Jahrgang 
1909
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Taten der Gedanke an die ldeale seines Standes. Was er tat, war ihm Mittel zu diesem Zweck. Er war ein idealer Streiter für Ideale. Und was er in hingebender Tiefgründigkeit erarbeitet, das wusste er in vollendeter Form vorzutragen. Die jJahresberichte, die Dr. Peters auf den Philologentagen der Provinz hielt, waren Leistungen, vor denen jeder Wunsch verstummen musste. Die Tiefe und Fülle des Inhalts rissen die Hörer in gleicher Weise zur Bewunderung hin, wie die Kunst der Darstellung und Darbietung. Sie waren harmonisch, wie seine Persönlichkeit harmonisch war, harmonisch, wie sein Wirken und Leben verlief und ausklang. Denn angesichts des Todes, dessen Nahen er mit der Klar- heit schaute, die seines geistigen Wesens Kern war, zeigte er eine Heldenhaftigkeit, die in denen, die in letzter Lebensstunde bei ihm waren, die Hochschätzung, die sein Leben abnötigte, zur Bewunderung steigerte. Klar im Geist, lauter und stark im Gemüt, so lebt er fort in der Erinnerung. Wer ihn ge- kannt, der weiss: Sie haben einen guten Mann begraben. Gross aber ist die Zahl derer, denen er mehr war.

Von einer schweren Erkrankung wurde Herr Oberlehrer von Hanxleden heimgesucht,

der vom 28. April bis 5. Juni und aus derselben Veranlassung vom 19. Februar bis 15. März den Unterricht aussetzen musste. Die Vertretung wurde grösstenteils von Mitgliedern des Lehrerkollegiums geleistet. Auch Herr Karbiner erwies sich als noch nicht völlig wiederher- gestellt und musste zweimal, im ganzen 14 Tage, dem Unterricht fern bleiben. Eine Woche und länger fehlten wegen Erkrankung die Herren Professor Heydenreich, Professor Dr. Meyer, Professor Dr. Krüger und insbesondere Oberlehrer Dr. Knatz und Oberlehrer Menges. Be- urlaubt war vom 9. Juni bis 17. Juni zur Teilnahme an einem archäologischen Ferienkursus in Bonn und Trier Oberlehrer Dr. Fuckel, und zu militärischen Dienstleistungen Professor Dr. Krüger vom 22. Juni bis 3. juli und Oberlehrer von Hanxleden vom 16. September bis 31. Oktober. Ausserdem machten leichtere Erkrankungen, Trauerfälle in der Familie, Tätigkeit als Schöffe, Teilnahme an der Landtagswahl als Wahlmann, Dienstreisen des Direktors(17. Oktober bis 20. Oktober, 10. November bis 11. November) noch Vertretungen notwendig, die ebenso wie die vorigen vom Lehrerkollegium geleistet wurden. An der Hauptversammlung des Philologen- vereins der Provinz zu Bad Ems nahmen Professor Dr. Peters und Oberlehrer Lic. Bach teil. Von Seiner Majestät wurde Herrn Erdmann am 3. Februar 1908 die Südwestafrika-Denkmünze aus Stahl verliehen.

3. Schüler. Im Winter kamen zahlreiche Erkrankungen an Scharlach vor.

4. Prüfungen. Die mündliche Reifeprüfung im Herbst, die unter dem Vorsitz des Herrn Provinzialschulrats Professor Dr. Baier am 12. September stattfand, bestanden zwei Oberprimaner. Zugleich fand vom 23. bis 25. September nach vorausgegangener schrittlicher Prüfung die mündliche Reifeprüfung der 8 Schülerinnen der ersten Klasse der hiesigen Real- gymnasialkurse für Mädchen und zweier fremden Prüflinge unter dem Vorsitz des Herrn Geh. Regierungsrats Dr. Kaiser statt. Den sämtlichen 8 Schülerinnen konnte die Reife zugesprochen werden. Es waren dies: Wilhelmine Eberhagen, Käthe Heinemann, Margarete Janik, Mathilde Meyer, Luise Pfeiffer, Elisabeth von Rhein, Margarete Schenk, Amalie Wertheim.

Bei der mündlichen Reifeprüfung im Ostertermin am 11. und 12. März wurde der nach schwerer Erkrankung noch nicht genesene Herr Provinzialschulrat Professor Dr. Baier durch den Direktor der Anstalt vertreten. 20 Oberprimaner erhielten das Zeugnis der Reife, darunter 6 unter Entbindung von der mündlichen Prüfung.

Des ferneren bestanden am 6. und 7. Mai die Ergänzungsprüfung im Lateinischen die ehemaligen Oberrealschul-Abiturienten Heinrich Bubinger und Heinrich Rieken, am 10. und 11. September die Prüfung der Reife für Prima die auswärtigen Prüflinge Edmund Milne und Werner Purmann-Zwanziger und am 10. September die Prüfung der Reife im Lateinischen für Prima der Prüfling Karl Barth.