Hünseler, vom 1. Mai 1910 ab Kaplan Dr. Schäfer, in Abteilung IV und VLehrer an der Bürgerschule 9 Schwab.
I. Abteilung. 2 Std. Erklärung der Apostel- geschichte und ausgewählter Abschnitte aus dem Römerbrief. Lehre von der Gnade und den Sakra- menten. Kirchengeschichte des Mittelalters. Lehr- buch von Dreher.— II. Abteilung. 2 Std. Die Gött- lichkeit des Christentums. Lehrbuch von Dreher. — IIl. Abteilung. 2 Std. Das öffentliche Leben Jesu. Die Gnadenlehre. Das Kirchenjahr. Einige Lieder. Katechismus für die Diöcese Fulda, Biblische Ge-— schichte von Schuster, Leitfaden der kath. Religions- lehre von Dreher.— IV. Abteilung. 2 Std. a) Bib- lische Geschichte. Altes Testament: Von Moses bis Christus. b) Katechismus: 2. Hauptstück. Wieder- holung des 1. Hauptstückes. Einige Kirchenlieder. V. Abteilung. 3 Std. a) Biblische Geschichte. Altes Testament: Von Erschaffung der Welt bis Moses. Neues Testament: Geburt und Jugendgeschichte Jesu. Das Leiden und Sterben Jesu. b) Katechismus: Gebete. Lieder. 1. Hauptstück. Vom Gebete.
Am Keliglonsunterricht nahmen nicht teil:
a) evangelische Schüler: im Sommer 0, im Winter 64 Konfirmanden; b) katholische Schüler: 0.
Jüdischer Religionsunterricht.
Der Unterricht wurde in einer Abteilung Vl1— UIII erteilt. 2 Stunden wöchentl. Seminarlehrer Katz.
Biblische Geschichte: Von dem Regierungs- antritte Davids bis zum Untergange des Reiches. Syst. Religionslehre: Die Erklärung der 10 Gebote. Festtage. Mehrere Psalmen. Jüd. Geschichte: Die Geschichte der juden Deutschlands bis auf die Neu- zeit in Lebensbildern.
C. Technischer Unterricht.
a) Turnen: Die Anstalt besuchten im Sommer 636, im Winter 626 Schüler. Von diesen waren befreit:
auf einen Teil vom Turnen von einzelnen des
überhaupt Übungsarten Halbjahres
auf Grund ärztlichen Zeugnisses: im S. 35, im 8. 20, im 8. 11, ſim W. 36, im W. 10, im W. 7,
aus anderen Gründen: ſim S.—, im 8.—,ſim 8.—, im W.—, im W.—, im W—,
. ſim S. 35, im S. 20, im 8. 11 zusammen: im W. 36, im W. 10, im W. 7.
also von der Gesamt- zahl der Schüler:
lim S. 5,5% imS. 3, i 1,
% imS. 1,7% i. W. 5,7%⁄i. i. W. 1, 1%
Es bestanden bei 19 getrennt zu unterrichtenden Klassen 15 Turnabteiluugen, zur kleinsten von diesen gehörten 30, zur grössten 55 Schüler.
Wöchentlich waren 45 Stunden für den Turn- unterricht angesetzt. Aufschluss über die Leitung der Turn- und Spielstunden gibt der Unterrichts- verteilungsplan.
Die Schule hat in unmittelbarer Nähe die ihr zugehörige Halle mit Turnplatz; soweit es das Wetter erlaubte, wurde im Freien geturnt. Von den drei Turnstunden jeder Abteilung wurde eine als Doppel- stunde, soweit es die Witterung erlaubte, zu Turn- spielen auf dem Bowling-green, im Winter auch zu Eislauf, Rodeln und Turnmärschen benutzt.
b) Schwimmen. An den Bade- und Schwimm- einrichtungen nahmen 299 Schüler teil, von diesen haben sich im Sommer 44 freigeschwommen. Die Gesamtzahl der Freischwimmer beträgt 165= 25,9% der Gesamtzahl der Schüler.
c) Gesang. Die Übungen fanden in 5 Abteilungen statt. 1. Abt: Vierstimmiger Chor, die Schüler der I-IV einschliesslich umfassend, soweit dieselben nicht zeitweise oder überhaupt zum Singen unbrauch- bar waren. jedes Chormitglied nimmt an 2 Stunden teil, der Chorstunde und der Stunde für seine Stimme (Tenor und Bass gemeinschaftlich eine Stunde). 2.— 5. Abt.: V a, Vb, VI a, VIb, je 2 Std. Im Sommer Erdmann, im Winter Lehmann.
d) Schreiben. An der besonders eingerichteten Schreibstunde mussten aus OIIl im Sommer—, im Winter 2, aus UIIl im Sommer 39, im Winter 26, aus IV im Sommer 34, im Winter 28 Schüler teil- nehmen. Dieser Unterricht wurde von den Zeichen- lehrern Krämer und Cohrs, sowie den Lehrern am Realgymnasium Erdmann und Lehmann erteilt.
Privatkurse. Einen Lehrgang in der Stenographie nach Stolze- Schrey leitete Herr Lehrer Blumenstengel. Eine Tanzstunde für Schüler der Anstalt fand während der Monate April bis Juli bei Herrn Hof- tanzlehrer Riebeling statt.
D. Aufgaben für die Reifeprüfung.
Herbst 1910. Deutsch. Wie ist Herzog Ernst in Hebbels „Agnes Bernauer“ zu beurteilen? Französisch. Louis XIV et l'Allemagne. Mathematik. 1. Es soll ein Hohlgefäss in Form eines Zylinders angefertigt werden, das bei gegebener Oberfläche O den grössten Inhalt hat.— 2. Welche Scheitelgleichung hat die Parabel, die durch den Punkt P.(X= 6; y= 4) geht, und welches ist


