Jahrgang 
1907
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Wöchentlich waren 42 Stunden für den Turn- unterricht angesetzt. Ihn erteilte Prof. Siebert in l, Prof. Dr. Krüger in VIa, Prof. Dithmar in Oll, UIIa und U IIla, Oberlehrer Kunze in UIIb, O IIIa und O IIIb, Oberlehrer Dr. Knatz in IVa und VIb, Oberlehrer Dr. Kugel in Va und wissenschaftlicher Hilfslehrer Dr. Koch in UIIIb, IVb und Vb.

Die Schule hat in unmittelbarer Nähe die ihr zugehörige Halle mit Turnplatz; soweit es das Wetter erlaubte, wurde im Freien geturnt.

Turnspiele wurden hauptsächlich in den unteren Klassen innerhalb der Turnstunde gepflegt, und es wird darauf etwa eine Stunde wöchentlich verwandt; in den mittleren und oberen Klassen wird Anleitung zum Spielen gegeben. Zuweilen werden zwei Turn- stunden zu grösseren Spielen im Freien, im Winter auch zum Eislauf zusammengelegt. Einer Anzahl von Schülern wurde das Fussball-Spielen auf dem Schulhofe gestattet.

b) Schwimmen. An den Bade- und Schwimm- einrichtungen nahmen 360 Schüler teil; von diesen haben sich im Sommer 44 freigeschwommen. Die Gesamtzahl der Freischwimmer beträgt 144= 24,5% der Gesamtzahl der Schüler.

c) Gesang. Die UÜbungen fanden in 5 Ab- teilungen statt. 1. Abt.: Vierstimmiger Chor, die Schüler der I-IV einschliesslich umfassend, soweit dieselben nicht zeitweise oder überhaupt zum Singen unbrauchbar waren; 4 Std. Erdmann. jedes Chor- mitglied nimmt an 2 Stunden teil, der Chorstunde und der Stunde für seine Stimme(Tenor und Bass gemeinschaftlich 1 Stunde). 2. Abt.: Va, 2 Std. Jürgens; 3. Abt. Vb, 2 Std. Erdmann; 4. Abt.: VIa, 2 Std. Erdmann; 5 Abt.: VIb, 2 Std. Jürgens.

d) Schreiben. An der besonders eingerichteten Schreibstunde mussten aus OIIl im Sommer 18, im Winter 13, aus UIIl im Sommer S, im Winter 10, aus IV im Sommer 16, im Winter 15 Schüler teil- nehmen. Dieser Unterricht wurde von den Lehrern am Realgymnasium Jürgens und Erdmann erteilt.

Privatkurse. Einen Lehrgang in Gabelsberger Stenographie leitete Herr Lehrer Heins. Eine Tanzstunde für Schüler der Anstalt fand während der Monate Mai bis juli bei Herrn Hof- tanzlehrer Riebeling statt.

Aufgaben für die Reifeprüfung. Ostern 1007. Deutsch. O la und b: Wie hat sich der deutsche Einheitsgedanke seit 1815 entwickelt? Französisch. O la: Le grand Electeur. O Ib: La guerre de 1866.

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Mathematik. O la: 1. Eine Ellipse hat die Gleichung l12 y ²+ 4 x*= 48. In ihr schneiden sich zwei konjugierte Durchmesser unter 120⁰°. Wie gross sind sie und welche Winkel bilden sie mit der Haupt- achse? 2. Wie hoch steht ein halbes Kilogramm Wasser in einer Kugel, deren Radius 1 dm beträgt? (Kub. Gleichung). 3. In einer Halbkugel sind parallel zu ihrem Grundkreis 2 Kreise gelegt von den Halb- messern a= 6 cm, b= 4 cm. Die Höhe der ent- standenen Kugelzone ist h= 2 cm. Wie gross ist der Kugelradius und wie gross sind Inhalt und Ober- fläche des kleineren Kugelsegments? 4. Jede Grund- kante einer dreiseitigen Pyramide sei b em, die Seiten- kanten seien 10 cm, 10 cm, 12 cm. Wie gross ist der Winkel X, den zwei Seitenflächen miteinander bilden, die sich in einer der beiden gleichen Seiten- kanten schneiden?

O lb: 1. Ein Schiff fährt auf dem kürzesten Wege von Cayenne(5⁰ 17 nördl. Breite, 52⁰ 33 westl. Länge) nach Brest und verlässt zu diesem Zweck den erstgenannten Hafen unter einem Winkel von 35⁰ 4/ mit der Nordrichtung. Unter welchem Winkel passiert das Schiff den 20. westlichen Längengrad? 2. Bei einer geraden quadratischen Pyramide sind die Seitenkanten doppelt so lang als die a cm langen Grundkanten. Die Pyramide ist in schiefer Parallel- projektion zu zeichnen und ausserdem ein Würfel, dessen Oberfläche dem Mantel jener Pyramide inhalts- gleich ist. 3. In dem einen Ast der Hyperbel X2O 9y?= 144 soll das gleichseitige Dreieck ein- beschrieben werden, dessen Spitze im Scheitel liegt. Der Inhalt des Dreiecks ist zu berechnen. 4. Wie gross ist die Höhe des geraden Kegels, der einer Kugel vom Radius r= 3 em einbeschrieben ist und den 6. Teil des Kugelraums fasst?(Kub. Gleichung).

Physik. O la und b: Der Durchgang des Lichts durch ein Prisma(ohne Berücksichtigung der Farbenzerstreuung). Der Weg eines Lichtstrahls durch ein Prisma ist zeichnerisch und rechnerisch unter der Voraussetzung zu verfolgen, dass der brechende Winkel des Prismas 40%, sein Brechungs- exponent ist und der Strahl das Prisma in einer zur brechenden Kante senkrechten Ebene unter einem Einfallswinkel von 50° trifft.

Aufsätze in den Primen und Sekunden. Oberprima.

Deutsch. In a u. b: 1. Was ist von dem Lobe der Genügsamkeit zu halten? 2. Die Entrüstung des Orest in Goethes lphigenie. 3. Der ritterliche Wert des Gehorsams. 4. Wer ernten will, muss säen (Probearbeit). 6. Wie ist in GoethesTorquato Tasso der Gegensatz zwischen Tasso und Antonio gestaltet? 6. Wer ist ein Held?(Klassenarbeit). 7. Wie hat