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5. Umwandlung der Anstalt, Unterrichtsbetrieb. Im ablaufenden Schuljahr wurden nach dem neuen Lehrplan(mit Französisch als Fremdsprache) die Sextaner, Quintaner und die Schüler der IVa und b unterrichtet; die IVc umfasste alle sitzengebliebenen Quartaner, die nach einem besonderen Lehrplan für die UIII des Reformrealgymnasiums vorbereitet wurden. Ebenso wird im nächsten Schuljahr eine UIIIc diejenigen Schüler aufnehmen, die in den Unter- tertien das Ziel der Klasse nicht erreicht haben.
Den französischen Konversationsstunden gesellten sich englische hinzu, an denen eine Reihe von Schülern der oberen Klassen teilnahmen. Als zweckmässig hatte sich herausgestellt, dass die fremdsprachlichen Lehramtsassistenten innerhalb der ihnen zugewiesenen Stundenzahl auch in den Klassen selbst, die Täâtigkeit der neusprachlichen Lehrer der Anstalt unterstützten.
Die Turnspiele wurden in derselben Weise gepflegt wie im Vorjahre; im Winter wurde, dank der günstigen Witterung, die dafür angesetzte Zeit häufig zum Eislauf und Rodeln benutzt.
6. Neubau der Anstalt. Eine für die weitere Entwickelung der Anstalt höchst wichtige Frage ist im ablaufenden Schuljahr endgültig entschieden worden. In den letzten Jahren konnten die Räume des jetzigen Schulgebaudes, das für eine vollständige Doppelanstalt ursprünglich nicht berechnet war, die Klassen und die Menge der Schüler kaum noch fassen, so dass von den vorhandenen Zimmern immer mehr ihrer eigentlichen Bestimmung entzogen werden mussten. Die sichtliche Unhaltbarkeit der gegenwärtigen Zustände führte am 19. De- zember 1904 zu dem Beschluss der Verwaltungskommission, den städtischen Behörden den Neu- bau der Anstalt auf dem Grundstück Wilhelmshöher Allee No. 35— 30 und 41 zu empfehlen, welchem Vorschlag der Magistrat und vor kurzem auch die Stadtverordneten-Versammlung zu- stimmten, indem letztere zugleich die sofortige Inangriffnahme der nõtigen Erdarbeiten als Not- standsarbeiten billigte. So kann die Schule in 1 ½ bis 2 Jahren dem Einzug in einen gesund- heitlich und pädagogisch wohldurchdachten Bau entgegensehen.
7. Schulfeiern, Ausflüge, Vorträge, Ferien. Das vorige Schuljahr wurde am 11. April wie üblich mit einer Feier im Festsaale der Anstalt geschlossen; die Vortragsfolge, an die sich eine Ansprache des Direktors anschloss, war diese:
1.„Der Faule“, von Robert Reinick, vorgetragen von Kurt Sckerl, VIb. 2.„La petite hirondelle“,
von E. Rambert, vorgetragen von Otto Selke, Vb. 3.„Drusus Tod“, von Simrock, vorgetragen von
Paul Cadenbach, IVb. 4.„Chanson de la caille“, vorgetragen von Hermann Höhmann, UIIIb. 5.„Zriny,
V. Aufzug, 2. Auftritt(Zrinys Selbstgespräch)“, vorgetragen von Walter Kupfer, OIllb. 6.„Childe
Harold's Adien to England“, by Lord Byron, vorgetragen von Karl Rohrbach, UIIb. 7.„Maienlust“,
von Walther von der Vogelweide, vorgetragen von Heinrich Sinning. Ollb. 8.„The Graves of a Houx- hold“, von Felicia Hemans, vorgetragen von Wilhelm Hochapfel, UIb.
Die Sedanfeier am 2. September setzte sich wie im Vorjahre aus 2 Teilen zusammen. Um 9 Uhr wurde im Festsaale der Anstalt eine des beschränkten Raumes wegen nicht öffent-
liche Schulfeier in nachstehender Ordnung abgehalten:
1. Chorgesang:„Gebet für Kaiser und Reich“, von Lwoff. 2. Vorträge: a)„Zum 30. Juli 1908, dem zehnjährigen Todestage Bismarcks“, vorgetragen von August Diebel, Ula. b)„Bismarcklied“, vorgetragen von Friedrich Heder, IVa. c)„Zu Bismarcks Gedächtnis“, von Wichmann, vorgetragen von Fritz Becker, Ullla. d)„Die Gruft in Friedrichsruh“, vorgetragen von Wilhelm Bangert, Ollla. e)„Zu Bismarcks Gedächtnis“, von Albert Herzog, vorgetragen von Karl Krüger, OIla. 3. Chorgesang: „Die Wacht am Rhein“, von K. Wilhelm. 4. Vorträge: a)„Die Wacht am Meer“, von Heikhaus, vor- getragen von Walter Hartmann, VIa. b)„Deutsches Flottenlied“, von Gottfried Doehler, vorgetragen von Wilhelm Kammandel, Va. c)„Die Helden vom IItis“, von Rudolf Presber, vorgetragen von Kurt Knierim, UIla. 5. Gesang:„Deutsches Flaggenlied“, von Linderer-Thiele, gesungen von Grover Liese


