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gefordert, sondern auch zur Ordnung und Treue im Grossen wie im Kleinen durch Zucht und eigenes Vorbild erzogen habe, und dankte dem Scheidenden herzlich für alle Hingebung und Treue.
Zu demselben Zeitpunkt ging der wissenschaftliche Hilfslehrer Dr. Stiebeling als Ober- lehrer nach Frankfurt a. M. und der französische Lehramtsassistent Maurice Evrat in seine Heimat zurück. Von den Kandidaten des hôheren Schulamtes schieden aus Dr. Eymer, Dr. Siebert und Dr. Paul Wagner, der aber im Sommerhalbjahr dem Realgymnasium noch einige Wochen zur Vertretung wieder zugewiesen war. Auch der Kandidat des höheren Schulamts Fritz Hossbach übernahm vorübergehend eine Vertretung an der Oberrealschule zu Schmal- kalden, kehrte aber Mitte Juni zur Fortsetzung seines Probejahres an die Anstalt zurück und beendete dieses am 1. Oktober, um alsdann sein Militärdienstjahr in München abzuleisten. Von den übrigen Kandidaten verblieben an der Anstalt Dr. Schindehütte, Dr. Asteroth und Peter und beendigten am 1. Oktober ihr Seminarjahr, worauf der erstere austrat, um seiner Militär- pflicht hierselbst zu genügen, während die letzteren dem Realgymnasium weiterhin zur Ableistung des Probejahres überwiesen wurden.
Neu traten zu Ostern 1900 ein: Oberlehrer Dr. Ernst Hollstein,*) dem eine neu gegründete Oberlehrerstelle übertragen worden war und Oberlehrer Dr. Oscar Waldeck**) als Ersatz für den verstorbenen Professor Dr. Peters; ferner als wissenschaftliche Hilfslehrer: Heinrich Kolb und Dr. Paul Schott, letzterer zur vorläufigen Versehung der durch das Ausscheiden des Herru Professor Kratsch erledigten Oberlehrerstelle, sowie die Kandidaten des Kgl. Päàdagogischen Seminars an der hiesigen Oberrealschule I Wilhelm Brenken und Otto Schneider, die zusammen eine Hilfslehrerstelle verwalteten, und ausserdem der Zeichenlehrer Adolf Jakob zur Vertretung des krankheitshalber für das ganze Sommerhalbjahr beurlaubten Zeichenlehrers Karbiner. Auch nach Ablauf dieser Zeit blieb Herr Jakob an der Anstalt, um 4 Uberstunden zu erteilen und vertrat weiternin von Anfang November bis zum Schluss des Schuljahres zusammen mit dem Kandidaten des höheren Schulamts Gaul den erkrankten Lehrer am Realgymnasium jürgens.
Am 1. Oktober trat Herr Professor Dr. Meyer, der seit Mitte Mai krankheitshalber der Schule hatte fern bleiben müssen, in den Ruhestand. Bei der Eröffnungsandacht zu Beginn des Winterhalbjahrs gedachte der Direktor des Ausgeschiedenen und hob hervor, dass Herr Professor Dr. Meyer, dessen 25jähriges Dienstjubiläum zu Ostern v. J. vom Lehrerkollegium gefeiert worden war, 21 Jahre allein dem Realgymnasium mit seinem gründlichen und gediegenen
3 Erust Hollstein, geboren den 16. Januar 1880 zu Wanfried, Kreis Eschwege, bestand die Reife- prüfung am Königl. Gymnasium zu Hersfeld und studierte alsdann neuere Sprachen an der Universität Halle. Hier erwarb er 1901 die philosophische Doktorwürde und bestand im folgenden Jahre die Prüfung für das höhere Lehramt. Herbst 1902 trat er alsdann in das Königl. Pädagogische Seminar am Königl. Gymnasium zu Weilburg ein und ging Herbst 1903 als Probekandidat an die Oberrealschule zu Schmalkalden, wo er am 1. Oktober 1904 als Oberlehrer endgültig angestellt wurde.— Druckschriften: 1. Verhältnis von Ben Jonson's „The devil is on ass“ und John Wilson's„Belphegor or the marriage of the devil“ zu Machiavelli's Novelle vom Belfagor,(Dissertation) 1901; 2. Geschichte der Stadt Wantried, 1908.
**½) Oscar Waldeck, geboren den 13. Juni 1881 zu Corbach(Waldeck), bestand die Reifeprüfung am Gymnasium seiner Vaterstadt und widmete sich dann germanistischen und historischen Studien an den Uni- versitäten Tübingen, München, Berlin und Marburg. In Marburg bestand er 1906 die Prüfung für das höhere Lehramt und erwarb 1909 die philosophische Doktorwürde. Inzwischen legte er vom Herbst 1906 bis Herbst 1908 das vorschriftsmässige Seminar- und Probejahr am Königl. Friedrichsgymnasium zu Cassel ab und ver- blieb auch weiterhin an dieser Anstalt als wissenschaftlicher Hilfslehrer.— Druckschrift:„Die Publizistik des Schmalkaldischen Krieges inbezug auf die Fragen nach dem Grund des Krieges und A4ch dem Recht des Widerstandes gegen den Kaiser“,(Dissertation) 1909.


