Jahrgang 
1905
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dass ihm im Kreise seiner Familie ein schöner Lebensabend beschieden sein möge, wobei auch seine Freude an der Ausübung der Kunst zu ihrem Rechte kommen möége.

Nach einem weiteren Chorgesang ergriff der Vertreter der Staatsbehörde das Wort, um zunächst ein Schreiben des Königlichen Provinzial-Schulkollegiums zu verlesen, das im Wort- laut hier folgen mõge:

Aus Anlass Ihres bevorstehenden Ausscheidens aus der amtlichen Tätigkeit drängt es uns, Euer Hochwohlgeboren unseren warmen Dank auszusprechen für die gewissenhafte Treue und die unermüdliche und erfolgreiche Wirksamkeit, die Sie im Dienste des höheren Schulwesens, insbesondere hier in Cassel, so lange Jahre hindurch bewiesen und bewährt haben. Wie Sie Sich als Lehrer nach allen Seiten hin in liebevoller Fürsorge der Ihrer Pflege anvertrauten Jugend angenommen haben, so haben Sie, nachdem Sie durch das Vertrauen der städtischen Behörden zum Direktor des hiesigen Realgymnasiums berufen worden waren, länger als 21 Jahre mit fester Hand die Leitung der umfangreichen, angesehenen Anstalt geführt; haben nach besten Kräften dem Wohl und Gedeihen der Schule zu dienen gesucht; sind dem Lehrerkollegium stets ein bereiter Helfer, Berater und Leiter gewesen; haben die Erziehung und Bildung der Ihrer Obhut überwiesenen Schüler allezeit als heilige Pflicht erkannt und als hohe Aufgabe vor Augen gehabt.

Jetzt gedenken Sie, hochgeehrter Herr Direktor, gemahnt durch die Rücksichten auf Ihre Gesundheit, die sich im Laufe der Zeit immer dringender geltend gemacht haben, Ihr Amt niederzulegen. Als einen kostbaren Schatz nehmen Sie mit Sich in den Ruhestand das Bewusstsein dessen, was Sie für die Schule getan haben, was Sie der Schule gewesen sind. Sie nehmen mit Sich den Dank aller derer, denen Sie in Ihrem Amte Gutes und Liebes erwiesen haben,

und ihrer sind viele, und die ehrende Anerkennung von Seiten der Aufsichtsbehörde, die es weiss, mit welcher Hingebung Sie die volle Kraft Ihres Lebens der gewissenhaften Erfüllung Ihrer umfassenden Amtspflichten gewidmet haben.. Gott der Herr gewähre Ihnen nach den langen Jahren rastloser, angestrengter Arbeit noch viele weitere Jahre einer gesegneten, ehrenvollen Musse!

Zu dem Dank der Aufsichtsbehörde fügte Redner noch warm empfundene Worte persönlicher Erinnerung und Anerkennung und schloss mit herzlichsten Segenswünschen für den scheidenden Direktor und sein ganzes Haus.

Nunmehr überreichte Herr Bürgermeister Jochmus mit dem Ausdruck lebhaften Dankes, dem sich auch Herr Stadtschulrat Bornmann anschloss, ein Schreiben des Magistrats, in dem es heisst:

Mit dem Schlusse des laufenden Schulhalbjahres wird Ihre Tätigkeit als Leiter unseres Realgymnasiums durch die inzwischen erfolgte Bewilligung Ihres Pensionsgesuches ihr Ende erreichen.

Wir verfehlen aus diesem Anlasse nicht, Ihnen für den unermüdlichen Fleiss und die treue Hingabe an die Obliegenheiten des Dienstes, die Sie in 36 jährigem Wirken als Lehrer und insbesondere als Leiter unseres Realgymnasiums allezeit bewiesen haben, unsere vollste Anerkennung und unseren Dank auszusprechen und den Wunsch hinzuzufügen, dass Sie im Ruhe- stande die gewünschte Erholung und Kräftigung finden und noch lange den Ihrigen in körper- licher Rüstigkeit und geistiger Frische erhalten bleiben mögen.

Darauf ergriff Herr Prof. Dr. Schantz das Wort um den scheidenden Direktor als den wohlwollenden und einsichtigen Leiter, der von Anfang an das volle Vertrauen des Lehrer- kollegiums besessen, als den treuen Lehrer, der Vaterlandsliebe und edle Menschlichkeit in die