Jahrgang 
1906
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10) 22. 1. 1906. Königl. Provinzial-Schulkollegium teilt mit, dass der Herr Minister die Umwandlung der Schule in ein Reformrealgymnasium genehmigt hat.

11) 29. 1. 1906. Königl. Provinzial-Schulkollegium teilt mit, dass dem Realgymnasium die landesherrliche Ge nehmigung zur Annahme der als Wittich-Stiftung geschenkten Summe von 5212,85 Mk. erteilt worden ist.

12) 12. 2. 1906. Königl. Provinzial-Schulkollegium übersendet Ministerial-Erlass, wonach aus Anlass der silbernen Hochzeit Ihrer Majestäten des Kaisers und der Kaiserin am 27. Februar eine Schulfeier stattfinden soll.

III. Schulgeschichte.

1. Verwaltungskommission. Aus der Verwaltungskommission schieden im Laufe des Schuljahres die Herren Generalleutnant z. D. Harnickell und Oberregierungsrat Landgrebe aus, denen die Schule für ihr stets reges Interresse zu grossem Dank verpflichtet ist. An ihre Stelle traten die Herren Stadtrat Schoppach und Hofapotheker Nagell, sodass der Kommission gegenwärtig folgende Mitglieder angehören: Oberbürgermeister Müller(Vorsitzender), Stadt- schulrat Bornmann(Stellvertreter), die Stadträte Kaufmann Schoppach und Kommerzienrat Vogt, die Stadtverordneten Hofapotheker Nagell, Rechnungsrat Stippich, Dr. med. von Wild und der Direktor des Realgymnasiums.

2. Lehrkörper der Anstalt. Für Herrn Oberlehrer Krauth, dem bei seinem Aus- scheiden(vgl. den vorigen Jahresbericht) der rote Adlerorden 4ter Klasse von Seiner Majestät verliehen worden war, trat zu Ostern vorigen Jahres Oberlehrer König*) vom Gymnasium in Hameln in das Lehrerkollegium ein. Herr Lic. Bach erhielt zur selben Zeit die zweite Hälfte des Probejahres erlassen und wurde als Oberlehrer an der Anstalt angestellt. Infolge der in den Primen notwendig gewordenen Klassenteilung waren zwei neue Stellen(für einen Oberlehrer und einen wissenschaftlichen Hülfslehrer) geschaffen worden, von denen die erstere Herrn Ober- lehrer Mondon**) vom Progymnasium in Boppard, die letztere Herrn Dr. Koch***), einem

*) Heinrich August König, geboren am 7. November 1870 zu Döhren, Kreis Melle, Hannover, erhielt Ostern 1891 auf dem Gymnasium zu Sutersloh das Zeugnis der Reife, studierte in Erlangen, Heidelberg, Greifs- wald und Göttingen Theologie und bestand Michaelis 1894 die erste, Michaelis 1890 die zweite theologische Prüfung und Michaelis 1901 die Prüfung für das Lehramt an höheren Schulen. Nach Beendigung des Universi- tätsstudiums war er zuerst Lehrer an der deutschen Knabenschule in Smyrna, darauf Mitglied des Prediger seminars im Kloster Loccum und sodann Inspektor der Loccumer Erziehungsanstalt zu Goslar und wissen schaftlicher Hilfslehrer am dortigen Gymnasium. Von der Ableistung des Seminar- und Probejahres durch Ministerialverfügung befreit, wurde er Johannis 1903 Oberlehrer am Gymnasium zu Hameln und kam Ostern 1905 in gleicher Eigenschaft an das hiesige Realgymnasium.

**) August Mondon, geb. den 8. Februar zu Rockenhausen in der Rheinpfalz, besuchte, nachdem er am Realgymnasium in Karlsruhe 1807 das Zeugnis der Reife erhalten hatte, die technische Hochschule in Karls- ruhe und die Universität in Heidelberg, wo er sich mathematisch-naturwissenschaftlichen Studien widmete. Nach der Staatsprüfung, die er im März 1901 in Karlsruhe bestand, legte er das vorschriftsmässige Probejahr an den Gymnasien in fleidelberg und Mannheim ab. Ostern 1902 kam er als wissenschaftlicher Hilfslehrer an die Oberréalschule in Oldenburg und wurde Ostern 1903 zum Oberlehrer am städtischen Gymnasium in Boppard ernannt.

***) Karl Martin Koch, geb. den 4. Februar 1877 zu Fulda, evangelischer Konfession, bestand Michae- lis 18906 auf dem Realgymnasium zu Cassel die Reifeprüfung, studierte auf den Universitäten Marburg und München neuere Sprachéen und Geschichte, wurde auf Grund seiner DissertationDie Entwicklung des lateinischen Hilfsverbs esse in den altfranzösischen Mundarten am 14. Juli 1902 zu Marburg zum Dr. phil. promoviert und bestand daselbst am 27. November 1903 die Prüfung für das Lehramt an höheren Schulen. Nach Ableistung des Seminarjahres vom 8. Dezember 1903 bis Michaelis 1904 am Königl. Wilhelmsgymnasium, an der Ober- realschule und dem Königl. Friedrichsgymnasium zu Cassel wurde er zur Ablegung des Probejahres und gleich- zeitigen Vertretung eines beurlaubten Lehrers dem Königl. Realprogymnasium zu Biedenkopf überwiesen. Vom 1l. April 1905 ab wurde ihm eine besoldete wissenschaftliche Hilfslehrerstelle am Realgymnasium zu Cassel übertragen, wo er zugleich sein Probejahr beendete.