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7) 7. 8. 09. Königl. Provinzial-Schulkollegium teilt die Anordnung des Herrn Ministers mit, dass am 10. November als dem 150jährigen Geburtstage Schillers in den deutschen Stunden die Schüler darauf hingewiesen werden sollen, was das deutsche Volk den Werken Schiller'scher Dichtkunst zu verdanken hat.
8) 16. 10. 09. Königl. Provinzial-Schulkollegium übersendet nachstehenden Ministerialerlass vom 2. 10. 00 UI T No. 21870 UII.
Durch die Diplomprüfungsordnungen der Abteilungen für Maschinen-Ingenieurwesen und Elektro- technik der Preussischen Technischen Hochschulen ist vorgeschrieben, dass diejenigen Studierenden, welche sich der Hauptprüfung in diesen Fächern unterziehen wollen, eine einjährige praktische Werk- stättentägkeit in einem technischen Unternehmen nachzuweisen haben, wovon jedoch die Hälfte in den grossen Ferien ausgeübt sein kann. Der Lehrplan für Studierende der genannten Fächer ist, ohne den Beginn des Studiums zu Ostern auszuschliessen, im grossen und ganzen unter der Voraussetzung auf- gestellt, dass das Studium mit dem Wintersemester begonnen wird. Bei den Technischen Hochschulen ist aber viellach die Wahrnehmung gemacht worden, dass junge Leute, die die Reifeprüfung zu Ostern bestanden haben, unzweckmässigerweise sofort mit dem Studium beginnen, oder das ganze Jahr prak- tischer Werkstättentätigkeit ableisten, während es in diesem Falle zweckmässiger ist, dass sie zunächst ein Halbjahr praktisch arbeiten und erst zu Beginn des Wintersemesters sich immatrikulieren lassen. Das zweite Halbjahr der Werkstättentätigkeit kann dann in den nachfolgenden grossen Ferien ab- geleistet werden.
Diejenigen jungen Leute dagegen, die im Herbst die Schule verlassen, werden besser zunächst das ganze Jahr Werkstättentätigkeit durchmachen. Falls besondere Gründe vorliegen, können sie auch sofort mit dem Studium beginnen und dieses dann,— etwa nach einem jJahr— zum Zwecke des praktischen Arbeitens unterbrechen.
III. Schulgeschichte.
1. Königliche Provinzial-Schulkollegium. Nach längerem Kranksein starb am 18. Mai Herr Provinzial-Schulrat Dr. Baier, dem die Austalt seit Beginn des Jahres 1905 zu- geteilt war. Mit ihm schied ein Mann dahin, der dem Realgymnasium stets das grösste In- teresse entgegengebracht hat und dem der Lehrkörper der Anstalt für seine wohlwollende, vornehme Gesinnung auch über das Grab hinaus zu dauerndem Dank verpflichtet bleibt. An der Beerdigung, die am 21. Mai auf dem Wehlheider Friedhof stattfand, nahm das ganze Lehr- kollegium teil. Nach seinem Tode wurde das Dezernat bis zum Herbst von Herrn Geh. Re- gierungsrat Dr. Kaiser verwaltet, um alsdann auf den neu ernannten Provinzial-Schulrat Herrn Dr. Wassner überzugehen.
2. Verwaltungs-Kommission. Aus der Verwaltungskommission schied aus Herr Kommerzienrat Vogt, der ihr über 10 Jahre angehört und an dem Gedeihen der Schule den lebhaftesten Anteil genommen hat. An seine Stelle trat Herr Justizrat Dr. Bartels. Es gehören daher der Verwaltungskommission als Mitglieder an: Oberbürgermeister Müller(Vorsitzender), Stadtschulrat Bobritz(Stellvertreter), die Stadträte Kaufmann Schoppach und Rechnungsrat Stippich, die Stadtverordneten Justizrat Dr. Bartels, Hofapotheker Nagell, Sanitätsrat Dr. von Wild und der Direktor des Realgymnasiums.
3. Lehrkörper der Anstalt. Zu Ostern 1900 schied Herr Professor Kratsch von der Anstalt, um dem ehrenvollen Rufe als Leiter der hiesigen Realgymnasialklassen für Mädchen und der neu gegründeten Studienanstalt Folge zu leisten. Bei der vorausgehenden Schlussfeier wies der Direktor darauf hin, dass Herr Professor Kratsch, der dem Lehrkörper des Real- gymnasiums seit Herbst 1804 angehört, seine Schüler nicht allein in den Wissenschaften kräftig


