen: 36 auf Grund eines Gut- achtens des Schularztes, 49 Auswärtige(durch das Prov.-Sch.-K.);

c) vom Religionsunterricht: 15 Schüler und 9 Kon- firmanden;

d) vom Zeichnen: 2.

Teilnahme am freiwilligen Unterricht:

Am Werkunterricht nahmen teil: 71, am Kurz- schriftkursus 31, an der philosophischen Arbeitsgemein- schaft 18, der deutschkundlichen Arbeitsgemeinschaft für die Ol 17, der deutschkundlichen Arbeitsgemein- schaft für die Ul im Sommer 28, im Winter 14, der neusprachlichen Arbeitsgemeinschaft für die Ol 5, der neusprachlichen Arbeitsgemeinschaft für die OlII 24, der Arbeitsgemeinschaft für Physik und Chemie für OI6, für Ula 21, für UIb 24, für OII 17 Schüler.

Schülerselbstverwaltung, Schülervereine, autgabentrejer Nachmitfag, Wanderungen, chulsport, Gesundheitszustand usw.

Die Einrichtungen, die der Schülerselbstver- waltung dienen, haben im Berichtsjahre keineVeränderung erfahren. Berater der Schülerschaft war wie im Vor- jahre Oberstudienrat Fricke.

Das Leben in den Schülervereinen der Schüler war im letzten Schuljahre recht rege.