Jahrgang 
1906
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zu je 3 Stunden, so genügen die erworbenen Kenntnisse doch völlig, um als Grundiage für praktische Weiterbildung in diesem Fache zu dienen.

Aus diesen Gründen, die aus der angeführten Schrift noch leicht ergänzt werden können, halte ich die Umwandlung des Realgymnasiums in eine Reformschule für geboten. Die vollen Vorteile daraus würden die Bewohner der Stadt natürlich erst dann ziehen, wenn auch die beiden Gymnasien(oder wenigstens eins derselben) sich anschlössen. Ob das in absehbarer Zeit der Fall sein wird, entzieht sich meiner Kenntnis; jedenfalls aber kann darin kein Grund gefunden werden, mit einer als zweckmässig erkannten Anderung länger zu zögern.

VIII. Mitteilungen an die Schüler und deren Eltern.

1. Zeugnisse.

Die Eltern derjenigen Schüler, die mit nicht genügenden Leistungen in einzelnen Fächern versetzt werden, müssen wir besonders dringend bitten, die Fortschritte ihrer Söhne genau zu verfolgen und für rechtzeitige Ausfüllung der Lücken Sorge zu tragen, um so mehr, wenn der folgende Unterricht auf den vorhergehenden weiter aufbaut. Um den Eltern jederzeit zu er- möglichen, von dem letzten Stande der Leistungen ihrer Söhne Kenntnis zu nehmen, geben wir die Zeugnishefte, sobald die Unterschrift geprüft worden ist, den Schülern wieder mit nach Hause. Wir setzen dabei voraus, dass die Heſte sorgfältig aufbewahrt werden, sodass sie gegen Ende des Vierteljahres zur Eintragung der neuen Prädikate wieder eingeliefert werden können. Für verloren gegangene oder unbrauchbar gewordene Hefte ist natürlich Ersatz zu leisten.

2. Sprechstunden der Lehrer und Schreiben der Schule an die Eltern oder Pfleger.

Im Interesse der Förderung des für das Wohl der Schüler in erziehlicher wie in unter- richtlicher Hinsicht wichtigen Zusammenwirkens von Eltern und Lehrern ist die Einrichtung getroffen worden, dass, abgesehen von den Sprechstunden des Direktors, auch für jeden Lehrer Sprechstunden festgesetzt sind. Während der Direktor an jedem Schultage, in der Regel von 11 12 Uhr, in seinem Amtszimmer aufgesucht werden kann, ist für jeden Lehrer Ort, Tag und Stunde angegeben, an denen er wöchentlich für die Eltern oder Pfleger seiner Schüler zu sprechen ist. Im Flur des Schulgebäudes ist eine tabel- larische Ubersicht aufgehängt, welche hierüber Auskunft gibt. Ausserdem ist, unter Be- schränkung auf die Lehrer der betreffenden Klasse, ein entsprechender Anschlag in jeder Klasse angebracht, damit die Schüler stets imstande sind, ihren Eltern auf Wunsch Auskunft zu erteilen. Erscheint einem Lehrer Rücksprache wünschenswert, so gibt er dies durch Zu- sendung einer Briefkarte kund, um deren Rückgabe mit Unterschrift gebeten wird.

Besuche in den letzten Schulwochen, unmittelbar vor den Versetzungsberatungen, unter- bleiben am besten.